Vergütungsmodelle (CPC, CPM, CPA)

4 min 3 Abschnitte
Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, die Kampagnenkosten nach CPC, CPM und CPA zu berechnen ,

    indem anhand eines festgelegten Beispielszenarios (100.000 Impressionen, TKP 5 Euro, CPC 0,40 Euro, CPA 12 Euro, CTR 2 %, Conversion Rate 1,5 %) die Gesamtkosten für jedes der drei Modelle eigenständig ermittelt, in einer dreispaltigen Vergleichstabelle gegenübergestellt und Abweichungen vom Referenzwert von maximal 5 % eingehalten werden.

  2. Du bist in der Lage, die Passung der Vergütungsmodelle CPC, CPM und CPA zum jeweiligen Kampagnenziel zu analysieren ,

    indem für mindestens drei Szenarien (Branding-Kampagne, Performance-Kampagne, Affiliate-Verkauf) die jeweils sinnvollste Abrechnungsform begründet hergeleitet wird.

  3. Du bist in der Lage, die Risikoverteilung zwischen Werbetreibenden und Publishern bei CPC-, CPM- und CPA-Modellen zu beurteilen ,

    indem für jedes Modell Chancen und Risiken beider Vertragsparteien anhand eines konkreten Fallbeispiels (z. B. Versicherungs-Affiliate) gegenübergestellt und eine begründete Empfehlung formuliert wird.

Zwei Angebote, ein Restbudget

Mia vergleicht zwei Publisher-Angebote

Mia hat zwei Publisher-Angebote nebeneinander auf dem Bildschirm. Donnerstag, 13:00 Uhr, Google-Ads-Büro. Noch 2.000 Euro Restbudget für den Winterreifen-Shop, Frist bis Freitag. Publisher A rechnet pro 1.000 Einblendungen ab, Publisher B pro Klick. Kampagnenziel: Abverkauf, nicht Markenbekanntheit.

Erinnerst du dich an die Vergütungsmodelle im Affiliate-Marketing? Genau hier setzt Mias Problem an: Welches Abrechnungsmodell bringt bei einem Abverkaufsziel mehr Verkäufe pro Euro? Falsches Modell bedeutet: Budget weg, kaum Verkäufe, Erklärungsbedarf gegenüber der Geschäftsführung.

Drei Modelle, drei Abrechnungslogiken

Im Online-Marketing gibt es drei zentrale Vergütungsmodelle:

  1. CPM (Cost per Mille): Du zahlst pro 1.000 Einblendungen. Ob jemand klickt oder kauft, spielt keine Rolle. Typisch für Branding-Kampagnen.
  2. Du zahlst nur bei Klicks? Das ist CPC (Cost per Click). Kein Klick, keine Kosten. Typisch für Performance-Kampagnen wie Google Ads.
  3. Erst bei einer konkreten Handlung (Kauf, Registrierung) wird CPA (Cost per Action) fällig. Typisch für Affiliate-Partnerschaften.
🤔 Frage dich: Warum ist CPM für ein Abverkaufsziel riskanter als CPC, obwohl der Preis pro Einblendung oft niedriger wirkt?

Was kosten 100.000 Einblendungen in jedem Modell?

Rechenbeispiel mit konkreten Zahlen

Um Mias Entscheidung nachzuvollziehen, rechnest du mit einem gemeinsamen Szenario: 100.000 Impressionen, TKP (Tausenderkontaktpreis) 5 Euro, CPC 0,40 Euro, CPA 12 Euro, Klickrate (CTR) 2 %, Conversion Rate 1,5 %.

CPM: 100.000 / 1.000 x 5 Euro = 500 Euro. Du zahlst für Sichtbarkeit, egal ob jemand klickt.

CPC: 100.000 x 2 % = 2.000 Klicks x 0,40 Euro = 800 Euro. Du zahlst nur für Klicks.

CPA: 2.000 Klicks x 1,5 % = 30 Conversions x 12 Euro = 360 Euro. Du zahlst nur für tatsächliche Handlungen.

Welches Modell passt zu welchem Kampagnenziel?

Die Kosten allein reichen nicht. Entscheidend ist das Kampagnenziel:

  • Branding (z.B. neues Parfüm): Ziel ist maximale Sichtbarkeit. CPM passt, weil du für Reichweite zahlst, nicht für Klicks. Ob die Leute kaufen, ist zweitrangig.
  • Performance (z.B. Winterreifen-Shop): Ziel ist Abverkauf. CPC ist sinnvoll, weil jeder Euro an aktives Interesse geknüpft ist.
  • Affiliate-Verkauf (z.B. Versicherungen): Ziel sind abgeschlossene Verträge. CPA ist ideal, weil du ausschließlich für Ergebnisse zahlst.
🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst einer neuen Auszubildenden Person, warum ein Versicherungsunternehmen mit Affiliate-Partnern lieber CPA als CPM vereinbart - wie würdest du es in zwei Sätzen formulieren?

Wer trägt das Risiko - Werbetreibende oder Publisher?

Risikoverteilung bei den drei Modellen

Bei jedem Modell verschiebt sich das finanzielle Risiko zwischen den Vertragsparteien:

Bei CPM liegt das Risiko beim Werbetreibenden. Du zahlst für Einblendungen, auch wenn niemand klickt oder kauft. Der Publisher bekommt sein Geld sicher.

Bei CPC teilt sich das Risiko. Der Publisher verdient nur bei Klicks und muss die Anzeige gut platzieren. Der Werbetreibende zahlt aber auch für Klicks, die nicht zu Käufen führen.

Bei CPA liegt das Risiko beim Publisher. Er bekommt nur Geld, wenn eine Conversion stattfindet. Der Werbetreibende zahlt ausschließlich für Ergebnisse.

Die Faustregel: Je weiter in der Kette (Impression, Klick, Aktion), desto mehr Risiko wandert zum Publisher.

Zurück zu Mias Budget

Mias Kampagnenziel ist Abverkauf. CPM würde 500 Euro für Sichtbarkeit kosten, ohne Garantie auf Klicks oder Käufe. CPC kostet 800 Euro, aber jeder Euro fließt nur bei aktivem Interesse. CPA wäre mit 360 Euro am günstigsten und am risikoärmsten.

Trotzdem empfiehlt Mia Publisher B mit CPC. Der Grund: Publisher A bietet kein CPA-Modell an, weil er das volle Risiko nicht tragen will. CPC ist der verfügbare Kompromiss, bei dem jeder Euro an eine konkrete Nutzerhandlung geknüpft ist. Budget geschützt, Abverkaufsziel adressiert.

📝 Fasse mental zusammen: Drei Modelle, drei Abrechnungslogiken, drei Risikoprofile. Wer zahlt wofür, und bei welchem Modell trägt der Werbetreibende das größte Risiko?

Teste dein Wissen

Mia hat 2.000 Euro Restbudget für einen Winterreifen-Shop und muss bis morgen den Abverkauf maximieren. Welches Abrechnungsmodell ist für dieses Performance-Ziel am sinnvollsten?

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