Stornoquote: Analyse und Ursachen

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, kundenseitige und systemseitige Stornierungen sowie ihre jeweiligen Ursachen zu unterscheiden ,

    indem für jeweils drei vorgegebene Fallbeispiele die Stornoart (kundenseitig oder systemseitig) korrekt zugeordnet, die typische Ursache in einem Stichpunkt benannt und die Entscheidung in einem Satz begründet wird.

  2. Du bist in der Lage, die Ursachen einer steigenden Stornoquote in Bestell- und Lagerdaten zu analysieren ,

    indem aus einem vorgegebenen Datensatz mindestens drei Auslöser (z. B. lange Lieferzeiten, Bestandslücken, Preisänderungen) abgeleitet und priorisiert werden.

  3. Du bist in der Lage, Maßnahmen zur Reduktion der Stornoquote hinsichtlich Wirksamkeit und Aufwand zu beurteilen ,

    indem drei Maßnahmen (z. B. realistische Lieferzeitanzeige, Bestandssynchronisation, Reservierungslogik) verglichen und eine begründete Empfehlung formuliert wird.

Warum hat sich die Stornoquote in zwei Wochen verdoppelt?

8,7 Prozent auf Ewas Dashboard

Freitag, 13:15 Uhr, Controlling-Raum. Deine Teamleiterin Ewa dreht den Bildschirm zu dir: Die Stornoquote ist innerhalb von zwei Wochen von 4,2 auf 8,7 Prozent gestiegen. Bei 2.000 Bestellungen pro Woche gehen rund 6.000 Euro Umsatz verloren. Im Report stehen sämtliche Stornierungen in einer einzigen Spalte. Ob die Kundschaft selbst storniert hat oder das System Bestellungen wegen Nichtverfügbarkeit gecancelt hat, lässt sich nicht erkennen.

Was passiert mit der Stornoquote, wenn die im Shop angezeigte Lieferzeit nicht zum realen Lagerbestand passt? Genau das könnte hier der Auslöser sein. Aber bevor du nach Ursachen suchst, brauchst du einen sauberen ersten Schritt: die Daten in zwei Stornoarten aufteilen.

Kundenseitig oder systemseitig?

Stornierungen fallen in zwei Kategorien:

Kundenseitige Stornierungen gehen von der Kundschaft aus. Typische Auslöser: Die angezeigte Lieferzeit ist zu lang, ein günstigeres Angebot taucht auf, oder ein Impulskauf wird kurz nach Bestellabschluss bereut.

Systemseitige Stornierungen löst das Shopsystem automatisch aus, wenn eine Bestellung nicht erfüllbar ist. Typische Auslöser: Der Artikel ist nicht mehr auf Lager, ein Lieferant meldet Ausfall, oder die Bestandsdaten waren zum Bestellzeitpunkt bereits veraltet.

Solange beide Typen in einer Spalte stehen, siehst du nur die Summe. Erst die Trennung zeigt, ob die Kundschaft abspringt oder das Lager das Problem ist.

🎬 Vorstellung: Stell dir Ewas Dashboard vor - links die kundenseitigen, rechts die systemseitigen Stornos als separate Balken. Welche Seite wäre bei einem Lagerproblem deutlich höher?

Welche Auslöser stecken in den aufgeteilten Daten?

Drei Muster im Storno-Report

Ewa hat die Daten getrennt. Ergebnis: 60 % der Stornierungen sind kundenseitig, 40 % systemseitig. Jetzt bohrst du tiefer. Aus den Bestell- und Lagerdaten lassen sich drei Hauptauslöser ableiten:

  1. Seit zwei Wochen zeigt der Shop für 12 Artikel "Lieferzeit 10 bis 14 Werktage" an. Lange Lieferzeiten treiben die kundenseitige Stornoquote dieser Artikel auf 18 % - dreimal so hoch wie im Sortimentsdurchschnitt.
  2. Das Lager meldet für 8 Artikel Nullbestand. In den letzten 14 Tagen hat das System 34 Bestellungen wegen Bestandslücken automatisch storniert, weil die Daten im Shop nicht synchron waren.
  3. Drei Artikel wurden vor zehn Tagen um 15 bis 20 % verteuert. Preisänderungen ließen die Stornoquote dieser Artikel von 3 auf 11 Prozent steigen.
🔮 Bevor du weiterliest: Welcher der drei Auslöser verursacht den größten Umsatzverlust - und warum ist es nicht automatisch der mit der höchsten Stornoquote?

Priorisierung nach Hebel

Die höchste Stornoquote (18 %) haben die Artikel mit langen Lieferzeiten. Aber der größte absolute Umsatzverlust entsteht dort, wo hohe Stornoquote und hoher Warenkorbwert zusammentreffen.

Die Bestandslücken betreffen zwar weniger Bestellungen (34 Stück), aber darunter sind hochpreisige Elektronik-Artikel mit einem durchschnittlichen Warenkorbwert von 180 Euro. Das ergibt allein 6.120 Euro entgangenen Umsatz in zwei Wochen.

Priorisierung heißt: nicht nur die Quote anschauen, sondern Quote mal Warenkorbwert mal Bestellvolumen rechnen. Erst diese Kombination zeigt, welcher Auslöser den größten finanziellen Hebel hat.

Welche Maßnahme lohnt sich zuerst?

Drei Optionen auf dem Tisch

Die Auslöser liegen auf dem Tisch. Aber welche Gegenmaßnahme setzt du zuerst um?

  1. Artikel beim Bestelleingang 30 Minuten reservieren, um Doppelverkauf zu verhindern - eine Reservierungslogik. Sie verhindert einen Teil der systemseitigen Stornos bei Restbestand. Viele Shopsysteme bieten das als Standardfunktion, die nur aktiviert werden muss. Aufwand: gering.
  2. Lagerbestand und Shop alle 15 Minuten abgleichen statt einmal täglich. Diese Echtzeit-Synchronisation beseitigt die Hauptursache der systemseitigen Stornos (veraltete Bestandsdaten), braucht aber Anpassung der IT-Infrastruktur. Aufwand: hoch.
  3. Die Lieferzeitanzeige automatisch aus Lagerdaten berechnen statt manuell pflegen. Das reduziert kundenseitige Stornos direkt, erfordert aber eine funktionierende Datenbasis aus Schritt 2. Aufwand: mittel.

Ewas Empfehlung

Ewa präsentiert dem Team eine klare Reihenfolge: Zuerst die Reservierungslogik aktivieren, weil der Aufwand gering und die Umsetzung sofort möglich ist. Parallel die Bestandssynchronisation als mittelfristiges Projekt starten, weil sie den größten Umsatzverlust adressiert. Die Lieferzeitanzeige wird im dritten Schritt angepasst, sobald die Datenbasis durch die Synchronisation verlässlich ist.

Aus einer unsortierten Spalte mit 8,7 % Stornoquote wurde ein priorisierter Maßnahmenplan. Der entscheidende Schritt war nicht die Maßnahme selbst, sondern die saubere Trennung der Daten am Anfang.

🤔 Frage dich: Dein Shop hat eine Stornoquote von 6 %. Du weißt nur, dass 80 % davon kundenseitig sind. Welche zwei Datenpunkte brauchst du als Nächstes, um die wichtigste Gegenmaßnahme zu bestimmen?

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Ein Kunde storniert seine Bestellung über sein Kundenkonto, weil er die Lieferzeit falsch eingeschätzt hat. Welche Stornoart liegt hier vor?

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