Ratgeber

Was ist ein Berichtsheft? Dein Ausbildungsnachweis einfach erklärt

Das Berichtsheft, offiziell Ausbildungsnachweis, ist die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation deiner Ausbildung. Nach § 13 Berufsbildungsgesetz (BBiG) dokumentierst du darin, was du im Betrieb und in der Berufsschule lernst, üblicherweise täglich oder wöchentlich. Ohne vorgelegten Ausbildungsnachweis wirst du nicht zur Abschlussprüfung zugelassen (§ 43 BBiG). Du darfst ihn auf Papier oder digital führen.

  • Pflicht? Ja, § 13 BBiG
  • Wie oft? Täglich oder wöchentlich
  • Ohne Heft? Keine Prüfungszulassung

Warum musst du ein Berichtsheft führen?

Die Pflicht steht im Gesetz: Nach § 13 Satz 2 Nr. 7 BBiG müssen Auszubildende einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis führen. Dein Ausbildungsbetrieb muss dich dazu anhalten, deine Einträge regelmäßig durchsehen und dir die Gelegenheit geben, das Berichtsheft am Arbeitsplatz zu führen, also während deiner Ausbildungszeit (§ 14 BBiG).

Das Berichtsheft hat dabei drei Aufgaben:

  • Nachweis für die Prüfung: Die IHK oder Handwerkskammer lässt dich nur mit vorgelegtem Ausbildungsnachweis zur Abschlussprüfung zu (§ 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG).
  • Kontrolle der Ausbildungsinhalte: Es macht sichtbar, ob dein Betrieb dir die Inhalte aus der Ausbildungsordnung tatsächlich vermittelt.
  • Dein Schutz: Kommt es zum Streit über deine Ausbildung, belegt dein Berichtsheft, was du wirklich gemacht hast, auch ausbildungsfremde Tätigkeiten.
Merksatz: Das Berichtsheft ist keine Schikane, sondern dein Beleg, dass der Betrieb dich richtig ausbildet, und deine Eintrittskarte zur Abschlussprüfung.

Welche Paragrafen genau dahinterstehen, was dein Betrieb leisten muss und was ohne Nachweis passiert, steht im Ratgeber Berichtsheft Pflicht.

Berichtsheft täglich oder wöchentlich führen?

Beides ist erlaubt. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) empfiehlt in seiner Empfehlung vom 1. September 2020, den Ausbildungsnachweis täglich oder wöchentlich in möglichst einfacher Form zu führen, stichwortartige Angaben genügen. Welche Variante für dich gilt, legen dein Ausbildungsvertrag, dein Betrieb und deine Kammer fest.

Kriterium Tagesbericht Wochenbericht
Rhythmus Ein Eintrag pro Ausbildungstag Ein Eintrag pro Kalenderwoche
Detailgrad Tätigkeiten und Stunden pro Tag Tätigkeiten der Woche zusammengefasst
Aufwand 2 bis 5 Minuten täglich 10 bis 20 Minuten pro Woche
Typisch für Handwerk, gewerblich-technische Berufe IHK-Berufe in Büro und IT

Tipp: Auch wenn du nur Wochenberichte abgeben musst, lohnt es sich, Stichworte täglich festzuhalten. Nach fünf Arbeitstagen erinnert sich kaum jemand mehr an den Montag.

Ist ein digitales Berichtsheft erlaubt und IHK-konform?

Ja. Seit April 2017 erlaubt das Berufsbildungsgesetz ausdrücklich, den Ausbildungsnachweis elektronisch zu führen (§ 13 Satz 2 Nr. 7 BBiG, geändert durch das Gesetz vom 29. März 2017). Für Ausbildungsverträge, die seit dem 1. Oktober 2017 geschlossen wurden, muss der Vertrag zusätzlich festhalten, ob das Berichtsheft schriftlich oder elektronisch geführt wird (§ 11 Abs. 1 Satz 2 Nr. 12 BBiG). IHK und Handwerkskammern erkennen digitale Berichtshefte an, solange die Einträge regelmäßig kontrolliert und zur Prüfungsanmeldung bestätigt vorgelegt werden.

In der Praxis heißt das: Du führst deine Einträge in einer App oder am Computer, deine ausbildende Person prüft sie digital, und zur Anmeldung exportierst du den fertigen Nachweis als PDF. Genau so funktioniert das kostenlose digitale Berichtsheft von asyoube: einsprechen, automatisch strukturieren lassen, IHK-konform exportieren.

Wer unterschreibt das Berichtsheft?

Zwei Unterschriften verlangt die Praxis: deine eigene und die deiner ausbildenden Person. Beide bestätigen mit Unterschrift und Datum, dass die Einträge richtig sind. So sieht es die BIBB-Empfehlung vor, und so fordern es IHK und Handwerkskammern in ihren Formularen. Bei minderjährigen Azubis sehen viele Vorlagen zusätzlich ein Feld für die gesetzlichen Vertreter:innen vor, damit auch sie die Einträge zur Kenntnis nehmen.

Dein Betrieb muss deine Einträge außerdem regelmäßig durchsehen (§ 14 BBiG), üblich ist mindestens eine monatliche Kontrolle. Beim digitalen Berichtsheft ersetzt eine digitale Bestätigung die laufende Abzeichnung; für die Prüfungsanmeldung verlangen viele Kammern die Unterschriften dann einmal gesammelt auf dem exportierten Dokument.

Was gehört in ein Berichtsheft? Mit Beispielen

Ein vollständiger Eintrag deckt drei Bereiche ab: betriebliche Tätigkeiten, Unterweisungen und Schulungen sowie die Themen des Berufsschulunterrichts. Stichworte reichen, entscheidend ist, dass die Inhalte deiner Ausbildung nachvollziehbar bleiben.

Beispiel Fachinformatiker:in (Wochenbericht, Auszug):
  • Kundenanforderungen im Teammeeting besprochen und dokumentiert
  • Datenbankmodell in MySQL erstellt, Tabellen normalisiert
  • Unterweisung: Datensicherheit und Passwort-Richtlinien
  • Berufsschule: SQL-Abfragen mit JOIN, Netzwerktopologien
Beispiel Koch:Köchin (Tagesbericht):
  • Mise en Place für den Mittagsservice vorbereitet (2 Std.)
  • Saucen-Grundlagen: Fond angesetzt, Demi-Glace reduziert (3 Std.)
  • Warenannahme mit Temperaturkontrolle nach HACCP (1 Std.)
  • Berufsschule: Warenwirtschaft und Kalkulation (2 Std.)

Wie du daraus Eintrag für Eintrag formulierst, Schritt für Schritt und mit Beispielen aus vier Berufen, steht im Ratgeber Berichtsheft schreiben.

Wie diese Themen in deiner Ausbildung heißen, siehst du in den kostenlosen Lerninhalten im Knowledge Hub, zum Beispiel für Fachinformatiker:innen oder Koch:Köchin. Die Lernfeld-Begriffe aus dem Rahmenlehrplan sind auch gute Formulierungen für dein Berichtsheft.

Was passiert, wenn du dein Berichtsheft nicht führst?

Die wichtigste Folge: Ohne vorgelegten Ausbildungsnachweis wirst du nicht zur Abschlussprüfung zugelassen (§ 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Da das Führen zu deinen vertraglichen Pflichten gehört, kann dein Betrieb dich außerdem abmahnen, wenn du es dauerhaft vernachlässigst. Und praktisch gesehen wird das Nachschreiben von Monaten an Einträgen kurz vor der Prüfungsanmeldung zur echten Belastung.

Die gute Nachricht: Mit einer festen Routine ist das Berichtsheft in wenigen Minuten pro Woche erledigt. Wie du dir die Arbeit zusätzlich sparst, zeigt der Vergleich unten.

Papier, Vorlage oder App: Wie führst du dein Berichtsheft am besten?

Kriterium Papierheft Word- oder PDF-Vorlage Digitales Berichtsheft (App)
Aufwand pro Eintrag Hoch, handschriftlich Mittel, tippen und formatieren Unter einer Minute per Spracheingabe
Immer dabei Nein Nur am Computer Ja, auf dem Smartphone
Verlust-Risiko Hoch Mittel, lokale Dateien Niedrig, gesichert in der Cloud
IHK-konformer Export Abheften und kopieren Manuell zusammenführen Fertiges PDF mit einem Klick
Kosten Heft und Druckkosten Kostenlos Dauerhaft kostenlos bei asyoube

Wenn du klassisch auf Papier oder in Word arbeiten möchtest, findest du hier eine kostenlose Berichtsheft Vorlage im IHK-üblichen Format als PDF und Word. Wenn du lieber gar nicht mehr tippen willst, übernimmt das digitale Berichtsheft von asyoube das Formulieren für dich. Und falls du neben dem Berichtsheft auch für die Prüfung lernen willst: Auf der Seite für Azubis siehst du, was asyoube sonst noch kann.

Noch Fragen?

Häufige Fragen zum Berichtsheft.

Kurz und konkret beantwortet, von Freizeit-Regel bis Prüfungszulassung.

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Muss ich mein Berichtsheft in der Freizeit schreiben?

Nein. Nach § 14 BBiG müssen Ausbildungsbetriebe dir die Gelegenheit geben, deinen Ausbildungsnachweis am Arbeitsplatz zu führen. Du darfst deine Berichte also während der Ausbildungszeit im Betrieb schreiben, nicht erst abends zu Hause. Sprich deine ausbildende Person darauf an, wenn dir dafür keine Zeit eingeräumt wird.

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