Umsatzsteuer: Vorsteuer und Umsatzsteuer

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, den Umsatzsteuerkreislauf zwischen Lieferant, Händler, Endkunde und Finanzamt zu analysieren ,

    indem an einer Liefer- und Rechnungskette mit drei Stufen dargestellt wird, wer wann welche Steuer abführt und wer die Steuerlast wirtschaftlich trägt.

  2. Du bist in der Lage, den Unterschied zwischen Vorsteuer und Umsatzsteuer zu erklären ,

    indem an mindestens zwei E-Commerce-Beispielen der Entstehungszeitpunkt, die Zahlungsrichtung und die Rolle des Finanzamts korrekt beschrieben sowie die Unterschiede zwischen Vorsteuer beim Einkauf und Umsatzsteuer beim Verkauf klar herausgearbeitet werden.

  3. Du bist in der Lage, die Umsatzsteuerzahllast eines Online-Händlers zu berechnen ,

    indem aus mindestens 5 vorgegebenen Eingangs- und Ausgangsrechnungen Vorsteuer und Umsatzsteuer ermittelt und korrekt verrechnet werden.

Warum überweist dein Shop nicht die vollen 9.500 Euro ans Finanzamt?

Zahlen, die nicht zusammenpassen

Freitag, 14 Uhr, Buchhaltungs-Schulung. Auf dem Bildschirm leuchtet die Buchhaltungssoftware deines Online-Shops. Deine Teamleitung bittet dich, die Umsatzsteuervoranmeldung vorzubereiten. Die Zahlen vom letzten Monat: 9.500 Euro Umsatzsteuer von Kund:innen kassiert, 6.200 Euro Umsatzsteuer auf den Einkaufsrechnungen bezahlt. Du sollst den Betrag berechnen, der ans Finanzamt geht. Aber warum nicht einfach die vollen 9.500 Euro?

Beim Thema Belegarten hast du gesehen, dass jede ordnungsgemäße Rechnung den Umsatzsteuerbetrag als Pflichtangabe enthält. Genau diese Steuerbeträge auf deinen Ein- und Ausgangsrechnungen sind jetzt der Schlüssel.

Zwei Namen, eine Steuer

Die Steuer heißt immer Umsatzsteuer. Der Name ändert sich je nach Blickrichtung:

Beim Verkauf stellst du deinen Kund:innen Umsatzsteuer in Rechnung. Die 9.500 Euro kassierst du, musst sie aber ans Finanzamt weiterleiten.

Beim Einkauf zahlst du selbst Umsatzsteuer an deine Lieferanten. Aus deiner Sicht heißt dieser Betrag Vorsteuer. Die 6.200 Euro darfst du dir vom Finanzamt zurückholen.

Die Verrechnung ergibt die Zahllast: 9.500 Euro minus 6.200 Euro = 3.300 Euro. Genau diesen Betrag überweist dein Shop ans Finanzamt.

🎬 Vorstellung: Denk an eine Einkaufsrechnung aus deinem Betrieb - der Umsatzsteuerbetrag darauf ist aus Sicht deines Unternehmens die Vorsteuer.

Wer trägt die Steuerlast am Ende?

Der Umsatzsteuerkreislauf in drei Stufen

Die Umsatzsteuer wandert in einer Kette durch mehrere Hände:

  1. Der Lieferant verkauft Ware an deinen Shop und berechnet 6.200 Euro Umsatzsteuer. Seinen Anteil führt er ans Finanzamt ab.
  2. Dein Shop verkauft an Endkund:innen und kassiert 9.500 Euro Umsatzsteuer. Ans Finanzamt geht nur die Zahllast: 9.500 minus 6.200 = 3.300 Euro.
  3. Das Finanzamt erhält von allen Stufen der Kette zusammen genau 9.500 Euro. Das ist exakt der Betrag, den die Endkund:innen bezahlt haben.

Die Endkund:innen tragen die gesamte Steuerlast. Sie können keine Vorsteuer abziehen, weil sie kein Unternehmen sind. Dein Shop und der Lieferant leiten die Steuer nur durch. Falsch berechnete Zahllast bedeutet Nachzahlung, Verspätungszuschläge und im schlimmsten Fall eine Betriebsprüfung.

🤔 Frage dich: Schätze: Ein Online-Shop kauft im März für netto 40.000 Euro Ware ein und verkauft für netto 65.000 Euro. Bei 19 % Umsatzsteuer - wie hoch ist die Zahllast ungefähr?

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Du berechnest die Zahllast für deinen Online-Shop. Warum darfst du die 9.500 Euro Umsatzsteuer nicht einfach komplett an das Finanzamt überweisen?

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