Welches Gewicht zählt für die Frachttabelle?
"Paris steht gar nicht in der Tabelle."
"Hilfst du mir kurz? Paris steht gar nicht in der Tabelle." Camille dreht ihren Bildschirm zu dir. Samstagnachmittag, 15 Uhr im Dispositionsbüro. Sie soll die Frachtkosten für eine Sendung nach Paris berechnen, aber in der Frachttabelle taucht die Stadt nicht auf - nur Tarifzonen.
Die Berechnung des Frachtvolumens führt zum nächsten Schritt: aus dem Volumen das abrechnungsrelevante Gewicht ableiten. Camille hat das Volumengewicht der acht großen, leichten Kartons bereits ermittelt: 480 kg. Auf dem Lieferschein steht ein tatsächliches Gewicht von 300 kg. Zwei Zahlen, eine Tabelle, kein "Paris" in der Spalte.
🔮 Bevor du weiterliest: Welches der beiden Gewichte - 300 kg oder 480 kg - setzt du in die Frachttabelle ein?
In drei Schritten zum Frachtsatz
- Die Zonentabelle ordnet Länder den Tarifzonen zu. Frankreich steht in Zone 3. Paris liegt in Frankreich, also liest du in Spalte "Zone 3" ab.
- Bei der Frachtberechnung gilt immer das höhere der beiden Gewichte, denn sperrige Sendungen beanspruchen Laderaum, auch wenn sie leicht sind. Tatsächlich: 300 kg. Das Volumengewicht: 480 kg. Hinweis: Der Umrechnungsfaktor ist je nach Verkehrsträger und Carrier unterschiedlich. Paketdienste rechnen mit dem Gurtmaß-Verfahren: 1 m³ ≈ 200 kg (DPD, Divisor 5.000) bzw. 1 m³ ≈ 167 kg (GLS, Divisor 6.000). In der Stückgut-Spedition (z.B. Dachser, DB Schenker) gilt branchenüblich 1 m³ = 333 kg (Divisor 3.000). Für Luftfracht: 1 m³ = 167 kg (IATA, Divisor 6.000); für See-LCL: 1 m³ = 1.000 kg. 480 ist höher als 300; also rechnest du mit 480 kg.
- In der Frachttabelle suchst du die Kreuzung aus Zone 3 und der passenden Gewichtsstufe. 480 kg fällt in "bis 500 kg". Der Frachtsatz dort: 520 Euro. Mit nur 300 kg wäre Camille bei 340 Euro gelandet - 180 Euro daneben.
Wann bestimmt das Volumen den Preis?
Drei Sendungen im Vergleich
Die Grundregel: Es zählt immer das höhere der beiden Gewichte - tatsächliches oder Volumengewicht. Drei Sendungen zeigen, wie unterschiedlich das ausfällt:
- Maschinenteil nach Wien (Zone 2): 800 kg auf der Waage, nur 450 kg Volumengewicht. Das tatsächliche Gewicht ist höher. Abrechnungsgewicht: 800 kg.
- Styropor-Formteile nach Madrid (Zone 4): 60 kg auf der Waage, aber 320 kg Volumengewicht. Die sperrigen Teile belegen viel Laderaum, obwohl sie kaum etwas wiegen. Abrechnungsgewicht: 320 kg.
- Elektronikpalette nach Amsterdam (Zone 2): 500 kg auf der Waage, 500 kg Volumengewicht. Beide Werte identisch. Abrechnungsgewicht: 500 kg.
Leichte, sperrige Güter wie Camilles Kartons oder die Styropor-Formteile werden fast immer nach Volumengewicht abgerechnet. Schwere, kompakte Güter nach dem Gewicht auf der Waage.
So hätte Camilles Berechnung aussehen müssen
So hätte Camilles Berechnung aussehen müssen: Zonentabelle nachschlagen - Frankreich ist Zone 3. Volumengewicht (480 kg) gegen tatsächliches Gewicht (300 kg) vergleichen - 480 gewinnt. Gewichtsstufe "bis 500 kg" in Zone 3 ergibt den Frachtsatz: 520 Euro.
Drei Schritte, die du dir merken kannst: Erst die Zone, dann das höhere Gewicht, dann die Tabelle. In dieser Reihenfolge triffst du den richtigen Wert.
Teste dein Wissen
Camille hat das Volumengewicht der Kartons mit 480 kg ermittelt, das tatsächliche Gewicht beträgt 300 kg. Welches Gewicht trägt sie in die Frachttabelle ein?