Personalhygiene in der Küche

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, Die zentralen Regeln zu Küchenkleidung, Schmuck, Kopfbedeckung und Händehygiene vor und während der Lebensmittelverarbeitung zu erläutern ,

    indem mindestens 8 verbindliche Regeln aus mindestens 3 Kategorien (Bekleidung, Körperpflege, Hygieneverhalten) mit ihrer jeweiligen Begründung korrekt und vollständig wiedergegeben werden.

  2. Du bist in der Lage, Die fachgerechte Händewaschung und -desinfektion durchzuführen ,

    indem die 6 Schritte nach DIN EN 1500 in der vorgeschriebenen Reihenfolge und Dauer demonstriert werden.

  3. Du bist in der Lage, Die Tätigkeitsverbote bei Erkrankungen und Hautverletzungen nach Infektionsschutzgesetz zu analysieren ,

    indem für 4 Fallbeispiele (Durchfall, eitrige Wunde, Erkältung, Hautausschlag) die zulässigen und unzulässigen Tätigkeiten begründet abgeleitet werden.

Was muss sich ändern, bevor du Lebensmittel anfasst?

Gestoppt vor dem ersten Handgriff

Du greifst gerade nach deiner Kochjacke. Donnerstagvormittag, 06:00 Uhr im Umkleidebereich. An deinem Finger steckt ein schmaler Silberring, über einer Schnittwunde vom Wochenende klebt ein normales Pflaster. Deine Schichtleitung stoppt dich: "So gehst du nicht an die Lebensmittel."

Die Unterscheidung von Personal-, Betriebs- und Produkthygiene ist die Grundlage für die konkreten Regeln, die jetzt greifen: Du bist mitten in der Personalhygiene. Ring und Pflaster verletzen gleich zwei Vorschriften. Welche genau, und warum?

Acht Regeln aus drei Kategorien

Die Regeln gliedern sich in Bekleidung (1-4), Körperpflege (5-6) und Hygieneverhalten (7-8):

  1. Saubere Kochkleidung täglich wechseln - Textilien transportieren Keime über Stunden
  2. Geschlossene, rutschfeste Schuhe gegen Verbrühungen und Schnitte
  3. Kopfbedeckung tragen - Haare dürfen nicht ins Essen fallen
  4. Privatkleidung bleibt im Spind - Straßenkleidung bringt Keime von draußen mit
  5. Fingernägel kurz und unlackiert - unter Nägeln und Lack sammeln sich Bakterien
  6. Kein Schmuck an Händen und Unterarmen - unter Ringen bilden sich feuchte Keimherde
  7. Hände waschen und desinfizieren vor Arbeitsbeginn, nach Toilettengang, nach Niesen, nach Abfallkontakt
  8. Wunden mit wasserdichtem Verband plus Fingerling abdecken - Blut und Keime dürfen nicht an Lebensmittel gelangen

Hände richtig waschen und desinfizieren: 6 Schritte

  1. Hände unter fließendes Wasser halten
  2. Flüssigseife aufnehmen
  3. Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen, Fingerspitzen und Handgelenke mindestens 20 Sekunden einseifen
  4. Gründlich unter fließendem Wasser abspülen
  5. Mit Einmalhandtuch abtrocknen (kein Gemeinschaftshandtuch)
  6. Desinfektionsmittel auftragen und 30 Sekunden einreiben
⚖️ Vergleich im Kopf: Im Service tragen Beschäftigte häufig Schmuck und offene Haare - in der Küche ist beides verboten. Warum gelten beim direkten Zubereiten strengere Regeln als beim Servieren fertiger Speisen?

Krank zur Schicht - wann ist Schluss?

Vier Fälle nach Infektionsschutzgesetz

Das Infektionsschutzgesetz (§42 IfSG) regelt, wer Lebensmittel anfassen darf:

Wer an Durchfall oder Erbrechen leidet, hat sofortiges Tätigkeitsverbot. Erreger wie Salmonellen übertragen sich über kleinste Spuren an den Händen. Du darfst erst zurück, wenn die Symptome mindestens 48 Stunden abgeklungen sind.

Eine eitrige Wunde an der Hand führt ebenfalls zum Tätigkeitsverbot. Eiter enthält Staphylokokken, die schwere Lebensmittelvergiftungen auslösen. Kleine, saubere Wunden deckst du mit wasserdichtem Verband plus Fingerling ab und arbeitest weiter.

Bei starker Erkältung darfst du nicht an offenen Speisen arbeiten - Tröpfchen beim Husten gelangen direkt auf Lebensmittel. Aufgaben ohne Lebensmittelkontakt (z.B. Spülküche) bleiben möglich.

Ein Hautausschlag an Händen erfordert ärztliche Abklärung. Bei infektiöser Ursache (z.B. Pilzinfektion) gilt Tätigkeitsverbot, bei nicht-infektiöser Ursache entscheidet die ärztliche Beurteilung.

Dein Fall aus dem Umkleidebereich

Ring ab - unter dem Metall sammeln sich genau die Keime, die Regel 6 verhindern soll. Dein normales Pflaster reicht nicht: Es ist nicht wasserdicht und kann sich lösen. Ersetze es durch einen wasserdichten Verband mit Fingerling, wasche und desinfiziere deine Hände nach den 6 Schritten. Dann darfst du an die Gemüsevorbereitung.

Wäre die Schnittwunde allerdings eitrig, sähe es anders aus: Dann gilt Tätigkeitsverbot, bis die Entzündung abgeklungen ist. Der Unterschied zwischen "weiterarbeiten" und "nach Hause gehen" liegt oft an einem einzigen Merkmal.

🤔 Frage dich: Was ist der Unterschied zwischen einer kleinen Schnittwunde mit sauberem Verband und einer eitrigen Wunde - warum darf die eine Person weiterarbeiten und die andere nicht?

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