Kundenzufriedenheit bei Rückabwicklungen auswerten

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, Kennzahlen zur Messung der Kundenzufriedenheit nach Rückabwicklungen zu berechnen ,

    indem mindestens drei KPIs (z. B. NPS, CSAT, Wiederkaufrate) anhand bereitgestellter Datensätze korrekt berechnet werden.

  2. Du bist in der Lage, Kundenbewertungen nach abgeschlossenen Retouren zu analysieren ,

    indem aus einem Set von mindestens 10 Bewertungen mit mindestens drei verschiedenen Kritikpunkten wiederkehrende Kritikpunkte kategorisiert und nach Häufigkeit priorisiert werden.

  3. Du bist in der Lage, den Einfluss der Reklamationsabwicklung auf die Kundenbindung zu beurteilen ,

    indem ein Vergleich der Wiederkaufrate vor und nach Prozessoptimierung mit mindestens zwei Schlussfolgerungen für Folgemaßnahmen vorgenommen wird.

Bestellen Retourenkund:innen jemals wieder?

14 % Retourenquote sichtbar, Wiederkaufrate unsichtbar

Die Retourenquote steht groß auf dem Dashboard: 14 %. Die Wiederkaufrate nach Retouren? Kein Feld, kein Report, keine Zahl.

Donnerstag, 15:15 Uhr im E-Commerce-Büro. Deine Teamleiterin Olga scrollt durch die Monatszahlen. 23 Bewertungen nach abgeschlossenen Rückerstattungen, acht davon negativ. Sie dreht den Bildschirm zu dir: "Bestellen diese Leute jemals wieder bei uns?"

Du öffnest das CRM. Die Daten sind da: Bestellhistorie, Retourendatum, Bewertungstexte. Erinnerst du dich an die Kategorisierung im Ticketsystem, mit der du Beschwerden nach Ursache sortiert hast? Genau hier setzt die systematische Auswertung an. Nur hat bisher niemand aus diesen Rohdaten eine Kennzahl gebaut.

Welche Kennzahlen brauchst du, um Olgas Frage mit Daten statt mit Bauchgefühl zu beantworten?

Drei KPIs für die Antwort

Drei Kennzahlen messen, wie zufrieden die Kundschaft nach einer Rückabwicklung ist:

  1. NPS (Net Promoter Score) misst die Weiterempfehlungsbereitschaft. Frage per E-Mail: "Wie wahrscheinlich empfiehlst du uns weiter?" (Skala 0-10). Du berechnest den Anteil der Promotoren (9-10) und ziehst den Anteil der Detraktoren (0-6) ab. Olgas Daten: 6 Promotoren (26 %) und 8 Detraktoren (35 %) von 23 Antworten. NPS = 26 - 35 = -9.
  2. CSAT (Customer Satisfaction Score) erfasst die direkte Zufriedenheit nach Abschluss der Retoure (Skala 1-5). Du teilst die zufriedenen Antworten (4 oder 5 Punkte) durch die Gesamtantworten, mal 100. Bei Olga: 11 von 23 zufrieden. CSAT = 11 ÷ 23 × 100 = 47,8 %.
  3. Die Wiederkaufrate zeigt den Anteil der Retourenkund:innen, die innerhalb von 90 Tagen erneut bestellen. Du teilst die Wiederkäufer:innen durch die Gesamtzahl, mal 100. Diesen Wert hat noch niemand berechnet.
🎬 Vorstellung: Stell dir vor, du filterst im CRM alle 23 Retourenvorgänge nach Folgebestellungen innerhalb von 90 Tagen. Bei wie vielen der 23 Kund:innen erwartest du eine erneute Bestellung?

Was verraten die 23 Bewertungstexte?

Fünf Stimmen aus dem Bewertungsportal

Der NPS von -9 zeigt die Unzufriedenheit. Aber eine Zahl allein sagt nicht, woran es liegt. Die 23 Bewertungstexte verraten mehr. Fünf davon:

  • "Rückerstattung hat 12 Tage gedauert. Viel zu lang."
  • "Kein einziges Update per Mail. Ich wusste nicht, ob mein Geld noch kommt."
  • "Versandkosten wurden nicht erstattet, obwohl das Produkt defekt war."
  • "Einfach und schnell. Geld war nach 3 Tagen zurück."
  • "Zwei Wochen keine Antwort auf meine Nachfrage zum Retourenstatus."

Die Texte klingen unterschiedlich, aber bestimmte Themen tauchen mehrfach auf.

🔮 Bevor du weiterliest: Welcher der drei Kritikpunkte - Bearbeitungsdauer, Kommunikation oder Erstattungsumfang - taucht in den 23 Bewertungen am häufigsten auf?

Kritikpunkte sortiert nach Häufigkeit

Du kategorisierst alle 23 Bewertungen nach wiederkehrendem Thema. Das Ergebnis:

  1. Bearbeitungsdauer (9 von 23, 39 %) - Kund:innen warten zu lange auf die Erstattung. Alles über 5 Werktage wird als zu langsam empfunden.
  2. Fehlende Kommunikation (7 von 23, 30 %) - kein Statusupdate, keine Eingangsbestätigung, keine Zwischenmeldung.
  3. Unklarer Erstattungsumfang (4 von 23, 17 %) - Versandkosten oder Teilbeträge werden nicht erstattet, obwohl die Kundschaft das erwartet.
  4. Positiv, keine Kritik (3 von 23, 13 %).

Die Priorität ist klar: Bearbeitungsdauer zuerst optimieren, dann Kommunikation verbessern. Diese Reihenfolge bestimmt, wo das Team als Erstes ansetzt.

Hat sich die Prozessänderung gelohnt?

Wiederkaufrate: vorher und nachher

Olga hat deine Analyse umgesetzt. Das Team hat die Bearbeitungszeit von 12 auf 4 Werktage verkürzt und automatische Statusmails eingeführt. Drei Monate später ziehst du den Vergleich:

  • Vor der Optimierung: 4 von 22 Retourenkund:innen bestellen innerhalb von 90 Tagen erneut. Wiederkaufrate = 18 %.
  • Nach der Optimierung: 8 von 23 Retourenkund:innen bestellen erneut. Wiederkaufrate = 35 %.

Zwei Schlussfolgerungen für Folgemaßnahmen:

  1. Die verkürzte Bearbeitungszeit hat den größten Hebel. Nächster Schritt: automatisierte Erstattung bei Standardfällen unter 50 Euro, um die Dauer weiter zu senken.
  2. Die Statusmails reduzieren Unsicherheit, aber 4 von 23 kritisieren weiterhin den Erstattungsumfang. Nächster Schritt: Erstattungsrichtlinie für Versandkosten bei defekter Ware überprüfen.

Olgas Dashboard drei Monate später

Olgas Frage von damals ist beantwortet: Ja, Retourenkund:innen bestellen wieder, wenn der Prozess stimmt. Ihr Dashboard zeigt jetzt alle drei Kennzahlen nebeneinander. Der NPS ist von -9 auf +12 gestiegen, der CSAT von 47,8 % auf 68 %. Die Wiederkaufrate steht zum ersten Mal überhaupt auf dem Bildschirm.

🤔 Frage dich: Was ist der Unterschied zwischen einem hohen CSAT und einer hohen Wiederkaufrate? Kann ein Shop einen CSAT von 80 % haben, aber trotzdem eine niedrige Wiederkaufrate?

Teste dein Wissen

Du analysierst die Retourendaten von 100 Kund:innen für Olgas Team. 50 bewerten den Prozess mit 9 oder 10 Punkten, 30 mit 0 bis 6 Punkten. Welchen NPS ermittelst du und was bedeutet dieser Wert laut CRM-Daten?

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