Client-Server-Architektur

4 min 3 Abschnitte
Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, den Kommunikationsablauf zwischen Client und Server beim Hinzufügen eines Artikels in den Warenkorb anzuwenden ,

    indem die vier wesentlichen Schritte (Nutzeraktion, Request, Serververarbeitung, Response mit Aktualisierung der Oberfläche) in korrekter Reihenfolge dargestellt werden.

  2. Du bist in der Lage, das Grundprinzip der Client-Server-Architektur im E-Commerce zu erläutern ,

    indem die Rollen von Client und Server, der Anfrage-Antwort-Mechanismus (Request/Response) und mindestens zwei beteiligte Protokolle (z. B. HTTP, HTTPS) beschrieben werden.

  3. Du bist in der Lage, die Auswirkungen eines Serverausfalls auf Shop-Funktionen und Kundenerlebnis zu analysieren ,

    indem mindestens drei betroffene Funktionen (z. B. Login, Warenkorb, Zahlungsabwicklung) identifiziert und je eine geschäftliche Konsequenz benannt wird.

Ist das ein Client-Problem oder ein Server-Problem?

"Bei mir funktioniert alles einwandfrei!"

"Ist das ein Client-Problem oder ein Server-Problem?" Die Frage kommt vom IT-Support-Desk. Freitagvormittag, 11:45 Uhr. Nach einem Shop-Update melden Kund:innen seit einer Stunde, dass der Warenkorb-Button nicht reagiert. Zwölf Tickets hast du bereits aufgenommen. Auf deinem eigenen Rechner funktioniert der Shop einwandfrei. Pro Stunde gehen rund 800 Euro Umsatz verloren.

Was antwortest du der IT? Dafür musst du verstehen, was "Client" und "Server" überhaupt bedeuten.

Zwei Rollen, ein System

Im E-Commerce arbeiten immer zwei Seiten zusammen:

Der Client ist das Programm auf dem Endgerät: dein Browser oder die Shop-App auf dem Smartphone. Er zeigt die Oberfläche an, nimmt Klicks entgegen und stellt Anfragen.

Der Server ist ein Rechner im Rechenzentrum. Er speichert Produktdaten, Preise, Lagerbestände und Warenkörbe. Ohne ihn gibt es keine aktuellen Informationen.

Die Kommunikation läuft nach einem festen Muster: Der Client schickt eine Anfrage (Request), der Server verarbeitet sie und schickt eine Antwort (Response) zurück. Dieses Prinzip heißt Anfrage-Antwort-Mechanismus.

🔮 Bevor du weiterliest: Was passiert deiner Einschätzung nach technisch im Hintergrund, wenn eine Kundin auf "In den Warenkorb" klickt? Welcher der beiden - Client oder Server - erledigt die eigentliche Arbeit?

Was passiert beim Klick auf "In den Warenkorb"?

Vier Schritte in Bruchteilen einer Sekunde

Um das Problem vom IT-Support-Desk einzugrenzen, hilft es, den normalen Ablauf zu kennen. Wenn eine Kundin auf "In den Warenkorb" klickt, laufen vier Schritte ab:

  1. Die Kundin klickt den Button. Der Client registriert diese Nutzeraktion.
  2. Der Client schickt einen Request an den Server: "Füge Artikel X zum Warenkorb hinzu."
  3. Der Server prüft die Verfügbarkeit und speichert den Artikel im Warenkorb der Kundin. Das ist die Serververarbeitung.
  4. Der Server schickt eine Response zurück. Der Client aktualisiert die Anzeige - der Warenkorb-Zähler springt von 0 auf 1.

Stockt es an einem dieser vier Punkte, bleibt der Button stumm.

Wie reisen die Daten?

Die Anfragen und Antworten reisen über festgelegte Protokolle. Die zwei wichtigsten im E-Commerce:

HTTP (Hypertext Transfer Protocol) regelt, wie Client und Server miteinander kommunizieren: welche Formate gelten, welche Fehlercodes es gibt, in welcher Reihenfolge Daten fließen.

HTTPS ist die verschlüsselte Variante. Das "S" steht für "Secure". Bei Onlineshops ist HTTPS Pflicht, weil Zahlungsdaten und persönliche Informationen übertragen werden. Ohne Verschlüsselung könnten Dritte diese Daten mitlesen.

🤔 Frage dich: Du betreust einen Shop, dessen Produktseiten über HTTP laufen, aber die Kasse über HTTPS. Was könnte das für das Vertrauen der Kundschaft bedeuten - und wie würdest du das gegenüber der IT-Abteilung ansprechen?

Was passiert, wenn der Server ausfällt?

Drei Funktionen, drei Konsequenzen

Der Client zeigt weiterhin die gespeicherte Shop-Oberfläche an. Optisch sieht alles normal aus. Aber sobald eine Aktion eine Serverantwort braucht, passiert nichts. Drei zentrale Funktionen sind direkt betroffen:

  1. Beim Login gleicht der Server Benutzername und Passwort ab. Fällt er aus, können sich Kund:innen nicht anmelden. Bestellhistorie und gespeicherte Lieferadressen bleiben unerreichbar.
  2. Im Warenkorb speichert der Server, welche Artikel ausgewählt wurden. Ohne ihn lassen sich keine Artikel hinzufügen oder entfernen. Laufende Bestellvorgänge brechen ab.
  3. Bei der Zahlungsabwicklung leitet der Server Daten verschlüsselt an den Zahlungsdienstleister weiter. Ohne diese Verbindung ist kein Kaufabschluss möglich. Der Umsatz fällt auf null.

So hätte es am IT-Support-Desk laufen können

Zurück zum Freitagvormittag: Der Warenkorb-Button reagiert bei dir, aber nicht bei Kund:innen. Jetzt kannst du der IT gezielt antworten: "Bei mir als Client funktioniert der Klick. Mein Request geht raus, ich bekomme eine Response. Bei den Kund:innen bleibt die Response nach dem Update aus. Das Problem liegt vermutlich nicht am Client, sondern an der Serververarbeitung."

Mit drei Begriffen - Client, Server, Request/Response - hast du das Werkzeug, um Shop-Fehler einzugrenzen und mit der IT-Abteilung auf Augenhöhe zu sprechen. Du musst den Fehler nicht selbst beheben. Aber du kannst präzise beschreiben, wo er vermutlich liegt.

Teste dein Wissen

Warum ist HTTP als zustandsloses Protokoll für einen E-Commerce-Warenkorb problematisch?

Bereit für mehr?

Thema verstanden?

Teste dein Wissen interaktiv in unserer App. 7 Tage kostenlos, dann nur 5 € im Monat.

DSGVO-konform. Deine Daten auf deutschen Servern.