Nachhaltigkeit in der Kommissionierung

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, den wirtschaftlich-ökologischen Doppeleffekt der Leerfahrtenvermeidung im Kommissionierprozess zu analysieren ,

    indem für ein beschriebenes Schichtszenario die eingesparten Fahrzeugbetriebsstunden und die daraus resultierende CO2-Reduktion je vermiedener Leerfahrt berechnet sowie die wechselseitige Verstärkung beider Effekte in einer nachvollziehbaren Gegenüberstellung dargestellt werden.

  2. Du bist in der Lage, den Beitrag wiederverwendbarer Kommissionierbehälter zur CO2-Bilanz eines Lagers zu beurteilen ,

    indem Einwegverpackungen und Mehrwegbehälter anhand von mindestens drei quantifizierbaren Kriterien (z.B. Materialverbrauch je Auftrag, Reinigungsaufwand, Entsorgungskosten) systematisch gegenübergestellt und ein begründetes Urteil zur dauerhaften CO2-Wirkung formuliert wird.

  3. Du bist in der Lage, einen Aktionsplan zur Senkung von Energieverbrauch und Verpackungsabfall in einer Kommissionierzone zu entwerfen ,

    indem mindestens vier Maßnahmen aus den Bereichen Fahrzeugnutzung, Behälterwahl und Tourenplanung benannt, nach Umsetzbarkeit und Wirkung priorisiert und jeweils mit einer messbaren Zielgröße (z.B. Prozentsatz, Stückzahl, kWh) versehen werden.

Warum stehen Schnellläufer still und Presscontainer voll?

Zwei Probleme, eine Schicht

Montagvormittag, 11:00 Uhr in der Kommissionierzone. Dein Schnellläufer steht seit einer Stunde an der Ladestation - der Akku ist leer. Gleichzeitig quillt der Presscontainer über: 80 Zwischenbehälter aus Wellpappe und zwei Säcke Stretchfolie, alles von heute. Deine Teamleiterin Linh zeigt auf den Haufen und fragt: "Warum habt ihr nicht direkt in die Versandkartons gepickt?"

Jede Ladepause kostet 45 Minuten Kommissionierzeit. Die Entsorgung der Zwischenverpackungen schlägt pro Woche mit rund 300 Euro zu Buche. Zwei Probleme, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Aber Linh sieht den Zusammenhang: Beide entstehen durch denselben Kommissionierprozess.

Was hat der Ablauf mit der Umwelt zu tun?

Die Sortierung von Verpackungsfraktionen führt zur nächsten Frage: Wie vermeidest du diesen Müll von vornherein? Und der umweltschonende Fördermitteleinsatz hat dir gezeigt, wie Energiesparen beim Fahren funktioniert. Jetzt geht es um den Schritt davor.

Nicht das Gerät ist das Problem, sondern der Ablauf. Unnötige Wege fressen Akkuleistung. Zwischenbehälter erzeugen Verpackungsmüll, der bei einem anderen Abgabeverfahren gar nicht anfallen würde. Wie hätte ein anderer Kommissionierprozess beides gleichzeitig verhindern können?

🎬 Vorstellung: Stell dir deinen eigenen Kommissionierwagen vor - wie viele Zwischenbehälter landen bei dir pro Schicht im Müll, und wie oft fährst du denselben Gang zweimal?

Welche Stellschrauben hat die Kommissionierung?

Fünf Maßnahmen gegen Verschwendung

Um Linhs zwei Probleme zu lösen, gibt es fünf konkrete Stellschrauben:

  1. Wegeoptimierung - Aufträge bündeln und Routen so planen, dass jeder Gang nur einmal durchfahren wird. Weniger Strecke bedeutet weniger Stromverbrauch und weniger Ladepausen.
  2. Direkt in den Versandkarton picken (Pick-Pack) statt in Zwischenbehälter. Das spart Wellpappe, Folie und den Arbeitsschritt Umpacken.
  3. Mehrwegbehälter aus Kunststoff statt Einweg-Wellpappwannen einsetzen. Ein Mehrwegbehälter ersetzt über seine Lebensdauer Hunderte Einwegverpackungen.
  4. Beleuchtung in Lagergängen bedarfsgerecht schalten - Bewegungsmelder statt Dauerlicht. Gänge, in denen gerade niemand pickt, bleiben dunkel.
  5. Elektro-Flurförderzeuge mit Rekuperation und Standby-Modus nutzen. Beim Bremsen und Absenken fließt Energie zurück in den Akku.

Vom Prozess zur Umweltbelastung

Drei Beispiele zeigen, wie Prozessgestaltung und Umweltbelastung zusammenhängen:

Ein Schnellläufer, der pro Schicht 12 km statt 8 km fährt, verbraucht rund 50 % mehr Energie (linear angenommen - reale Steigerung kann durch Beschleunigung/Hubzyklen abweichen). Die zusätzlichen Kilometer entstehen durch doppelte Gangdurchfahrten und Umwege bei schlecht sortierten Aufträgen. Das ist der Faktor Stromverbrauch.

Bei 200 Picks pro Schicht fallen bis zu 80 Einweg-Wannen als Verpackungsmüll an. Wird stattdessen direkt in den Versandkarton gepickt, entfällt dieser Abfall komplett.

Jede Rückfahrt zum Ausgangspunkt ohne Auftrag ist eine Leerfahrt: verbrauchte Energie ohne Wertschöpfung. Durch optimierte Routenplanung lassen sich Leerfahrten um bis zu 30% reduzieren.

📝 Fasse mental zusammen: Fasse die fünf Maßnahmen zusammen - welche sparen primär Energie, welche primär Material, und welche beides?

Lohnt sich der Umbau?

Wegeoptimierung und Pick-Pack im Zahlenvergleich

Zwei der fünf Maßnahmen lassen sich besonders gut in Zahlen fassen:

Wegeoptimierung: Optimierte Routen sparen in Linhs Zone rund 25% Fahrweg pro Schicht. Der Stromverbrauch der Schnellläufer sinkt proportional. Der größere Hebel ist die Zeit: Wenn drei von zehn Geräten pro Tag eine Ladepause weniger brauchen, gewinnt das Team täglich über zwei Stunden produktive Kommissionierzeit. Auf 250 Arbeitstage gerechnet sind das rund 560 Stunden pro Jahr.

Pick-Pack: Der Umstieg auf direktes Verpacken in den Versandkarton eliminiert die 80 Einweg-Wannen pro Tag. Die Entsorgungskosten sinken von 300 Euro pro Woche auf nahezu null - das sind über 15.000 Euro Einsparung im Jahr. Gleichzeitig entfällt der komplette Arbeitsschritt Umpacken am Packtisch.

So hätte Linhs Montagvormittag aussehen können

Optimierte Route durch die Zone, kein Gang wird doppelt durchfahren, der Schnellläufer kommt mit einer Akkuladung durch die Schicht. Jeder Artikel wandert direkt in den Versandkarton. Am Presscontainer liegt am Ende des Tages nur noch die Stretchfolie von den angelieferten Paletten - nicht mehr die 80 Einweg-Wannen aus der Kommissionierung.

🤔 Frage dich: Dein Kollege sagt: "Pick-Pack lohnt sich nur bei kleinen, leichten Artikeln. Für schwere Teile brauchst du sowieso einen stabilen Zwischenbehälter." Was übersieht er dabei?

Teste dein Wissen

Linh zeigt auf den übervollen Presscontainer: 80 Wellpappe-Zwischenbehälter von heute. Welcher ökologische Effekt entsteht direkt durch die Verwendung dieser Einweg-Zwischenbehälter?

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