Ursachen für Kostenabweichungen und Gegenmaßnahmen

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, Gegenmaßnahmen bei festgestellten Einkaufspreisabweichungen zu entwickeln ,

    indem für eine 20-prozentige Verteuerung der Kartonagen mindestens drei Maßnahmen verschiedener Kategorien ausgearbeitet werden: eine beschaffungsseitige Maßnahme (z. B. Lieferantenwechsel oder Mengenrabatt-Verhandlung), eine materialseitige Alternative (z. B. Wechsel zu Recyclingkarton) sowie eine prozessseitige Optimierung (z. B. Verpackungsgrößenreduzierung), jeweils mit Wirkungsabschätzung und benannten Risiken.

  2. Du bist in der Lage, die Ursachen einer Kostenabweichung in Preis- und Mengenkomponenten zu differenzieren ,

    indem für eine Logistikkostensteigerung von 10.000 € rechnerisch geprüft wird, welcher Anteil auf Tariferhöhungen (Preis) und welcher auf gestiegene Paketmengen (Menge) entfällt.

  3. Du bist in der Lage, den Konflikt zwischen günstigster Versandoption und CO2-Bilanz zu beurteilen ,

    indem mindestens drei Versandoptionen anhand von Kosten, Laufzeit und CO2-Ausstoß bewertet und eine Entscheidung mit Bezug zur Unternehmensstrategie begründet wird.

Warum reicht eine Zahl nicht, um die richtige Maßnahme zu finden?

10.000 Euro über Plan

Freitagvormittag, 12:15 Uhr im Controlling-Büro. Deine Teamleiterin Olga schiebt dir eine Auswertung rüber: "Die Versandkosten liegen 10.000 Euro über Plan. Erklär mir bis Montag, woran das liegt." Du siehst: 85.000 Euro statt geplanter 75.000. Ob DHL die Tarife erhöht hat oder durch die Sommeraktion einfach mehr Pakete rausgegangen sind, steht nirgends.

Die Nachkalkulation ist die Grundlage für diese Aufgabe: Du kannst Plan- und Ist-Werte gegenüberstellen und Abweichungen berechnen. Aber eine Gesamtabweichung allein zeigt nicht, welcher Hebel das Problem verursacht hat.

Falsche Ursache, falsche Maßnahme

Ohne Zerlegung empfiehlst du die falsche Gegenmaßnahme. Steckt die Abweichung im Tarif, musst du mit DHL neu verhandeln oder den Dienstleister wechseln. Steckt sie in der Menge, liegt der Hebel bei der Versandstrategie, zum Beispiel Sammelversand statt Einzelpakete.

Jede Kostenposition lässt sich in Preis × Menge zerlegen. Die entscheidende Frage: Welcher der beiden Faktoren hat sich verändert, und um wie viel?

🎬 Vorstellung: Stell dir deinen Bildschirm vor: eine rote Zeile, 10.000 € Differenz. Olga erwartet am Montag deine Analyse. Welche zwei Zahlen brauchst du, um die Lücke aufzuklären?

Wo stecken die 10.000 Euro - und welche Hebel hast du?

Preis oder Menge - die Daten sprechen

Deine Recherche ergibt: Im Plan waren 50.000 Pakete zu je 1,50 € kalkuliert. Tatsächlich hat DHL den Stücktarif auf 1,70 € angehoben. Die Paketmenge blieb bei 50.000.

  • Preisabweichung: (1,70 - 1,50) × 50.000 = 10.000 €
  • Mengenabweichung: (50.000 - 50.000) × 1,50 = 0 €

Die gesamte Abweichung steckt im Tarif. Wäre stattdessen die Sommeraktion der Treiber gewesen (55.000 Pakete zum alten Tarif), läge die Mengenabweichung bei 7.500 € und die Preisabweichung bei null. Die Gegenmaßnahme wäre eine völlig andere: Versandstrategie statt Tarifverhandlung.

🔮 Bevor du weiterliest: Die Nachkalkulation zeigt noch eine zweite Abweichung: Kartonagen kosten 20 % mehr als geplant. Fallen dir drei verschiedene Ansätze ein, die an unterschiedlichen Stellen ansetzen?

Drei Kategorien gegen steigende Materialkosten

Kartonagen kosten jetzt 0,60 € statt 0,50 € pro Stück. Bei 100.000 Kartons pro Quartal sind das 10.000 € Mehrkosten. Drei Hebel:

  1. Neue Lieferanten anfragen oder einen Mengenrabatt ab 120.000 Stück verhandeln (Beschaffung). Das spart bis zu 15 %, kann aber Qualitätsschwankungen und längere Lieferzeiten mit sich bringen.
  2. Wechsel auf Recyclingkarton oder dünnere Wellpappe (Material). Spart 10-20 %, verbessert die CO2-Bilanz. Risiko: geringere Stabilität, mehr Transportschäden.
  3. Verpackungsgrößen reduzieren, Füllmaterial durch Papierpolster ersetzen (Prozess). Wirkung: 5-10 % weniger Materialverbrauch. Dafür steigt die Bruchquote bei empfindlicher Ware.

Die stärkste Wirkung entsteht durch Kombination aller drei Kategorien. Aber jede Maßnahme hat ein Risiko: Ein günstigerer Karton, der zu mehr Retouren führt, kann am Ende teurer werden als der Originalpreis.

Günstig versenden oder nachhaltig - geht beides?

Drei Optionen, kein klarer Sieger

Zurück zu Olgas Auftrag: Die Ursache der 10.000 € ist klar - reiner Tarifanstieg. Jetzt brauchst du eine Empfehlung. Drei Versandoptionen stehen zur Wahl:

Die günstigste Option (Standard) hat nach Express den höchsten CO2-Ausstoß. Die nachhaltigste kostet 30 % mehr und braucht einen Tag länger. Keine Option gewinnt in allen drei Kategorien.

Die Strategie entscheidet

Die Wahl hängt von der Unternehmensstrategie ab. Hat dein Shop ein Nachhaltigkeitsversprechen, ist der klimaneutrale Versand trotz Mehrkosten die konsistente Entscheidung. Positioniert sich der Shop über Schnelligkeit, bleibt Express gesetzt.

Ein Kompromiss aus der Praxis: Standard für Regelbestellungen, klimaneutraler Versand als wählbare Checkout-Option (Aufpreis trägt die Kundschaft), Express nur für Premium. So senkst du die Durchschnittskosten und verbesserst die CO2-Bilanz gleichzeitig.

🤔 Frage dich: Dein Geschäftsführer sagt: "Wir nehmen immer die günstigste Option. Nachhaltigkeit kostet nur Geld." Stimmt das wirklich, wenn du Kundenbindung, Markenimage und mögliche CO2-Abgaben einrechnest?

Teste dein Wissen

Deine Versandkosten sind um 10.000 € gestiegen. Du analysierst die Abweichung: Die Paketmenge stieg von 10.000 auf 12.000 Stück, während der Preis pro Paket stabil blieb. Welche Ursache liegt vor?

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