Unlauterer Wettbewerb

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, die rechtliche Zulässigkeit einer Streichpreiswerbung zu beurteilen ,

    indem am Beispiel 'Statt 199 € jetzt 99 €' die Anforderungen an einen ernsthaft verlangten Vorpreis geprüft und das Ergebnis mit mindestens zwei rechtlichen Argumenten begründet wird.

  2. Du bist in der Lage, die zentralen Tatbestände des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb zu erklären ,

    indem irreführende Werbung, Spitzenstellungswerbung und unzulässige Preiswerbung jeweils definiert und mit einem Beispiel aus dem Online-Handel erläutert werden.

  3. Du bist in der Lage, pauschale Werbeaussagen auf ihre rechtliche Zulässigkeit zu analysieren ,

    indem mindestens drei vorgegebene Aussagen (z. B. 'beste Hautcreme der Welt') auf Spitzenstellungs- oder Irreführungstatbestände untersucht und begründet eingeordnet werden.

Was macht einen Streichpreis rechtswidrig?

Eine Chat-Nachricht, 2.000 Euro Risiko

Freitagvormittag, 11:15 Uhr im Compliance-Büro. Deine Kollegin Layla zeigt dir eine Chat-Nachricht vom Onlineshop-Team: "Setz bei der ProBrew 3000 einen Streichpreis. Statt 199 € jetzt nur 99 €. Brauchen wir für die Frühjahrsaktion."

Layla hat im Warenwirtschaftssystem nachgesehen: Die Kaffeemaschine war seit Listung durchgehend für 109 € eingestellt. Die 199 € tauchen nirgends auf. Eine Abmahnung wegen irreführender Preisgestaltung kostet schnell 2.000 Euro plus Unterlassungserklärung. Bei Wiederholung drohen 5.000 Euro Vertragsstrafe pro Verstoß.

Zwei Argumente machen den Streichpreis rechtswidrig:

  1. Der Vorpreis von 199 € wurde nie ernsthaft verlangt. Ein fiktiver Referenzpreis ist irreführende Werbung nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).
  2. Die Preisangabenverordnung (PAngV) schreibt seit 2022 vor: Bei Streichpreisen muss der niedrigste Preis der letzten 30 Tage als Referenz dienen. Hier wäre das 109 €.

Drei Tatbestände, die im Online-Handel Abmahnungen auslösen

Laylas Fall ist kein Einzelfall. Das UWG kennt drei Tatbestände, die im E-Commerce besonders oft zu Abmahnungen führen:

  1. Irreführende Werbung: Unwahre oder täuschende Angaben über Preis, Eigenschaft oder Herkunft. Beispiel: Ein Shop bewirbt Kopfhörer als "kabellos", obwohl sie ein Ladekabel für den Dauerbetrieb brauchen.
  2. Sogenannte Spitzenstellungswerbung: Behauptungen wie "beste", "größte" oder "Nr. 1" ohne nachprüfbaren Beleg. Beispiel: "Deutschlands beliebtester Online-Shop" ohne repräsentative Studie.
  3. Unzulässige Preiswerbung: Streichpreise mit fiktivem Vorpreis oder Rabattangaben ohne klaren Bezugspreis. Genau Laylas Fall.
⚖️ Vergleich im Kopf: "Statt 109 € jetzt 99 €" vs. "Statt 199 € jetzt 99 €" - wo liegt der rechtliche Unterschied, obwohl der Endpreis identisch ist?

Welche Werbeversprechen halten einer Prüfung stand?

Drei Aussagen unter der Lupe

Drei Aussagen von Produktseiten im Online-Handel. Welche ist zulässig?

Aussage A: "Die nachweislich beste Hautcreme der Welt" - ohne Quellenangabe.

Doppelt problematisch. "Beste der Welt" ist Spitzenstellungswerbung. "Nachweislich" suggeriert einen wissenschaftlichen Beleg, der fehlt. Das erfüllt zusätzlich den Tatbestand der irreführenden Werbung.

Aussage B: "Nr. 1 bei Kundenzufriedenheit (TÜV-Studie 2024, n = 5.000)"

Zulässig. Die Spitzenstellung ist durch eine konkrete, nachprüfbare Studie belegt. Quelle, Jahr und Stichprobengröße sind angegeben.

Aussage C: "Jetzt 50 % günstiger!" - ohne Angabe des Bezugspreises.

Unzulässige Preiswerbung. Ohne erkennbaren Bezugspreis kann niemand prüfen, ob die 50 % stimmen. Das Muster ist identisch mit Laylas Streichpreis: Ein Preisvorteil wird behauptet, den die Daten nicht hergeben.

Laylas Antwort an das Onlineshop-Team

Layla hat dem Team geschrieben: "Streichpreis auf 199 € geht nicht. Der niedrigste Preis der letzten 30 Tage liegt bei 109 €. Erlaubt wäre: Statt 109 € jetzt 99 €."

Der Prozess dahinter: Vor jeder Preisaktion gleicht das Compliance-Team den geplanten Streichpreis mit dem tatsächlichen 30-Tage-Tiefstpreis im System ab. Ohne diese Prüfung geht kein Aktionspreis live. So wird aus einer riskanten Chat-Anweisung eine rechtssichere Aktion.

🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst einer neuen Auszubildenden Person in zwei Sätzen, woran sie erkennt, ob eine Werbeaussage im Online-Shop gegen das UWG verstößt - was sind die zwei entscheidenden Prüffragen?

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Welche Anforderung stellt §11 PAngV an die Werbung mit einem Streichpreis wie 'Statt 199 € jetzt 99 €'?

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