Rechtsfolgen abschätzen

3 min 2 Abschnitte
Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, die eigene rechtliche Verantwortung bei Veröffentlichungen im Shop unter Zeitdruck zu analysieren ,

    indem ein Fall der ungeprüften Bildübernahme analysiert und mindestens 3 Prüfschritte zur eigenen Absicherung formuliert werden, wobei jeder Schritt die zu prüfende Quelle oder Stelle (z. B. Lizenzangabe, Bildagentur, internes Freigabeprotokoll) konkret benennt.

  2. Du bist in der Lage, die Rechtsfolgen typischer Verstöße im Onlineshop (fehlender Grundpreis, fehlende Pflichtangaben, ungenehmigte Bildnutzung) zu beurteilen ,

    indem für 3 Fallbeispiele jeweils mögliche Sanktionen (Abmahnung, Unterlassungserklärung, Schadensersatz) mit Kostenrahmen plausibel eingeschätzt werden.

  3. Du bist in der Lage, eine Rechtssicherheits-Checkliste für die Produktveröffentlichung zu erstellen ,

    indem mindestens 8 Prüfpunkte zu Pflichtangaben, Preisangaben, Bildrechten und Kennzeichnungspflichten formuliert und priorisiert werden.

Welche Risiken stecken in einer schnell eingestellten Produktseite?

Drei Fehler, eine Produktseite

Olga tippt die letzten Produktdaten ins Backend. Samstag, 12 Uhr, sie sitzt allein im E-Commerce-Büro. Das neue Shampoo muss Montag früh live gehen, die Teamleiterin hat schon zweimal nachgefragt. Jetzt fehlt ein Bild. Auf Pinterest findet Olga ein perfektes Foto und zieht es per Rechtsklick auf den Desktop. Den Grundpreis pro 100 ml hat sie noch nicht berechnet. Die Inhaltsstoffe liegen nur auf Englisch vor.

Was passiert, wenn diese Seite online geht, obwohl die Grundpreisangabe aus der PAngV fehlt und die Informationspflichten nicht erfüllt sind?

Auf Olgas Seite stecken drei Verstöße gleichzeitig:

  1. Urheberrechtsverletzung durch das Pinterest-Bild ohne Lizenz
  2. Fehlender Grundpreis pro 100 ml (PAngV-Verstoß)
  3. Inhaltsstoffe nur auf Englisch statt auf Deutsch (fehlende Pflichtangabe nach LMIV)

Was droht pro Verstoß?

Jeder Fehler kann eine eigene Abmahnung auslösen:

Die Unterlassungserklärung beim Bildrechtsverstoß bindet das Unternehmen oft 30 Jahre. Bei erneutem Verstoß wird eine Vertragsstrafe fällig, häufig 5.000 Euro pro Fall. Zusammengerechnet können Olgas drei Fehler über 10.000 Euro kosten.

⚖️ Vergleich im Kopf: Bei welchem der drei Verstöße reicht eine Korrektur der Produktseite, und bei welchem bleibt eine jahrzehntelange Verpflichtung bestehen?

Wie sicherst du dich vor der Veröffentlichung ab?

Drei Prüfschritte bei Bildübernahme

Bevor ein Bild in den Shop kommt, prüfst du drei Quellen:

  1. Lizenzangabe auf der Bildquelle: Gibt es einen Copyright-Hinweis, eine Creative-Commons-Lizenz oder einen Stockfoto-Vermerk? Ohne klare Lizenz ist das Bild tabu.
  2. Agentur-Vertrag bei gekauften Bildern: Prüfe den Lizenztyp (Standard oder erweitert). Eine Standard-Lizenz erlaubt oft keine Nutzung in bezahlten Werbeanzeigen.
  3. Internes Freigabeprotokoll: Dokumentiere, wer das Bild freigegeben hat, welche Lizenz vorliegt und bis wann die Nutzung gilt.

Rechtssicherheits-Checkliste vor dem Go-live

Acht Prüfpunkte, sortiert nach Abmahnrisiko:

  1. Bildrechte geklärt und dokumentiert?
  2. Endpreis inkl. MwSt. korrekt ausgewiesen?
  3. Grundpreis pro Mengeneinheit angegeben?
  4. Versandkosten und Lieferzeit sichtbar?
  5. Produktspezifische Kennzeichnung vorhanden (LMIV, Textilkennzeichnung, Energielabel)?
  6. Alle Pflichtangaben auf Deutsch?
  7. Herstellerangaben und ggf. Importeur genannt?
  8. Widerrufsbelehrung und AGB verlinkt?

Olgas Shampoo-Seite hätte bei Punkt 1, 3 und 6 nicht bestanden. Alle drei Fehler wären vor dem Go-live aufgefallen.

🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst einer neuen Auszubildenden Person, warum sie bei Zeitdruck trotzdem nie ein Bild ohne Lizenzprüfung verwenden darf — mit welchen zwei Argumenten überzeugst du sie?

Teste dein Wissen

Olga hat für das neue Shampoo ein Bild von Pinterest ohne Lizenz in den Onlineshop hochgeladen. Welche rechtliche Konsequenz droht dem Unternehmen primär?

Bereit für mehr?

Thema verstanden?

Teste dein Wissen interaktiv in unserer App. 7 Tage kostenlos, dann nur 5 € im Monat.

DSGVO-konform. Deine Daten auf deutschen Servern.