Statische und dynamische Lagerung

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Was du nach diesem Konzept kannst 2
  1. Du bist in der Lage, die Vor- und Nachteile statischer und dynamischer Lagersysteme im Betriebsalltag analysieren ,

    indem mindestens 3 Vorteile und 2 Nachteile dynamischer Systeme gegenüber statischen Systemen herausgearbeitet werden, wobei der Stromausfall als konkretes Ausfallrisiko mit mindestens 2 betrieblichen Folgen (z.B. kein Zugriff auf eingelagerte Waren, Stillstand der Kommissionierung, erforderliche manuelle Notfallprozesse) und der Paternoster als Beispiel für Flächeneffizienz explizit einbezogen werden.

  2. Du bist in der Lage, die Wahl zwischen statischem und dynamischem Lagersystem für 2 beschriebene Lagerszenarien beurteilen ,

    indem für jedes Szenario (z.B. Apotheken-Kommissionierung mit hohem Durchsatz vs. Baumarkt mit sperrigen Gütern) das geeignetere System bestimmt und die Entscheidung mit je 2 szenariospezifischen Argumenten belegt wird.

40 leere Stellplätze - und das System meldet "voll"?

Sechs Paletten ohne Platz

40 leere Stellplätze im Hochregallager, aber das Lagerverwaltungssystem meldet 95 Prozent Belegung. Deine Kollegin Anja steht Freitagvormittag um 10:45 Uhr mit sechs Paletten Saisonware auf der Rampe. Die Ware muss bis Montagfrüh kommissionierbereit sein. Bleibt sie dort stehen, blockiert sie den Wareneingang für zwei weitere Lieferungen.

Welche Regalarten im Lager stehen und wie Bodenlagerung funktioniert, führt zur nächsten Frage: Wie werden die Plätze in diesen Regalen vergeben? Die Antwort erklärt Anjas Paradox.

Zwei Prinzipien der Lagerplatzvergabe

Bei statischer Lagerung (Festplatzsystem) bekommt jeder Artikel einen festen Stellplatz. Artikel 4711 steht immer in Regal B, Fach 3, Ebene 2. Auch wenn der Platz seit Wochen leer ist, bleibt er reserviert. Das System zählt ihn als belegt.

Bei dynamischer Lagerung (chaotische Lagerung, Freiplatzsystem) hat kein Artikel einen festen Platz. Jede eingehende Palette wird auf den nächsten freien Stellplatz gefahren. Das Lagerverwaltungssystem (LVS) speichert, wo die Palette steht. Ohne funktionierendes LVS findet niemand die Ware wieder.

Anjas Problem entsteht durch statische Lagerung: 40 Artikel haben feste Plätze, sind aber gerade nicht auf Lager. Die Plätze stehen physisch leer, gelten im System aber als belegt.

🔮 Bevor du weiterliest: Was würde passieren, wenn Anjas Betrieb ab sofort auf dynamische Lagerung umstellt - ohne weitere Vorbereitung?

Welches System passt zu welchem Lager?

Vier Kriterien im Vergleich

Vier Kriterien entscheiden, welches System besser zu einem Betrieb passt:

Bei der Flächennutzung verschwendet statische Lagerung Platz. Jeder reservierte, aber leere Stellplatz ist totes Kapital. Dynamisch nutzt jeden freien Platz sofort. In der Praxis spart das 20 bis 30 Prozent Lagerfläche.

Statische Lagerung hat bei der Suchzeit einen klaren Vorteil. Erfahrene Lagerkräfte wissen auswendig, wo ein Artikel steht. Dynamisch braucht immer einen Scanner oder ein Terminal. Dafür entfallen lange Wege zu weit entfernten Festplätzen.

Der IT-Aufwand unterscheidet sich grundlegend. Statisch funktioniert notfalls mit Papierlisten und Regalschildern. Dynamisch ist ohne LVS nicht betreibbar.

Bei der Sortimentsflexibilität dreht sich das Bild. Statisch wird zum Problem, wenn Artikel häufig wechseln. Jeder neue Artikel braucht einen Festplatz, jeder gestrichene hinterlässt eine Lücke. Dynamisch passt sich automatisch an.

Wann funktioniert welches System?

Die Faustregel: Je stabiler das Sortiment und je kleiner das Lager, desto eher funktioniert statische Lagerung. Je häufiger Artikel wechseln und je größer das Lager, desto mehr profitiert der Betrieb von dynamischer Vergabe.

Ein Schraubenhändler mit 200 Stammartikeln, die sich seit Jahren nicht ändern, kommt mit Festplätzen gut zurecht. Ein Online-Händler mit 15.000 Artikeln und wöchentlich wechselndem Sortiment wäre mit Festplätzen verloren.

🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst es einer Kollegin in einer WhatsApp-Nachricht in je einem Satz, warum statische Lagerung bei stabilem Sortiment funktioniert, aber bei wechselndem Sortiment Platz verschwendet.

Lohnt sich der Umstieg auf dynamische Lagerung?

Elektrogroßhändler mit 960 leeren Plätzen

Ein Elektrogroßhändler lagert 3.200 Artikel auf 4.000 Palettenstellplätzen. Das Sortiment wechselt quartalsweise: 400 Artikel werden gestrichen, 350 neue kommen hinzu. Aktuell arbeitet der Betrieb mit statischer Lagerung. Die Systembelegung liegt bei 92 Prozent, die tatsächliche Belegung bei nur 68 Prozent. 960 Stellplätze stehen physisch leer.

Lohnt sich der Umstieg auf dynamische Lagerung? Drei Argumente sprechen dafür:

  1. Flächengewinn - 960 freie Plätze werden sofort nutzbar. Das entspricht fast einem Viertel der Gesamtkapazität. Ein Anbau oder externes Lager wird überflüssig.
  2. Sortimentswechsel ohne Umräumen - Neue Artikel brauchen keinen Festplatz. Gestrichene Artikel hinterlassen keine dauerhaften Lücken.
  3. Kürzere Wege durch LVS-Steuerung - Das System kann Schnelldreher automatisch nahe an die Kommissionierzone legen. Bei Festplätzen stehen Schnelldreher oft weit hinten, weil ihr Platz einmal so zugewiesen wurde.

Anjas Platzproblem gelöst?

Zurück zu Anjas Hochregallager: Ihre 40 leeren Stellplätze sind das Symptom eines Festplatzsystems, das nicht zum Sortiment passt. Mit dynamischer Lagerung wären die sechs Paletten Saisonware längst auf freien Plätzen eingelagert.

🤔 Frage dich: Anjas Teamleiterin sagt: "Wir stellen einfach auf dynamisch um, dann ist das Platzproblem gelöst." Was übersieht sie dabei?

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Im Hochregallager zeigt das LVS 95 % Belegung, obwohl 40 Stellplätze physisch leer stehen. Wie erklärt die Festplatzvergabe dieses Ergebnis?

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