Was tust du, wenn das Datenblatt die eine Pflichtangabe nicht enthält?
15 Jacken, eine Lücke, 1.500 Euro Risiko
Was passiert, wenn im Herstellerdatenblatt genau die Angabe fehlt, ohne die dein Artikel nicht online gehen darf?
Dein Kollege Minh pflegt am Donnerstagvormittag Produktdaten für 15 neue Textiljacken ins Shopsystem ein. 12:45 Uhr, noch 14 Artikel offen. Maße, Gewicht, Pflegehinweise: Attribut für Attribut überträgt er die Werte aus dem Datenblatt in die Datenbankfelder. Beim sechsten Artikel stoppt er. Die Materialzusammensetzung fehlt komplett. Ohne diese Angabe darf der Artikel laut Textilkennzeichnungsverordnung nicht online gehen. Verstoß: bis zu 1.500 Euro pro Artikel. Die Teamleitung will alle 15 Jacken bis morgen früh live haben.
Wie überträgst du die vorhandenen Daten fehlerfrei, und woher bekommst du die fehlende Angabe?
Feld für Feld: So landen Spezifikationen korrekt im System
Jedes Attribut aus dem Herstellerdokument gehört ins richtige Datenbankfeld, in der richtigen Einheit, vollständig. Drei typische Fehlerquellen:
- Maße in cm eingetragen, obwohl das Feld mm verlangt - immer die Einheit im Zielfeld prüfen
- Gewicht brutto statt netto übernommen - die Feldbezeichnung genau lesen
- "Baumwolle" statt "100 % Baumwolle" eingetragen - Materialangaben brauchen den Prozentanteil
Minhs Vorgehen: Datenblatt neben der Eingabemaske öffnen, Feld für Feld abarbeiten. Nach jedem Attribut ein kurzer Abgleich: Stimmt der Wert? Stimmt die Einheit? Stimmt das Zielfeld? Bei 10 Attributen pro Artikel dauert das 3 Minuten pro Jacke. Korrekturen im Nachhinein kosten ein Vielfaches.
🤔 Frage dich: Wie würdest du vorgehen, wenn das Herstellerdatenblatt die Maße in Zoll angibt, dein Shopsystem aber Zentimeter verlangt?
Woher bekommst du fehlende Produktdaten?
Drei Lücken, drei Lösungswege
Minh hat 14 Artikel sauber übertragen. Aber der sechste bleibt offen. Fehlende oder widersprüchliche Daten kommen im E-Commerce regelmäßig vor. Drei typische Fälle:
- Materialangabe fehlt: Hersteller per E-Mail kontaktieren, Artikelnummer und eine konkrete Frist nennen. Parallel im Lieferantenportal nach einem hinterlegten Datenblatt suchen.
- Datenblatt fehlt komplett: Beim Einkauf nachfragen, ob ein alternatives Dokument vorliegt. Manche Hersteller pflegen ihre Daten nur auf der eigenen Website oder auf dem Produktetikett.
- Angaben widersprechen sich (Website sagt "Polyester", Datenblatt sagt "Nylon"): Beim Hersteller ein Prüfzertifikat anfordern. Nie die günstigere Angabe raten.
Grundregel: Lieber einen Artikel aus dem Batch herausnehmen und die restlichen fristgerecht freigeben, als eine Pflichtangabe zu erfinden.
Minhs Jacke: Deine Erklärung zählt
So hätte Minh es lösen können: Hersteller per E-Mail kontaktieren, Artikelnummer nennen, Antwort bis Feierabend erbitten. Falls keine Rückmeldung kommt, die sechste Jacke aus dem Batch nehmen und die restlichen 14 fristgerecht freigeben. 1.500 Euro Abmahnrisiko gespart, Saisonstart für 14 von 15 Artikeln gehalten.
🧑🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst einer neuen Auszubildenden Person, warum du einen Artikel lieber einen Tag später freigibst, als die Materialangabe zu schätzen. Wie würdest du das in zwei Sätzen begründen?
Teste dein Wissen
Du pflegst Produktdaten für Textiljacken ein. Die Materialzusammensetzung fehlt im Datenblatt. Warum darfst du den Artikel ohne diese Angabe nicht online stellen?