Stapelfähigkeit und Zusammenlagerungsverbote

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, die Kriterien für die Stapelfähigkeit von Gütern zu erklären ,

    indem mindestens 4 Faktoren (Druckfestigkeit, Form, Gewicht, Verpackung) mit jeweils einem Beispiel beschrieben werden.

  2. Du bist in der Lage, die maximale Stapelhöhe für eine gegebene Warenart zu berechnen ,

    indem aus Stapeldruckfestigkeit, Eigengewicht und Sicherheitsfaktor in mindestens 2 Aufgaben die zulässige Lagenzahl korrekt bestimmt wird.

  3. Du bist in der Lage, die Zusammenlagerungsverbote nach TRGS 510 zu analysieren ,

    indem für mindestens 4 Gefahrstoff- oder Lebensmittel-Kombinationen anhand der Lagerklassen-Matrix begründet wird, warum eine gemeinsame Lagerung unzulässig ist.

Warum darf die Palette nicht auf die Kartons?

"Warte, die darf da nicht drauf!"

"Warte, die darf da nicht drauf!" Fatima hält dich am Arm fest. Du stehst mit einer 800-Kilo-Palette Fliesenkleber vor Regalgang 7. Donnerstagvormittag, 09:30 Uhr im Hochregallager. Der zugewiesene Bodenplatz ist belegt. Frei wäre der Stellplatz über den leichten Kartons mit Kunststoffgranulat. Auf den Kartons klebt ein Gefahrstoffsymbol mit einer Flamme. Direkt daneben: zwei Gitterboxen mit Reinigungsmitteln, auf beiden ein anderes Symbol - Flamme über einem Kreis.

"Aber da ist doch Platz", sagst du.

Fatima zeigt erst auf die Kartons, dann auf die Gitterboxen. "Hier stimmt gleich mehreres nicht. Schau genau hin."

Schwere Palette, leichte Kartons, zwei verschiedene Gefahrstoffsymbole nebeneinander. Was genau ist das Problem?

Zwei Regeln, die jede Einlagerung bestimmen

Die Lagerbedingungen für verderbliche Güter sind die Grundlage für ein breiteres Prinzip: Nicht nur Temperatur entscheidet, wo Ware stehen darf. Bei Fatimas Fliesenkleber spielen zwei andere Faktoren die Hauptrolle.

Stapelfähigkeit klärt, ob eine Ware das Gewicht anderer Güter von oben tragen kann. Zusammenlagerungsverbote regeln, welche Stoffe aus chemischen oder hygienischen Gründen nicht nebeneinander stehen dürfen. Welche Kriterien bestimmen, ob du stapeln darfst - und woran erkennst du verbotene Nachbarschaften?

⚖️ Vergleich im Kopf: Bei verderblichen Gütern entscheidet die Temperatur über den Lagerplatz. Bei Fatimas Palette spielt Temperatur keine Rolle - was entscheidet stattdessen über den Stellplatz?

Woran erkennst du, ob Ware gestapelt werden darf?

Vier Faktoren der Stapelfähigkeit

Ob Ware gestapelt werden darf, hängt von vier Faktoren ab:

  1. Druckfestigkeit gibt an, wie viel Gewicht die Verpackung von oben aushält. Ein Wellpappkarton verformt sich bei 200 kg, eine Holzkiste hält 2.000 kg.
  2. Nur ebene, stabile Flächen lassen sich sicher stapeln. Die Form entscheidet: Runde Fässer oder unregelmäßige Gebinde kippen ohne Hilfsmittel.
  3. Je schwerer die obere Einheit, desto höher die Belastung. Das Gewicht der oberen Lage ist der offensichtlichste Faktor: 800 kg Fliesenkleber auf 15-kg-Kartons? Keine Chance.
  4. Feuchte Pappe oder beschädigte Folie verlieren ihre Tragfähigkeit. Der Verpackungszustand zählt: Ein nasser Karton kann unter Last zusammenbrechen.

So berechnest du die zulässige Lagenzahl

Die Stapeldruckfestigkeit ist der Wert, den der Hersteller auf der Verpackung angibt: das maximale Gewicht, das von oben aufliegen darf, bevor die Verpackung nachgibt. Zusammen mit dem Eigengewicht und einem Sicherheitsfaktor (Puffer für Feuchtigkeit, Alterung, ungleichmäßige Last - üblich: 1,5) ergibt sich die maximale Lagenzahl:

Zulässige Lagen = Stapeldruckfestigkeit ÷ (Eigengewicht pro Lage × Sicherheitsfaktor) + 1

Ergebnis immer abrunden. Die "+1" zählt die unterste Lage mit, die selbst nichts trägt.

Beispiel Fliesenkleber-Palette: Druckfestigkeit 1.200 kg, Eigengewicht 800 kg, Sicherheitsfaktor 1,5.

1.200 ÷ (800 × 1,5) + 1 = 1.200 ÷ 1.200 + 1 = 2 Lagen. Maximal zwei Paletten übereinander. Eine dritte würde die unterste zerdrücken.

🎬 Vorstellung: Stell dir die Kartons Kunststoffgranulat aus Fatimas Regal vor. Stapeldruckfestigkeit: 180 kg, Eigengewicht pro Karton: 15 kg, Sicherheitsfaktor: 1,5. Wie viele Lagen sind maximal erlaubt?

Welche Güter dürfen nicht nebeneinander stehen?

Von der Stapelhöhe zur Nachbarschaft

Die Antwort auf die Karton-Aufgabe: 180 ÷ (15 × 1,5) + 1 = 8 + 1 = 9 Lagen. Die Kartons halten einiges aus, solange nur gleichartige Kartons gestapelt werden. Aber 800 kg Fliesenkleber obendrauf? 800 kg übersteigt die Druckfestigkeit von 180 kg um ein Vielfaches. Die Palette würde die Kartons sofort eindrücken.

Stapelfähigkeit ist damit geklärt. Jetzt zum zweiten Problem aus Fatimas Szenario: die Gitterboxen mit dem Oxidations-Symbol direkt neben den entzündbaren Kartons.

Lagerklassen und die TRGS 510

Die TRGS 510 (Technische Regel für Gefahrstoffe) legt fest, welche Stoffe zusammen gelagert werden dürfen. Jeder Gefahrstoff wird einer Lagerklasse (LGK) zugeordnet. Eine Zusammenlagerungstabelle zeigt, welche Klassen nebeneinander stehen dürfen - und welche nicht.

Vier Kombinationen, die im Lageralltag besonders relevant sind:

  1. Chlorbleiche (LGK 5.1, oxidierend) neben Lösungsmittel (LGK 3, entzündbar): Das Oxidationsmittel fördert die Verbrennung. Brandgefahr.
  2. Propangasflaschen (LGK 2A: entzündbare Gase, z.B. Acetylen, Propan, Wasserstoff) neben Sauerstoffflaschen (ebenfalls LGK 2A, jedoch oxidierendes Druckgas): Brennbares Gas plus Sauerstoff ergibt Explosionsgefahr. Sauerstoff zählt nicht zu LGK 5.1 - diese Klasse umfasst nur oxidierende Feststoffe und Flüssigkeiten (z.B. Chlorbleiche, Wasserstoffperoxid-Lösung). Innerhalb von LGK 2A schreibt die TRGS 510 trotzdem eine Trennung von entzündbaren und oxidierenden Druckgasen vor.
  3. Pflanzenschutzmittel (LGK 6.1, giftig) neben Lebensmitteln: Giftige Dämpfe können Lebensmittel kontaminieren. Verboten nach Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV).
  4. Ätzende Reinigungsmittel (LGK 8, z.B. Rohrreiniger) neben Lebensmitteln: Leckage verunreinigt die Ware. Ebenfalls verboten nach LMHV.
🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du machst dazu einen Eintrag in dein Berichtsheft - wie fasst du das zusammen, warum Propangasflaschen und Sauerstoffflaschen nicht im selben Regalfach stehen dürfen - wie formulierst du das in zwei Sätzen?

Wie löst du Fatimas Problem?

Zurück zu Regalgang 7

Zurück zu Regalgang 7: 800 kg Fliesenkleber, darunter Kartons mit 180 kg Druckfestigkeit, daneben Reinigungsmittel mit Oxidations-Symbol neben entzündbarem Granulat.

Ergebnis der doppelten Prüfung:

  1. Stapelfähigkeit: 800 kg Palettengewicht übersteigt die Druckfestigkeit der Kartons (180 kg) um das Vierfache. Stapeln ausgeschlossen.
  2. Zusammenlagerung: Die Reinigungsmittel tragen das Oxidations-Symbol (LGK 5.1), das Granulat ist als entzündbar gekennzeichnet. Laut TRGS-510-Matrix ist Getrenntlagerung vorgeschrieben.

Fatima hatte recht: Beide Prüfungen sprechen gegen diesen Stellplatz. Die Palette muss auf einen Bodenplatz mit ausreichender Tragfähigkeit, entfernt von den Gefahrstoffen.

Dein nächster Fall

Neues Szenario: Im Lebensmittellager sollen 20-kg-Kartons mit Glaskonserven eingelagert werden. Stapeldruckfestigkeit: 120 kg, Sicherheitsfaktor 1,5. Im selben Gang stehen Paletten mit Reinigungsmitteln (LGK 8, ätzend). Deine Teamleiterin fragt: "Wie viele Lagen Konserven dürfen wir stapeln, und können die hier stehen bleiben?"

📝 Fasse mental zusammen: Welche zwei Prüfungen führst du durch, bevor du die Glaskonserven einlagerst - und zu welchem Ergebnis kommst du bei jeder?

Teste dein Wissen

Im Hochregallager soll eine 800-kg-Palette Fliesenkleber auf leichte Kunststoffgranulat-Kartons gestapelt werden. Welches Stapelbarkeits-Kriterium wird hier verletzt?

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