Umtausch bearbeiten

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Was du nach diesem Konzept kannst 2
  1. Du bist in der Lage, einen Größenumtausch im ERP-System anzuwenden ,

    indem die Retoure korrekt erfasst, der Lagerbestand angepasst und der Versand des Ersatzartikels in mindestens 4 Buchungsschritten ausgelöst wird, wobei alle Schritte vollständig und in der richtigen Reihenfolge ausgeführt werden.

  2. Du bist in der Lage, den Ablauf eines Umtauschs im E-Commerce zu erläutern ,

    indem die mindestens 5 Prozessschritte vom Eingang der Retoure über die Prüfung bis zum Versand des Ersatzartikels in korrekter Reihenfolge beschrieben werden.

Warum gibt es im ERP keinen Umtausch-Button?

Retoure gescannt, aber was jetzt?

Du hast gerade eine Jeans in Größe M gescannt. Mittwochnachmittag, Retourenarbeitsplatz. Auf dem Retourenschein steht: Umtausch, bitte Größe L. Beim Widerruf letzte Woche war der Ablauf klar: Wareneingang buchen, Zustand prüfen, Rückzahlung freigeben, Status setzen, fertig. Aber diesmal soll kein Geld zurück. Der Kunde will eine andere Größe.

Du öffnest das ERP-System und suchst nach einem Button für "Umtausch". Es gibt keinen. Nur "Retoure" und "Neubestellung". Buchst du nur die Retoure, wartet der Kunde vergeblich auf seine Hose. Legst du eine normale Neubestellung an, zahlt er doppelt oder ihr verschenkt Ware. Beides erzeugt Reklamationen und Mehrarbeit.

Welche Schritte brauchst du, damit Retoure und Ersatzversand sauber verknüpft sind?

Fünf Schritte vom Retoureneingang bis zur neuen Hose

Ein Umtausch ist im System kein einzelner Vorgang, sondern eine Retoure plus ein verknüpfter Ersatzauftrag. Die fünf Schritte in der richtigen Reihenfolge:

  1. Retoure erfassen: Barcode vom Retourenschein scannen, Bestellung im System aufrufen.
  2. Zustand der Ware prüfen: Ist die Jeans ungetragen, mit Etikett, in Originalverpackung?
  3. Retoure einbuchen: Artikel zurück ins Lager, Bestand der Größe M wird um 1 erhöht.
  4. Ersatzauftrag anlegen und mit der Retoure verknüpfen: Größe L als Ersatzlieferung, keine neue Zahlung.
  5. Versand auslösen: Größe L wird kommissioniert, verpackt und verschickt.

Die Verknüpfung in Schritt 4 ist der entscheidende Unterschied zum Widerruf. Ohne sie existieren Retoure und Neubestellung als zwei getrennte Vorgänge im System.

🔮 Bevor du weiterliest: Was passiert, wenn du die Retoure buchst, aber den Ersatzversand als ganz normale Neubestellung anlegst, ohne die beiden Vorgänge zu verknüpfen?

Wie sieht das konkret im ERP aus?

Vier Buchungsschritte am Beispiel der Jeans

Jetzt gehst du die Buchung Schritt für Schritt durch. Die Jeans Größe M liegt vor dir, Bestell-Nr. 4471820.

Schritt 1 — Retoure erfassen: Im Retourenmodul gibst du die Bestell-Nr. ein. Als Retourengrund wählst du "Umtausch/Größe". Der Artikel Jeans Slim M wechselt auf Status "zurückgenommen".

Schritt 2 — Lagerbestand anpassen: Das System fragt, ob der Artikel wieder eingelagert wird. Du bestätigst. Der Bestand für Jeans Slim M steigt von 23 auf 24.

Schritt 3 — Ersatzauftrag anlegen: Hier passiert das Entscheidende. Du legst einen neuen Auftrag für Jeans Slim L an und verknüpfst ihn mit der Retoure über die Verknüpfungs-ID. Dadurch erkennt das System: Dieser Versand ist ein Umtausch, keine Neubestellung. Es wird keine Zahlung ausgelöst.

Schritt 4 — Versand freigeben: Der Ersatzauftrag geht in die Kommissionierung. Größe L wird gepickt, verpackt und an den Kunden verschickt.

Zwei Fehler, die teuer werden

Ohne die Verknüpfung in Schritt 3 passiert genau das, was du vielleicht vorhergesagt hast:

  • Fehlende Verknüpfung: Das System behandelt den Ersatzauftrag als Neukauf. Der Kunde bekommt eine zweite Rechnung. Der Kundenservice muss die Zahlung stornieren, der Kunde ist verärgert.
  • Lagerbestand nicht zurückgebucht: Die Jeans M liegt physisch im Regal, existiert aber im System nicht. Beim nächsten Bestelleingang zeigt das ERP "nicht verfügbar", obwohl die Hose da ist. Ergebnis: entgangener Umsatz.

Beide Fehler erzeugen Folgeaufwand, der ein Vielfaches der ursprünglichen Buchungszeit kostet.

Was machst du bei einem anderen Umtausch?

Neues Szenario: Sneaker gegen ein anderes Modell

Eine Kundin schickt weiße Sneaker (Modell "Urban", Größe 39, Bestell-Nr. 5583201) zurück. Auf dem Retourenschein steht: Umtausch gegen Modell "Classic" in Größe 39, gleicher Preis. Die Sneaker sind sauber, Originalkarton dabei, Etikett dran.

Der Unterschied zum Jeans-Fall: Hier wechselt nicht nur die Größe, sondern das komplette Modell. Am Prozess ändert sich trotzdem nichts. Die vier Buchungsschritte bleiben identisch. Nur die Artikelnummer im Ersatzauftrag ist eine andere.

Entscheidend bleibt die Verknüpfungs-ID zwischen Retoure und Ersatzauftrag. Egal ob Größentausch oder Modelltausch: Ohne diese Verknüpfung zerfällt der Umtausch im System in zwei getrennte, widersprüchliche Vorgänge.

🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst einer neuen Auszubildenden in drei Sätzen, warum ein Umtausch im ERP-System immer aus zwei verknüpften Vorgängen besteht und nicht einfach ein Tausch ist. Wie würdest du es formulieren?

Teste dein Wissen

Du bearbeitest eine Retoure, bei der die Kund:in einen Umtausch wünscht. Warum ist es fachlich falsch, im ERP-System lediglich eine 'Neubestellung' anzulegen?

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