Rechtsformen im Überblick

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, die in Deutschland gängigen Rechtsformen für E-Commerce-Unternehmen zu benennen ,

    indem mindestens 5 Rechtsformen (Einzelunternehmen, GbR, OHG, KG, GmbH, UG, AG) mit ihren Kernmerkmalen aufgezählt werden.

  2. Du bist in der Lage, Rechtsformen hinsichtlich Haftung, Kapitalbedarf und Investorenfähigkeit zu vergleichen ,

    indem in einer Übersichtstabelle mindestens 4 Rechtsformen anhand von 4 Kriterien gegenübergestellt werden.

  3. Du bist in der Lage, die Wahl einer Rechtsform für ein E-Commerce-Start-up zu beurteilen ,

    indem für ein Fallszenario eine begründete Empfehlung mit mindestens 3 Argumenten (Haftung, Steuer, Kapitalbeschaffung) ausgesprochen wird.

12.000 Euro Schadensersatz - und euer Sparkonto haftet mit?

Die Forderung trifft nicht die Firma, sondern euch persönlich

12.000 Euro Schadensersatz wegen fremder Produktfotos im Online-Shop. Dienstag, 13:15 Uhr, Geschäftsführungs-Büro: Ein Anwaltsschreiben fordert Schadensersatz von eurem E-Commerce-Start-up. Bei eurer GbR geht diese Forderung nicht an ein Firmenkonto. Sie trifft direkt das Privatvermögen jeder einzelnen beteiligten Person. Sparkonto, Auto, alles.

Das Unternehmensleitbild klärt das Warum und die Werte eures Start-ups - jetzt geht es um das rechtliche Wie: Welche Rechtsform bestimmt, wer im Ernstfall mit welchem Vermögen haftet?

Sieben Rechtsformen, zwei Grundtypen

In Deutschland gibt es zwei Grundtypen:

Personengesellschaften - Gesellschafter:innen haften persönlich mit ihrem Privatvermögen:

  • Einzelunternehmen: Eine Person, volle Haftung, kein Mindestkapital
  • GbR: Mehrere Personen, alle haften persönlich und unbeschränkt. Neu seit 01.01.2024 durch das MoPeG (Personengesellschaftsrechtsmodernisierungsgesetz): Die GbR ist jetzt rechtsfähig und kann unter ihrem Namen klagen und verklagt werden. Wer am Rechtsverkehr teilnimmt (Konten eröffnen, Verträge abschließen, Grundstücke kaufen), trägt die Bezeichnung eGbR und muss sich in das neue Gesellschaftsregister eintragen lassen.
  • OHG (Offene Handelsgesellschaft): Wie GbR, aber für Handelsgewerbe mit Handelsregistereintrag
  • KG (Kommanditgesellschaft): Mischform mit voll- und teilhaftenden Personen

Kapitalgesellschaften - die Haftung ist auf das Firmenvermögen beschränkt:

  • GmbH: Mindestkapital 25.000 Euro, Haftung nur mit Gesellschaftsvermögen
  • UG (haftungsbeschränkt): Ab 1 Euro Stammkapital gründbar, Haftung beschränkt
  • AG (Aktiengesellschaft): Mindestkapital 50.000 Euro, Aktien handelbar
🤔 Frage dich: Was passiert mit der 12.000-Euro-Forderung, wenn euer Start-up statt einer GbR als UG eingetragen wäre?

Welche Rechtsform passt zu eurem Start-up?

Vier Rechtsformen im direkten Vergleich

Die Haftung ist das Kriterium mit dem größten Gewicht für ein junges E-Commerce-Unternehmen. Ein einziger Rechtsstreit kann bei einer GbR das gesamte Privatvermögen aller Beteiligten aufbrauchen.

Zurück zur 12.000-Euro-Forderung

Die Empfehlung für das Start-up aus dem Eingangsfall: Umwandlung der GbR in eine GmbH. Drei Argumente sprechen dafür:

  1. Haftungsschutz: Die 12.000 Euro treffen nur das Firmenvermögen. Privatkonten und Ersparnisse bleiben unangetastet.
  2. Investierende können Geschäftsanteile erwerben, ohne persönlich zu haften - das öffnet die Tür zur Kapitalbeschaffung.
  3. Steuerlich zahlt die GmbH Körperschaftsteuer plus Gewerbesteuer (zusammen ca. 30 %). Bei wachsendem Gewinn ist das häufig günstiger als der persönliche Einkommensteuersatz.

Kein Zugriff auf das Sparkonto, kein schlafloses Wochenende. Die richtige Rechtsform hätte das Problem von Anfang an entschärft.

🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst einer Person, die gerade einen Online-Shop als Einzelunternehmen betreibt, warum sie über eine UG nachdenken sollte - welche zwei Argumente nennst du zuerst?

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Du planst die Gründung eines E-Commerce-Shops mit geringem Startkapital. Welche Rechtsform ermöglicht dir die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen?

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