Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung: DB II, DB III und Betriebsergebnis

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, Fixkosten den Stufen Produkt, Produktgruppe, Kanal und Unternehmen zuzuordnen ,

    indem mindestens acht typische E-Commerce-Kostenarten (z. B. Lizenzgebühren für Produktvisualisierung, Marktplatzgebühren, Servermiete, Geschäftsführergehalt, Kategoriewerbebudget) korrekt einer Fixkostenebene zugewiesen und die Zuordnungsentscheidung kurz begründet wird.

  2. Du bist in der Lage, DB II, DB III und das Betriebsergebnis in der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung für einen E-Commerce-Anbieter mit Möbel- und Smart-Home-Sortiment zu berechnen ,

    indem produkt-, kanal- und unternehmensweite Fixkosten (z. B. Lizenzgebühren für 3D-Ansicht, Amazon-Seller-Gebühr, Büromiete) den jeweiligen Stufen korrekt zugeordnet und alle vier Stufen in einer Tabelle dargestellt werden, bei der jeder Rechenschritt mit Bezeichnung, Einzelbetrag und laufendem Zwischenergebnis ausgewiesen ist.

  3. Du bist in der Lage, die Fortführung einer Produktlinie bei positivem DB I, aber negativem DB II zu beurteilen ,

    indem mindestens drei Handlungsoptionen (Werbekosten reduzieren, Preis anheben, Auslistung) begründet abgewogen werden.

Warum soll eine Produktlinie mit 8.200 Euro Deckungsbeitrag gestrichen werden?

Auslistung empfohlen - bei positivem Deckungsbeitrag

Empfehlung: Smart-Home-Sensoren auslistieren. Die Zahl direkt daneben: 8.200 Euro Deckungsbeitrag I pro Monat. Dienstagvormittag, 10:15 Uhr, Controlling-Schulung. Erlöse minus variable Kosten, das Ergebnis ist eindeutig positiv.

Trotzdem soll die Linie raus. Unter dem DB I stehen weitere Positionen: 3.400 Euro Werbekampagne, 1.900 Euro Lizenzgebühren für die 3D-Produktansicht, 4.200 Euro TÜV-Zertifizierung. Dazu 800 Euro Amazon-Seller-Account und 4.500 Euro Büromiete. Alles Fixkosten, aber auf völlig unterschiedlichen Ebenen. Falsche Zuordnung kostet schnell fünfstellige Beträge pro Quartal.

Die Schlüsselfrage der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung

Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung verteilt Fixkosten nicht pauschal. Sie ordnet jede Position der Ebene zu, die sie verursacht: Produkt, Produktgruppe, Kanal oder Unternehmen. Erst durch diese Zuordnung wird sichtbar, wo das Geld verschwindet und ob die Streichung die richtige Entscheidung ist.

🎬 Vorstellung: Stell dir den Bildschirm in der Schulung vor: Links der positive DB I von 8.200 Euro, rechts die lange Fixkostenliste. Du sollst jede Position einer Stufe zuordnen, bevor du rechnen darfst.

Wie rechnest du vom DB I zum Betriebsergebnis?

Neun Fixkostenpositionen, vier Ebenen

Um die Empfehlung zu prüfen, ordnest du zuerst alle neun Fixkostenpositionen den vier Ebenen zu. Die Entscheidungsfrage: Fällt diese Position weg, wenn genau dieses Produkt, diese Kategorie oder dieser Kanal entfällt?

Die TÜV-Zertifizierung (4.200 €) und die Produktfotografie der Designerlampe (900 €) hängen an einem einzelnen Artikel. Streicht das Unternehmen nur diesen Artikel, entfallen genau diese Kosten. Ebene: Produkt. Die Werbekampagne Smart-Home (3.400 €) und beide 3D-Lizenzen (1.900 € bzw. 2.100 €) betreffen jeweils eine ganze Kategorie. Erst wenn alle Smart-Home-Produkte oder alle Möbel entfallen, verschwinden diese Kosten. Ebene: Produktgruppe. Amazon-Seller-Account (800 €) und Shop-Server (1.200 €) sind an den Kanal gebunden. Büromiete (4.500 €) und Gehalt der Geschäftsführung (3.800 €) laufen auf Unternehmensebene weiter.

Die vollständige Stufenrechnung

Jede Stufe zieht nur die Fixkosten ab, die dieser Ebene zurechenbar sind. Der DB II der Smart-Home-Sensoren wird mit -1.300 Euro negativ: Die Produkt- und Gruppenfixkosten übersteigen den DB I. Kanal- und Unternehmensfixkosten folgen erst auf den nächsten Stufen, weil sie keiner einzelnen Produktgruppe zurechenbar sind.

⚖️ Vergleich im Kopf: Wenn du die Smart-Home-Linie streichst, verlierst du 8.200 Euro DB I, sparst aber 9.500 Euro Fixkosten. Steigt oder sinkt das Betriebsergebnis?

Streichen, kürzen oder verteuern?

Drei Optionen für die Smart-Home-Linie

Zurück zur Controlling-Schulung. Der DB II der Smart-Home-Sensoren liegt bei -1.300 Euro. Drei Optionen stehen zur Diskussion:

  1. Werbekosten senken: Die Kampagne von 3.400 auf 1.500 Euro kürzen hebt den DB II auf +600 Euro. Weniger Sichtbarkeit kann allerdings den Absatz drücken, sodass der DB I sinkt.
  2. Preis anheben: Eine Erhöhung um 8 % steigert den Stückdeckungsbeitrag. DB I und DB II können positiv werden. Preissensible Kundschaft wechselt dann aber zur Konkurrenz.
  3. Auslistung: Die gesamte Linie streichen spart 9.500 Euro Fixkosten, kostet aber auch 8.200 Euro DB I. Netto steigt das Betriebsergebnis um 1.300 Euro (von 200 auf 1.500 Euro). Dafür entsteht eine Sortimentslücke mit weniger Cross-Selling.

Keine Option ist pauschal richtig. Die Entscheidung hängt davon ab, ob die Fixkosten kurzfristig senkbar sind und wie preissensibel die Zielgruppe reagiert.

Dein Urteil zählt

Ein positiver DB I allein reicht nicht für eine Sortimentsentscheidung. Erst der DB II zeigt, ob eine Produktlinie ihre eigenen Fixkosten trägt. Und erst das Betriebsergebnis zeigt, ob das Unternehmen insgesamt profitabel arbeitet.

🤔 Frage dich: Was passiert, wenn du die Werbekampagne komplett streichst (0 statt 3.400 Euro), der Absatz dadurch aber um 30 % einbricht? Wird der DB II dann positiv oder negativ?

Teste dein Wissen

Du bist im Controlling tätig und analysierst ein Produkt mit positivem DB I, aber negativem DB II. Welche Maßnahme ist fachlich korrekt, um die Rentabilität zu verbessern?

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