Arbeits- und Gesundheitsschutz im Lager

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, Die Vorschriften zu persönlicher Schutzausrüstung im Lager- und Wareneingangsbereich zu erklären ,

    indem für 4 typische Lagersituationen (Arbeiten im Tiefkühlhaus bei -18 °C, nasser Wareneingang mit Rutschgefahr, Schwerlasttransport ab 20 kg, Reinigung mit Ätzreinigern) die jeweils vorgeschriebene PSA mit gesetzlicher Begründung benannt wird.

  2. Du bist in der Lage, Ergonomische Hebe- und Tragetechniken im Lager anzuwenden ,

    indem das Anheben einer 25-kg-Last in 5 korrekten Schritten (gerader Rücken, Last körpernah, aus den Beinen) demonstriert wird.

  3. Du bist in der Lage, Die Schutzregelungen für Arbeiten im Tiefkühlhaus zu analysieren ,

    indem maximale Aufenthaltszeiten, Schutzkleidung und Pausenregelungen für -18 °C anhand eines konkreten Arbeitsauftrags abgeleitet werden.

Drei Risiken auf einmal - was änderst du sofort?

Dritter Sack, erster Stich

Du wuchtest gerade den dritten 25-kg-Sack Zwiebeln vom Boden auf die Palette. Mittwoch, 7:20 Uhr, Wareneingang der Großküche. Beim Aufrichten zieht es im unteren Rücken. Schmelzwasser von der TK-Lieferung steht auf den Fliesen. Dein Küchenchef Krzysztof ruft: "Danach holst du noch Kisten aus dem Tiefkühlhaus." Du trägst normale Küchenschuhe, eine Thermojacke hast du nicht dabei.

Drei Probleme gleichzeitig: falsches Heben, nasser Boden ohne passende Schuhe, Kältearbeit ohne Schutzkleidung. Jedes einzelne kann dich für Wochen aus dem Betrieb nehmen.

Andere Gefahren, andere Ausrüstung

Der Arbeitsschutz in der Küche deckt Risiken wie heiße Fette, scharfe Messer und rutschige Böden ab - im Lager verschieben sich die Gefahren: schwere Lasten statt heißer Pfannen, Industrieböden mit Schmelzwasser, minus 18 Grad statt Herdtemperatur. Andere Risiken erfordern andere Schutzausrüstung.

Für jede Lagersituation schreibt die Gefährdungsbeurteilung (§ 5 ArbSchG) eine bestimmte persönliche Schutzausrüstung (PSA) vor. Vier Situationen begegnen dir im Küchenalltag besonders häufig.

PSA für vier Lagersituationen

  1. Im Tiefkühlhaus (-18 °C): Thermojacke, Thermohandschuhe, Thermomütze. Unterkühlung droht bereits nach wenigen Minuten ohne Schutz (DGUV-Vorgaben für Kältearbeit).
  2. Bei Rutschgefahr im nassen Wareneingang: Sicherheitsschuhe der Klasse S2 mit rutschfester Sohle und Stahlkappe. Das ArbSchG verpflichtet den Betrieb, Sturzrisiken durch geeignete PSA zu minimieren.
  3. Beim Schwerlasttransport ab 20 kg: Sicherheitsschuhe mit Zehenschutz (mindestens S1). Herabfallende Lasten können Zehen brechen.
  4. Bei Reinigung mit Ätzreinigern: Chemikalienbeständige Schutzhandschuhe und Schutzbrille, bei starker Dampfentwicklung zusätzlich Atemschutz.
⚖️ Vergleich im Kopf: In der Küche trägst du rutschfeste Arbeitsschuhe gegen nasse Böden - im Lager brauchst du Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe. Worin liegt der entscheidende Unterschied?

Wie hebst du 25 kg ohne Rückenschaden?

Fünf Schritte für rückengerechtes Heben

Der Stich in deinem Rücken kam nicht vom Gewicht. 25 kg sind für den Körper machbar - wenn die Technik stimmt. Fünf Schritte schützen deine Bandscheiben:

  1. Nah an die Last herantreten, Füße schulterbreit neben den Sack stellen.
  2. In die Hocke gehen. Der Rücken bleibt gerade, die Kraft kommt aus den Beinen.
  3. Last mit beiden Händen körpernah greifen. Je weiter weg vom Körper, desto höher die Belastung auf die Lendenwirbelsäule.
  4. Aus den Beinen aufrichten. Knie langsam strecken, Rücken bleibt die ganze Zeit gerade.
  5. Last nah am Körper tragen. Richtungswechsel immer mit den Füßen - nie durch Verdrehen des Oberkörpers.

Warum die Technik so entscheidend ist

Ein 25-kg-Sack, mit rundem Rücken gehoben, belastet die untere Lendenwirbelsäule mit einem Vielfachen des Sackgewichts. Bei gebeugtem Rücken konzentriert sich die gesamte Kraft auf eine kleine Fläche der Bandscheibe. Die Folge: Mikrorisse im Faserring, die sich über Monate zu einem Bandscheibenvorfall entwickeln können. Mit 17 oder 18 Jahren bedeutet das sechs Wochen Ausfall - und einen Rücken, der nie wieder voll belastbar ist.

🎬 Vorstellung: Stell dir vor, du stehst jetzt vor dem vierten Sack Zwiebeln. Geh die fünf Schritte im Kopf durch: Wo stehen deine Füße? Wie tief gehst du in die Hocke? Wo greifen deine Hände?

Was gilt im Tiefkühlhaus bei minus 18 Grad?

Aufenthaltszeiten, Schutzkleidung, Pausen

Krzysztof wartet auf die Kisten. Bevor du das Tiefkühlhaus betrittst, brauchst du drei Informationen: wie lange du bleiben darfst, was du anziehst und wann du Pause machst.

Bei minus 18 °C gelten nach den DGUV-Vorgaben klare Richtwerte:

  • Aufenthaltszeit: maximal 60 Minuten am Stück.
  • Danach mindestens 15 Minuten Aufwärmpause in einem beheizten Raum.
  • Schutzkleidung: Thermojacke, Thermohose, isolierte Handschuhe, Mütze und Sicherheitsschuhe mit Kälteschutz.
  • Für Auszubildende unter 18 gilt zusätzlich das JArbSchG (Jugendarbeitsschutzgesetz): Kältearbeit nur unter Aufsicht und mit vollständiger Schutzausrüstung.

So hätte es am Mittwochmorgen laufen müssen

Vor dem ersten Sack: Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und rutschfester Sohle anziehen. Beim Heben alle fünf Schritte einhalten. Vor dem Gang ins Tiefkühlhaus: Thermojacke, Thermohandschuhe und Mütze holen, die 60-Minuten-Grenze im Kopf behalten.

Alle drei Risiken aus dem Wareneingang sind lösbar, bevor etwas passiert. Die PSA liegt im Betrieb bereit. Die Hebetechnik ist in zwei Minuten abrufbar. Die Aufenthaltszeiten stehen am Eingang des Tiefkühlhauses.

🤔 Frage dich: Dein Kollege sagt: "Bei minus 18 Grad halte ich es locker zwei Stunden aus, solange ich mich bewege." Warum ist diese Einschätzung gefährlich?

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Dein Betrieb hat dich zur Reinigung des Wareneingangsbereichs mit Ätzreinigern eingeteilt (täglich 2,5 Stunden). Welche Maßnahmen nach TRGS 401 sind Arbeitgeber-Pflicht?

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