Fachinformatiker:in für Systemintegration Prüfungsfragen: 10 Übungsaufgaben mit Lösung
Zehn Aufgaben aus 10 Lernfeldern, mit Erklärung zu jeder Antwort. Kostenlos, ohne Anmeldung.
So üben Prüfungsfragen richtig
Zehn Prüfungsfragen für Fachinformatiker:innen Systemintegration, wie sie in Abschlussprüfung Teil 1 (AP1) und Teil 2 (AP2) vorkommen: je eine Aufgabe aus zehn Lernfeldern, von Organisationsformen und Hardware über Netzwerke, Datenschutz und Service-Level bis zu Serverdiensten, VPN und Vorgehensmodellen. Du beantwortest jede Frage einmal, siehst sofort, ob deine Antwort stimmt, und bekommst zu jeder Antwortmöglichkeit eine Erklärung.
Die zehn Aufgaben
0 von 10 beantwortet
Aufgabe 1 von 10 Lernfeld 1: Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben
Du erhältst als Entwickler:in fachliche Vorgaben zur Verschlüsselung direkt von der IT-Security, statt von deiner Teamleitung. Welcher Vorteil wird hier genutzt?
Richtige Antwort
Hochgradig spezialisierte Führungsverantwortung durch Fachexpert:innen
Da Anweisungen direkt von der jeweiligen Fachabteilung (hier IT-Security) kommen, werden Entscheidungen von den tatsächlichen Expert:innen getroffen, ohne dass eine Generalist:in als Zwischeninstanz fungiert.
Warum nicht
Strikte Einhaltung des einheitlichen und starren Instanzenweges
Der strikte Instanzenweg (Dienstweg) ist das Kernmerkmal der Einlinienorganisation. Im Mehrliniensystem wird dieser bewusst aufgebrochen, um direkte Kommunikation zu ermöglichen.
Warum nicht
Strukturelle Vermeidung von Kompetenzüberschneidungen im Alltag
Die Mehrlinienorganisation vermeidet Kompetenzüberschneidungen nicht, sondern provoziert sie strukturell. Der Vorteil liegt in der Expertise, nicht in der klaren Abgrenzung der Befugnisse.
Aufgabe 2 von 10 Lernfeld 2: Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten
Du baust einen PC und hast einen AMD Ryzen Prozessor (AM5) gekauft. Auf dem Schreibtisch liegt ein Mainboard mit LGA1700-Sockel. Wie gehst du bei der Montage vor?
Richtige Antwort
Das Mainboard muss getauscht werden, da Intel-Sockel und AMD-CPUs physisch inkompatibel sind.
LGA1700 ist ein Intel-Sockel, AM5 ein AMD-Sockel. Diese sind physisch und elektronisch grundverschieden und können niemals miteinander kombiniert werden.
Warum nicht
Die UEFI-Firmware wird aktualisiert, damit das Mainboard die markenfremde CPU erkennt.
Ein Firmware-Update hilft nur bei neueren CPUs desselben Sockels. Eine physisch unpassende CPU kann nicht per Software passend gemacht werden.
Warum nicht
Ein Adapterring wird montiert, um die AMD-CPU auf dem Intel-Sockel sicher zu befestigen.
Es gibt keine Adapter für verschiedene CPU-Sockel-Architekturen. Die Pin-Belegung und die elektronische Ansteuerung durch den Chipsatz sind komplett unterschiedlich.
Aufgabe 3 von 10 Lernfeld 3: Clients in Netzwerke einbinden
Du analysierst eine Netzwerküberlastung. Wireshark zeigt massenhaft Pakete, die an alle Endgeräte im lokalen Subnetz adressiert sind. Welcher Adresstyp liegt vor?
Warum nicht
Multicast: die Pakete richten sich an eine registrierte Gruppe von Geräten
Multicast geht nur an interessierte Empfänger, nicht an alle Geräte im Subnetz. Die massenhafte Zustellung an wirklich alle Endgeräte deutet klar auf Broadcast hin.
Richtige Antwort
Broadcast: die Pakete nutzen die 1-zu-Alle-Kommunikation im Netzwerksegment
Wenn Pakete an ausnahmslos alle Geräte im lokalen Netz gesendet werden, handelt es sich um Broadcasts. Zu viele davon können einen sogenannten Broadcast-Sturm auslösen.
Warum nicht
Unicast: die Pakete werden nacheinander an jedes einzelne Gerät geschickt
Unicast ist eine 1-zu-1-Verbindung. Zwar könnte ein Host theoretisch jeden anderen einzeln ansprechen, aber die Beschreibung 'adressiert an alle' meint die spezifische Broadcast-Zieladresse.
Aufgabe 4 von 10 Lernfeld 4: Schutzbedarfsanalyse im eigenen Arbeitsbereich durchführen
Du sicherst die Übertragung von Gesundheitsdaten via TLS. Welche technische Maßnahme fehlt noch, um die Daten auch im Ruhezustand zu schützen?
Richtige Antwort
Die Verschlüsselung der Datenbank auf der Festplatte (Data at Rest)
TLS schützt Daten nur bei der Übertragung. Um Daten im Ruhezustand zu schützen, fordert die DSGVO die starke Verschlüsselung der Speichermedien (Data at Rest).
Warum nicht
Die Einrichtung einer Firewall zur Abwehr von Netzwerkangriffen
Eine Firewall schützt das Netzwerk vor unbefugtem Zugriff von außen, verschlüsselt aber keine ruhenden Daten auf der Festplatte.
Warum nicht
Die Implementierung von automatisierten Backups für die Verfügbarkeit
Backups stellen die Verfügbarkeit bei Ausfällen sicher, schützen die ruhenden Originaldaten aber nicht vor unbefugtem Auslesen durch Dritte.
Aufgabe 5 von 10 Lernfeld 6: Serviceanfragen bearbeiten
Um einen Kundenservice abzusichern, schließt dein IT-Unternehmen einen Support-Vertrag mit einem Hardware-Hersteller ab. Welche Ebene der Lieferkette ist das?
Warum nicht
Ein OLA, da der Vertrag die Zusammenarbeit zwischen Service Desk und Hersteller regelt.
Ein OLA gilt nur für interne Teams des eigenen Unternehmens. Sobald ein externer Dienstleister oder Hersteller involviert ist, handelt es sich um einen UC.
Warum nicht
Ein SLA, da hier die finale Leistung für die Endkundschaft definiert wird.
Der Vertrag mit dem Hardware-Hersteller sichert nur die interne Lieferfähigkeit ab. Die finale Leistung für die Endkundschaft wird in einem separaten SLA geregelt.
Richtige Antwort
Ein UC, da es sich um einen stützenden Vertrag mit einem externen Zulieferbetrieb handelt.
Der Underpinning Contract (UC) bildet das Fundament der Service-Lieferkette, indem er Leistungen von externen Dritten (hier: Hardware-Hersteller) vertraglich absichert.
Aufgabe 6 von 10 Lernfeld 8: Daten systemübergreifend bereitstellen
Du installierst PostgreSQL auf einem Server für ein neues Projekt. Welche Rolle übernimmt diese Software im Datenbanksystem?
Richtige Antwort
Sie agiert als aktives Datenbankmanagementsystem (DBMS)
PostgreSQL ist die komplexe Software (der "Motor"), die den Zugriff auf die Daten verwaltet und schützt. Es ist das aktive DBMS, nicht die Daten selbst.
Warum nicht
Sie dient als grafische Anwendungssoftware für Kund:innen
Ein DBMS ist keine Endanwender-Software (wie ein Webshop), sondern die Hintergrund-Software, die die Daten für solche Anwendungen bereitstellt.
Warum nicht
Sie bildet die passive Datenbank auf der Festplatte
Die Datenbank ist lediglich die strukturierte Sammlung der eigentlichen Daten. PostgreSQL ist hingegen die aktive Software, die diese Daten verwaltet.
Aufgabe 7 von 10 Lernfeld 9: Netzwerke und Dienste bereitstellen
Du richtest Microsoft Exchange für euer Unternehmen ein. Welchen DNS-Eintragstyp musst du anlegen, damit externe E-Mails an @eurefirma.de korrekt zugestellt werden?
Warum nicht
PTR-Record (Reverse-Lookup für den Mailserver)
Der PTR-Record verknüpft eine IP rückwärts mit einem Namen (Reverse DNS). Für den Empfang von E-Mails an eine Domain wird jedoch der MX-Record benötigt.
Richtige Antwort
MX-Record (Mail Exchange für die Domain)
Der MX-Record ist zwingend erforderlich, um sendenden Mailservern mitzuteilen, welcher Host für den E-Mail-Empfang der jeweiligen Domain zuständig ist.
Warum nicht
A-Record (IPv4-Adresse des Exchange-Servers)
Ein A-Record löst zwar den Namen des Servers in eine IP auf, teilt der Welt aber nicht mit, dass dieser Server für den E-Mail-Empfang der Domain zuständig ist.
Aufgabe 8 von 10 Lernfeld 10: Serverdienste bereitstellen und Administrationsaufgaben automatisieren
Du wartest einen Linux-Server. Während ein kritischer Datenbank-Dienst (Daemon) unter Volllast läuft, öffnest du ein grafisches Admin-Tool. Wie verteilt das Server-OS die Ressourcen?
Warum nicht
Der Datenbank-Dienst wird pausiert, bis das Admin-Tool vollständig geladen ist
Ein Server-OS pausiert niemals kritische Hintergrunddienste für eine lokale GUI-Aktion. Dies würde zu einem sofortigen Ausfall der Dienste für alle Netzwerkteilnehmenden führen.
Warum nicht
Das aktuell geöffnete Fenster erhält die höchste Priorität für flüssige Bedienung
Das ist das typische Verhalten eines Client-Betriebssystems (wie Windows 11), das für eine flüssige Benutzerinteraktion das aktive Vordergrundfenster priorisiert.
Richtige Antwort
Der Hintergrunddienst behält absolute Priorität vor der grafischen Ausgabe
Server-Betriebssysteme priorisieren Hintergrunddienste (Daemons) systematisch höher als grafische Ausgaben, um die Kernfunktionen für alle verbundenen Clients stabil aufrechtzuerhalten.
Aufgabe 9 von 10 Lernfeld 11: Betrieb und Sicherheit vernetzter Systeme gewährleisten
Eure neue Filiale soll ans Hauptnetz angebunden werden. Die PCs vor Ort sollen ohne zusätzliche VPN-Software auf zentrale Server zugreifen. Welche Architektur wählst du?
Warum nicht
End-to-Site-VPN: verbindet alle PCs einzeln mit der Zentrale
Hierbei müsste auf jedem einzelnen PC in der Filiale eine VPN-Client-Software installiert werden. Das widerspricht der Anforderung einer transparenten Anbindung ohne Zusatzsoftware.
Richtige Antwort
Site-to-Site-VPN: verbindet die Netzwerke über zentrale Router
Der Tunnel wird permanent zwischen den Gateways der Standorte aufgebaut. Für die Endgeräte ist die Verbindung transparent, sie benötigen keine eigene VPN-Software.
Warum nicht
End-to-End-VPN: verschlüsselt den Traffic zwischen den PCs direkt
Diese Architektur dient der hochsicheren Verbindung zwischen zwei spezifischen Endgeräten, z. B. zwei Servern. Sie ist nicht für die komplette Standortvernetzung gedacht.
Aufgabe 10 von 10 Lernfeld 12: Kundenspezifische Systemintegration durchführen
Du planst die Infrastruktur eines neuen Rechenzentrums. Warum ist hier ein klassisches Vorgehensmodell wie das Wasserfallmodell besonders geeignet?
Warum nicht
Weil die genauen Anforderungen an Strom und Kühlung anfangs unklar sind
Wenn Anforderungen unklar sind, wäre ein agiles Modell besser. Bei einem Rechenzentrum müssen diese Parameter zwingend vorab geklärt sein, sonst droht ein Projektfehlschlag.
Warum nicht
Weil das Team so flexibel auf neue Wünsche der Kundschaft reagieren kann
Klassische Modelle sind gerade nicht auf Flexibilität und späte Änderungen ausgelegt. Sie fokussieren sich auf die strikte Durchführung eines detaillierten Bauplans.
Richtige Antwort
Weil späte Änderungen an der physischen Architektur extrem teuer wären
Bei Bau- oder Infrastrukturprojekten müssen Parameter wie Strom und Kühlung vorab exakt geplant werden. Nachträgliche Umbauten verursachen immense Kosten, weshalb eine strikte Vorabplanung nötig ist.
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