Ableitung von Online-Marketingzielen

4 min 3 Abschnitte
Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, Marketingmaßnahmen entlang der Customer Journey für ein konkretes Online-Marketingziel zu entwickeln ,

    indem mindestens 4 Maßnahmen für das Ziel 'Neukundenanteil bei Sneakern um 15 % steigern' ausgearbeitet, je einer Phase der Customer Journey (Awareness, Consideration, Purchase, Retention) zugeordnet und mit einer messbaren KPI (z. B. CTR, Conversion Rate, Wiederkaufrate) verknüpft werden.

  2. Du bist in der Lage, ein übergeordnetes Unternehmensziel in messbare Online-Marketingziele zu lösen ,

    indem aus dem Ziel 'Umsatzsteigerung im Weihnachtsgeschäft' mindestens 3 SMART-formulierte Online-Marketingziele mit Kennzahl, Zielwert und Zeitraum entwickelt werden.

  3. Du bist in der Lage, die Operationalisierbarkeit eines Marketingziels zu beurteilen ,

    indem das Ziel 'Mehr Reichweite für die neue Outdoor-Kollektion' anhand aller 5 SMART-Kriterien bewertet und konkrete Nachschärfungen vorgeschlagen werden.

Wie wird aus "20 Prozent mehr Umsatz" ein konkreter Plan?

12.000 Euro Budget, null konkrete Ziele

Was passiert, wenn dein Team 12.000 Euro Werbebudget bekommt, aber kein einziges messbares Ziel?

Montagvormittag, 12:00 Uhr, Marketing-Strategiemeeting. Deine Teamleiterin Mia steht auf und sagt: "Weihnachtsgeschäft steht an, wir brauchen 20 Prozent mehr Umsatz. Macht mal einen Plan." Dann schiebt sie die Budgetfreigabe über den Tisch und geht zum nächsten Termin. Im Raum bleiben drei Kolleg:innen, ein leeres Whiteboard und keine einzige konkrete Zielvorgabe.

Was passiert, wenn aus Unternehmenszielen wie "Umsatz steigern" konkrete Kampagnen werden sollen? Genau hier scheitern viele Teams: Das Ziel klingt klar, aber niemand weiß, welche Stellschrauben im Online-Marketing dafür gedreht werden müssen.

Warum "mehr Umsatz" kein Marketingziel ist

"20 Prozent mehr Umsatz" ist ein Unternehmensziel. Es sagt nichts darüber aus, wie das Marketing dazu beitragen soll. Soll der Shop mehr Besucher:innen anziehen? Die Conversion Rate verbessern? Den Warenkorbwert erhöhen? Alle drei Hebel könnten zum Umsatzplus führen, erfordern aber völlig unterschiedliche Maßnahmen und Budgets.

Ohne diese Übersetzung verteilt das Team die 12.000 Euro nach Bauchgefühl. Im Januar zeigt die Auswertung: Geld ausgegeben, Umsatzziel verfehlt, keiner weiß warum.

🎬 Vorstellung: Stell dir vor, du sitzt in diesem Meeting. Das Whiteboard ist leer, die 12.000 Euro sind freigegeben. Dein erster Gedanke: Wo fängst du an?

Wie übersetzt du ein Unternehmensziel in messbare Marketingziele?

Das SMART-Prinzip als Werkzeug

Um Mias Vorgabe in Marketingziele zu übersetzen, nutzt du das SMART-Prinzip. Jedes Ziel muss fünf Kriterien erfüllen:

  • Spezifisch: Was genau soll erreicht werden?
  • Messbar: Welche Kennzahl zeigt den Fortschritt?
  • Attraktiv: Ist das Ziel relevant und motivierend?
  • Realistisch: Ist es mit den Ressourcen erreichbar?
  • Terminiert: Bis wann?

Aus "Umsatzsteigerung im Weihnachtsgeschäft" leitest du drei Online-Marketingziele ab:

  1. Organische Besucher:innen auf den Fahrrad-Kategorieseiten bis 23.12. um 30 % steigern (Kennzahl: Sessions).
  2. Kaufabschlussrate im Checkout von 2,1 % auf 2,8 % steigern bis 31.12. (Kennzahl: Conversion Rate).
  3. Durchschnittlichen Bestellwert von 85 auf 105 Euro steigern bis 31.12. (Kennzahl: Average Order Value).

"Mehr Reichweite" ist noch kein Ziel

Ein anderes Team formuliert: "Mehr Reichweite für die neue Outdoor-Kollektion." Prüfe das gegen SMART:

  • Spezifisch? Nein. Welche Reichweite: Social Media, Google, Newsletter?
  • Messbar? Nein. Kein Zielwert definiert.
  • Attraktiv? Unklar. Reichweite allein bringt keinen Umsatz.
  • Realistisch? Nicht prüfbar ohne konkreten Zielwert.
  • Terminiert? Nein. Kein Zeitraum.

Nachgeschärft: "Die Instagram-Reichweite der Outdoor-Kollektion bis 15.03. auf 50.000 Impressions pro Woche steigern." Jetzt ist das Ziel prüfbar, steuerbar und auswertbar.

🤔 Frage dich: Wie würdest du das Ziel "Wir wollen mehr Newsletter-Abonnent:innen" für einen Fahrrad-Onlineshop SMART formulieren?

Welche Maßnahmen passen zu welcher Phase?

Vier Phasen, vier Hebel

Ein Fashion-Store will den Neukundenanteil bei Sneakern im nächsten Quartal um 15 % steigern. Dieses SMART-Ziel steht. Jetzt ordnest du jede Maßnahme einer Phase der Customer Journey zu und verknüpfst sie mit einer KPI:

  1. Awareness: Instagram-Reels mit Sneaker-Styling-Tipps schalten. KPI: Reichweite (Impressions).
  2. Consideration: Vergleichsseite "Top 5 Sneaker für den Herbst" im Blog veröffentlichen. KPI: Klickrate (CTR).
  3. Purchase: 10-%-Willkommensrabatt für Erstbestellende im Pop-up anzeigen. KPI: Conversion Rate.
  4. Retention: Automatisierte E-Mail 14 Tage nach Erstkauf mit passendem Pflegeprodukt. KPI: Wiederkaufrate.

Ohne diese Zuordnung riskierst du, das gesamte Budget in Awareness zu stecken, während die Conversion im Checkout einbricht.

Das Whiteboard ist nicht mehr leer

Zurück zu Mias Meeting: Jetzt stehen drei SMART-Ziele auf dem Whiteboard, jedes mit Kennzahl, Zielwert und Deadline. Die 12.000 Euro lassen sich gezielt auf Maßnahmen verteilen, die entlang der Customer Journey greifen. Im Januar kann das Team für jedes Ziel einzeln auswerten, was funktioniert hat. Kein Bauchgefühl, sondern Zahlen.

📝 Fasse mental zusammen: Vom Unternehmensziel über SMART-Formulierung bis zur Zuordnung entlang der Customer Journey. Welcher Schritt wird in der Praxis am häufigsten übersprungen?

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Du sollst das Unternehmensziel 'Umsatzsteigerung im Weihnachtsgeschäft' für dein Online-Marketing-Team operationalisieren. Welches Ziel ist SMART formuliert?

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