Fleisch parieren, zuschneiden und portionieren

4 min 3 Abschnitte
Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, Das fachgerechte Parieren und Portionieren von Rinder-, Schweine- und Geflügelstücken umzusetzen ,

    indem aus einem ganzen Teilstück mindestens 6 gleichmäßige Portionen mit einer Gewichtstoleranz von maximal ±10 g erzeugt werden.

  2. Du bist in der Lage, Die wirtschaftliche und kulinarische Weiterverwendung von Parüren zu analysieren ,

    indem für mindestens 3 Parürenarten (Sehnen, Fett, Fleischabschnitte) geeignete Weiterverwendungen wie Saucenansatz, Fond oder Farce begründet zugeordnet werden.

  3. Du bist in der Lage, Die Ausbeute eines Teilstücks nach dem Parieren zu beurteilen ,

    indem aus Brutto- und Nettogewicht die Ausbeute in Prozent berechnet und im Hinblick auf Wareneinsatz und Kalkulation bewertet wird.

Wie werden aus sechs Filets genau 40 Medaillons?

"Vierzig Stück, achtzig Gramm, nichts in den Müll"

"Vierzig Medaillons, achtzig Gramm pro Stück. Die Parüren hebst du für den Jus auf." Yasmin, deine Postenchefin, schiebt dir sechs ganze Schweinefilets über die Arbeitsfläche. Jedes wiegt rund 600 g brutto. Bei der Warenkontrolle hast du alle sechs geprüft: Farbe hellrosa, Geruch neutral, Druckwiderstand fest.

Parüren sind die Abschnitte, die beim Parieren anfallen. An jedem Filet erkennst du drei davon: die Fettkette oben entlang, die dünne Silberhaut darunter und die weißen Sehnenreste am schmalen Ende. Wie gehst du vor, damit alle 40 Portionen gleichmäßig werden und nichts Verwertbares im Abfall landet?

Parieren in drei Schritten

Yasmin zeigt dir die Reihenfolge am ersten Filet. Schneide zeigt von dir weg, die freie Hand hält das Fleisch mit gekrümmten Fingern fest.

  1. Mit der Messerspitze flach unter die Fettkette fahren und den Streifen in einem Zug abziehen. Das Fett kommt in eine separate Schale.
  2. Am schmalen Ende ansetzen und die Klinge flach unter die Silberhaut schieben. Messer leicht nach oben anwinkeln, die Haut mit der freien Hand straff nach hinten ziehen. Bleibt sie dran, zieht sich das Medaillon beim Braten krumm.
  3. Die weißen Sehnenreste am Filetende mit kurzen Zügen lösen. Sauber arbeiten, aber nicht zu großzügig: Jedes Gramm Fleisch, das an der Sehne hängenbleibt, fehlt bei der Portionierung.
🎬 Vorstellung: Stell dir vor, du stehst mit dem Ausbeinmesser am zweiten Filet. Die Fettkette liegt schon in der Schale. Du setzt die Klinge unter die Silberhaut an und spürst den Widerstand der Membran.

Wie portionierst du auf ±10 Gramm genau?

Vom parierten Filet zum 80-Gramm-Medaillon

Die sechs Filets sind pariert. Jetzt entscheidet die Portionierung, ob 40 Medaillons daraus werden.

Nach dem Parieren wiegt jedes Filet noch rund 540 g. So portionierst du:

  1. Pariertes Filet auf die Waage legen und das Nettogewicht notieren.
  2. Gewicht durch Portionsgewicht teilen: 540 / 80 = 6 Medaillons plus ein Reststück von etwa 60 g.
  3. Senkrecht zur Faser schneiden, ein sauberer Schnitt pro Medaillon.
  4. Jedes Stück nachwiegen. Toleranz: maximal ±10 g. Zu schwer? Dünne Scheibe abnehmen. Zu leicht? Nächstes Medaillon etwas dicker schneiden.

Die Reststücke von den Filetspitzen sammelst du separat für Geschnetzeltes oder Farce.

Was bleibt vom Einkauf übrig?

Sechs Filets à 600 g ergeben 3.600 g Bruttogewicht. Nach dem Parieren bleiben 6 × 540 g = 3.240 g Nettogewicht.

Die Formel: Ausbeute = Nettogewicht / Bruttogewicht × 100 = 3.240 / 3.600 × 100 = 90 %.

10 % des eingekauften Gewichts sind Parüren. Bei einem Kilopreis von 14 Euro stecken in diesen 360 g rund 5 Euro Warenwert. Deshalb landen Parüren nicht im Müll.

Zum Vergleich: Bei nur 80 % Ausbeute bleiben 2.880 g. Das reicht für 36 statt 40 Medaillons. Vier Portionen fehlen, der Wareneinsatz pro Portion steigt.

🤔 Frage dich: Wie würdest du vorgehen, wenn statt Schweinefilet ein ganzer Rinderrücken mit deutlich mehr Fett und Bindegewebe vor dir liegt? Wie verändert sich die Ausbeute, und was bedeutet das für die Kalkulation?

Wohin mit den Parüren?

Drei Parürenarten, drei Verwendungen

Die Parüren liegen sortiert neben dem Brett. Die Anweisung war klar: Alles aufheben für den Jus am Wochenende. Aber nicht jede Parüre eignet sich für denselben Zweck.

  • Fettkette und Fettränder eignen sich zum Auslassen als Bratfett oder zur Verarbeitung als Schmalz. Schweinefett hat einen hohen Rauchpunkt.
  • Sehnen und Silberhaut kommen zusammen mit Röstgemüse in den Fond oder Jus. Beim langen Auskochen löst sich das Kollagen aus dem Bindegewebe und gibt der Sauce Körper und Bindung.
  • Saubere Fleischabschnitte (Filetspitzen, Reste) werden zu Farce gewolft, als Geschnetzeltes verarbeitet oder bei einwandfreier Qualität für Tatar verwendet.

Keine der drei Parürenarten gehört in den Abfall. Die 360 g aus sechs Filets sparen Wareneinsatz und liefern Grundlagen für mindestens zwei weitere Gerichte.

Ergebnis: 40 Medaillons, null Verlust

Deine sechs Filets sind portioniert. 40 Medaillons à 80 g liegen vakuumiert im Kühlhaus. Die Parüren sind sortiert und beschriftet: Fett für die Pfanne, Sehnen für den Jus, Fleischreste für die Farce. Ausbeute: 90 %. Kein verwertbares Gramm im Müll.

📝 Fasse mental zusammen: Fasse die drei Arbeitsschritte vom Rohfilet zum fertigen Medaillon (Parieren, Portionieren, Parüren verwerten) und ihre Verbindung zur Ausbeute in eigenen Worten zusammen.

Teste dein Wissen

Du parierst ein 600-g-Schweinefilet für 40 Medaillons à 80 g. Nach Entfernen der Fettkette, Silberhaut und Sehnenreste bleiben dir 520 g Fleisch. Wie stellst du sicher, dass alle 40 Portionen exakt gleichmäßig ausfallen?

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