Welche Kanäle gehören ins Budget?
3.200 Euro für 38 Klicks
Freitagvormittag, 12:30 Uhr. Deine Teamleiterin Eleni legt dir eine Auswertung auf den Tisch. Letzten Monat: 3.200 Euro Google-Ads-Budget für den neuen Energy-Drink. Ergebnis: 38 Klicks, zwei Bestellungen. Die Zielgruppe liegt zwischen 18 und 24 Jahren, und die sucht nicht bei Google nach Energy-Drinks. Jetzt steht dasselbe Budget für einen zweiten Anlauf bereit. Im Lager sitzen 4.000 Dosen, die Lagerkosten laufen.
Was passiert, nachdem du die Kundengewinnung als Ziel der Kampagne identifiziert hast? Du brauchst den passenden Kanal, um die Zielgruppe dort zu erreichen, wo sie sich tatsächlich aufhält. Welche Kriterien helfen dir bei der Auswahl?
Drei Kriterien, fünf Kanäle, drei Gewinner
Drei Kriterien helfen dir, aus fünf Kanälen die richtigen drei zu priorisieren:
- Wo hält sich deine Zielgruppe auf? 18- bis 24-Jährige scrollen durch TikTok und Instagram, nicht durch LinkedIn. Die Zielgruppenpassung ist das erste Filterkriterium.
- Was kostet ein Kontakt? TikTok-Ads liegen oft bei 3-5 Euro CPM (Kosten pro 1.000 Einblendungen). Google Ads für generische Begriffe wie "Energy-Drink" kosten über 1 Euro pro Klick.
- Wie viele der richtigen Leute erreichst du? TikTok hat in Deutschland über 20 Millionen aktive Nutzende. Die Reichweite im Segment unter 25 ist dort besonders hoch.
Ergebnis für den Energy-Drink: TikTok (hohe Passung, günstiger CPM), Instagram Reels (starke Nutzung in der Altersgruppe) und YouTube Shorts (Videoformat passt zum Produkt). LinkedIn und Google Ads fallen raus. Falsche Zielgruppe, falsches Suchverhalten.
🎬 Vorstellung: Du sitzt vor Elenis Whiteboard mit fünf Kanalnamen. Zwei musst du streichen, drei ankreuzen. Welches Kriterium prüfst du zuerst?
Warum wirken Kanäle zusammen stärker als einzeln?
Rasenpflege-Artikel trifft Rasenmäher-Ranking
Du hast drei Kanäle ausgewählt. Aber wie verstärken sie sich gegenseitig? Ein Baumarkt veröffentlicht einen Ratgeber "5 Tipps für den perfekten Rasen". Was passiert hinter den Kulissen?
Drei Wirkungsbeziehungen greifen ineinander:
- Content stärkt SEO: Der Ratgeber erzeugt Backlinks von Garten-Blogs und hohe Verweildauer. Google rankt die Domain höher, auch für "Rasenmäher kaufen".
- SEO senkt Paid-Kosten: Eine relevante Landingpage verbessert den Quality Score (Googles Bewertung der Anzeigenrelevanz) bei Google Ads. Der Klickpreis kann um bis zu 50% sinken.
- Paid bringt Traffic auf Content: Bezahlte Anzeigen lenken Besuchende auf den Ratgeber. Mehr Seitenaufrufe stärken die SEO-Signale weiter.
Hätte der Baumarkt nur Google Ads geschaltet, ohne Ratgeber, wäre der Klickpreis höher und die Conversion niedriger gewesen.
Was bedeutet das für den Energy-Drink?
Elenis Team hatte Google Ads isoliert geschaltet. Kein begleitender Content, keine Social-Media-Präsenz, kein Retargeting. Die Anzeige traf Leute, die gar nicht nach Energy-Drinks suchten, und es gab keinen zweiten Kontaktpunkt.
Ein TikTok-Video könnte Aufmerksamkeit erzeugen. Wer danach googelt, findet einen SEO-optimierten Produkttest. Wer den liest, aber nicht kauft, bekommt eine Retargeting-Anzeige auf Instagram. Drei Kanäle, drei Kontaktpunkte, ein Ziel.
🔮 Bevor du weiterliest: Gleich siehst du einen Mediaplan für Winterjacken mit vier Kanälen. Welche Funnel-Stufe bespielst du mit Retargeting-Bannern, und warum erst dann?
Wie sieht ein abgestimmter Kanal-Mix aus?
Vier Kanäle, ein Mediaplan
Ein Onlineshop plant seine Winterjacken-Kampagne von September bis Dezember. Vier Kanäle, gestaffelt nach Funnel-Stufen:
September und Oktober: Instagram Reels und TikTok zeigen Herbst-Outfit-Videos. Botschaft: "Herbsttrends entdecken." 30% Budget, KPI: Video-Views.
Oktober und November: Ein SEO-optimierter Ratgeber "Welche Winterjacke passt zu dir?" fängt Suchende in der Consideration-Phase ab. 20% Budget, KPI: Verweildauer.
Ab November: Google Shopping Ads für die Conversion. Produktbilder, Preise, direkter Kauflink. 30% Budget, KPI: ROAS (Return on Ad Spend).
Parallel dazu: Retargeting-Banner für alle, die den Ratgeber gelesen, aber nicht gekauft haben. "Deine Jacke wartet noch." 20% Budget, KPI: Conversion Rate.
Kein Kanal arbeitet allein. Jeder Kontaktpunkt führt zum nächsten.
Dein Vorschlag für Eleni
Elenis 3.200 Euro verpufften, weil ein einzelner Kanal ohne Abstimmung und mit falscher Zielgruppenpassung lief. Dein Vorschlag für den zweiten Anlauf kombiniert Kanäle entlang des Funnels, verteilt das Budget nach Wirkung und misst jeden Schritt mit einem eigenen KPI.
🤔 Frage dich: Schätze: Wie viel Prozent der 3.200 Euro würdest du für TikTok einplanen, wenn rund 70% der Zielgruppe dort aktiv sind? Und wie viel für Retargeting, obwohl es erst im zweiten Schritt greift?
Teste dein Wissen
Welches Kriterium ist bei der Auswahl des Marketing-Kanals für den Energy-Drink vorrangig zu prüfen, um das Budget von 3.200 Euro effizienter einzusetzen?