Was passiert, wenn Scherben und Fett im selben Sack landen?
Alles in einem Sack?
Was passiert, wenn Gemüseabschnitte, Glasscherben, Plastikfolie und altes Frittierfett in denselben Müllsack kommen?
Dienstagabend, 18:30 Uhr, Abfallbereich der Küche. Dein Kollege Walid hat nach dem Service einen Sack zugebunden, in dem alles durcheinander steckt. Die Scherben können den Sack durchstechen und Schnittverletzungen verursachen. Das Frittierfett kann sich im Pressbehälter entzünden. Der Entsorger berechnet ab 200 Euro Nachsortiergebühr pro Vorfall.
Die Reinigung klärt, wie dein Arbeitsplatz sauber wird. Jetzt geht es darum, wohin der Abfall danach gehört.
Sechs Fraktionen, sechs Wege
In der Küche fallen sechs Abfallfraktionen an, die getrennt gesammelt werden:
- Gemüseschalen und Speisereste in den Bioabfall (braune Tonne)
- Frittier- und Bratfett in den separaten Altfett-Kanister, nie in den Ausguss
- Flaschen und Scherben nach Farbe sortiert in den Glascontainer
- Kartons und sauberes Papier in die blaue Tonne
- Plastikfolien, Dosen und Verbundmaterial als Verpackungen (gelber Sack)
- Alles Übrige: Restmüll (schwarze Tonne)
Scherben und Klingen sicher entsorgen
Zerbrochenes Glas und Klingenstücke sind die häufigste Verletzungsquelle bei der Küchenentsorgung. Drei Schutzmaßnahmen sind Pflicht:
- Scherben in mehrere Lagen Zeitungspapier einwickeln, sodass keine Spitze durchsticht
- Das Paket deutlich kennzeichnen ("Vorsicht Glas" oder rotes Klebeband)
- Scherben in einen separaten Behälter geben, nie lose in den Müllsack
Wer Scherben ungesichert in den Biomüll wirft, riskiert Schnittwunden bei allen, die den Sack später anfassen: Kollegschaft, Reinigungspersonal, Entsorgungsteam.
⚖️ Vergleich im Kopf: Was passiert mit einer Glasscherbe im Biomüll-Behälter vs. in einem gekennzeichneten Scherbenbehälter — wer ist jeweils gefährdet?
Wie hätte Walid den Abfall richtig getrennt?
Walids Sack aufgelöst
So hätte die korrekte Entsorgung aus Walids Sack ausgesehen:
- Gemüseschalen in den Bioabfall (braune Tonne)
- Glasscherben in Zeitungspapier einwickeln, kennzeichnen, in den Glascontainer
- Plastikfolie zu den Verpackungen (gelber Sack)
- Frittierfett in den Altfett-Kanister, verschlossen lagern bis zur Abholung
Vier Handgriffe statt einem. Kein Verletzungsrisiko, keine Brandgefahr, keine Nachsortiergebühr. Im Arbeitsalltag trennst du am besten direkt beim Anfallen: Biomüll-Eimer neben dem Schneidebrett, Altfett-Kanister neben der Fritteuse, Verpackungssack am Wareneingang.
Was spart der Betrieb durch Trennung?
Die konsequente Abfalltrennung zahlt sich wirtschaftlich aus. Gemischter Gewerbemüll kostet je nach Region 250 bis 400 Euro pro Tonne. Korrekt getrennter Bioabfall liegt bei 60 bis 120 Euro. Wer sauber trennt, senkt die Entsorgungskosten um 30 bis 50 Prozent. Dazu kommen vermiedene Nachsortiergebühren und der Erlös aus Altfett, das zu Biodiesel verarbeitet wird.
Gleichzeitig profitiert die Umwelt: Bioabfall wird kompostiert oder zu Biogas vergoren statt verbrannt. Glas und Papier gehen zurück in den Kreislauf. Die Recyclingquote steigt mit jeder korrekt getrennten Fraktion.
🤔 Frage dich: Dein Kollege sagt: "Altfett kippe ich in den Ausguss, das ist doch flüssig und fließt ab." Warum ist das falsch?
Teste dein Wissen
Du räumst nach dem Service die Küche auf. Welche Abfallfraktion gehört in den gekennzeichneten Behälter für Bioabfall?