Regalarten und Bodenlagerung

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, eine Planungsaufgabe zur regelkonformen Aufstellung von Lagerregalen nach DGUV Regel 108-007 zu lösen ,

    indem in einer Fallsituation mindestens 4 Vorgaben (Anfahrschutz, Belastungsangaben, Sicherheitsabstände, Prüfintervalle) korrekt benannt, im Grundriss verortet und Abweichungen vom Ist-Zustand begründet werden.

  2. Du bist in der Lage, die gängigen Regalarten im Lager zu benennen ,

    indem mindestens 5 von 6 Regalarten (Paletten-, Kragarm-, Fachboden-, Durchlauf-, Einfahr-, Verschieberegal) mit jeweils einer typischen Anwendung korrekt aufgeführt werden.

  3. Du bist in der Lage, die Eignung von Regallagerung und Bodenlagerung für verschiedene Warenarten zu vergleichen ,

    indem für mindestens 4 Warenarten Vorteile und Nachteile bezüglich Raumnutzung, Zugriff, Kosten und Stapelfähigkeit gegenübergestellt werden.

Welches Regal passt, wenn nichts passt?

"Sechs Meter lang. Wo sollen die hin?"

"Sechs Meter lang. Wo sollen die hin?" Samstagnachmittag, 14:15 Uhr in der Lagerhalle. Stahlrohre liegen auf der Gabel des Frontstaplers. Deine Palettenregale haben 2,70 m Feldbreite. Bodenlagerplätze sind keine markiert. Das Fahrpersonal draußen will in zehn Minuten weiter.

Rohre ins Palettenregal quetschen? Sie ragen in den Verkehrsweg. Unfallgefahr. Einfach auf den Hallenboden legen? Blockierte Fahrwege, Abmahnung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Lagerflächen und Zonen klären das Wo. Jetzt geht es um das Wie: Welches Lagersystem passt zu welcher Ware?

Sechs Regalarten und eine Lösung für die Rohre

Die Antwort für die Stahlrohre: ein Kragarmregal. Horizontale Tragarme ohne Vorderstützen nehmen Langgut wie Rohre, Bretter oder Stahlprofile auf. Keine Feldbreite begrenzt die Länge.

Das Kragarmregal ist eine von sechs gängigen Regalarten:

  1. Das Palettenregal ist der Standard für palettierte Ware. Jede Palette ist direkt per Stapler erreichbar.
  2. Langgut wie Rohre oder Profile lagert im Kragarmregal. Offene Bauweise ohne seitliche Begrenzung.
  3. Kleinteile und Handware kommen ins Fachbodenregal. Bestückung und Entnahme per Hand.
  4. Im Durchlaufregal wird Ware an einer Seite eingelegt und rollt per Schwerkraft zur Entnahmeseite. Ideal für das FiFo-Prinzip.
  5. Der Stapler fährt direkt in den Regalkanal: Einfahrregal. Hohe Raumnutzung, eingeschränkter Einzelzugriff.
  6. Regale auf Schienen, nur ein Gang nötig: das Verschieberegal. Maximale Flächennutzung bei geringer Zugriffshäufigkeit.
🎬 Vorstellung: Stell dir die Lagerhalle an deinem Ausbildungsplatz vor. Welche dieser sechs Regalarten stehen dort, und welche Ware lagert darin?

Regal oder Boden - wann ist was besser?

Vier Warenarten, vier Entscheidungen

Sechs Regalarten, sechs Einsatzzwecke. Aber braucht jede Ware überhaupt ein Regal? Bodenlagerung bedeutet: Ware steht direkt auf dem Hallenboden, oft auf Paletten gestapelt. Vier Warenarten zeigen den Unterschied:

  • Stahlrohre (6 m): Kein Standardregal passt. Das Kragarmregal ist die einzige Regaloption. Bodenlagerung wäre platzsparend, blockiert aber Fahrwege ohne markierte Stellplätze.
  • Elektronik-Kleinteile: Einzelzugriff nötig, empfindliche Ware. Das Fachbodenregal ist ideal. Bodenlagerung scheidet aus, weil Kleinteile nicht stapelbar sind.
  • Getränkepaletten (gleichförmig, schwer, hoher Umschlag): Stapelbar, gleiches Maß. Bodenlagerung in Blockform spart Regalkosten. Nachteil: nur die oberste Lage ist direkt erreichbar.
  • Big Bags mit Schüttgut (500 kg): Zu schwer und forminstabil für Fachbodenregale. Bodenlagerung ist Standard. Die Raumhöhe wird kaum genutzt.

Der entscheidende Faktor

Die Entscheidung hängt an drei Fragen: Ist die Ware stapelfähig? Brauchst du Einzelzugriff auf jede Einheit? Und wie lange bleibt sie im Lager?

Stapelfähige Ware mit niedrigem Einzelzugriff (Getränkepaletten im Saisonlager) profitiert von Bodenlagerung. Empfindliche Ware mit hohem Zugriffsbedarf (Ersatzteile, Elektronik) braucht ein Regal mit direktem Zugang zu jeder Position.

🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst jemandem aus dem ersten Lehrjahr, warum Getränkepaletten am Boden gelagert werden, Smartphone-Hüllen aber ins Fachbodenregal gehören. Wie formulierst du den Unterschied in zwei Sätzen?

Welche Regeln gelten beim Aufstellen?

Vier Vorgaben nach DGUV Regel 108-007

Ob Paletten-, Kragarm- oder Durchlaufregal: Jedes Regal im Betrieb muss nach der DGUV Regel 108-007 aufgestellt und betrieben werden. Vier Vorgaben sind zentral:

  1. Anfahrschutz an jeder Regalstütze im Staplerverkehr. Der gelbe Rammschutz verhindert, dass ein Stapler die Stütze verbiegt und das Regal einstürzt.
  2. Auf jedem Regal müssen Belastungsangaben sichtbar angebracht sein: maximale Fachlast und maximale Feldlast in Kilogramm. Ohne diese Schilder darf das Regal nicht beladen werden.
  3. Zwischen Regalrücken und Wand gelten feste Sicherheitsabstände nach DGUV Regel 108-007: mindestens 0,5 m zu Wandvorsprüngen bei statischen Regalen; bei verfahrbaren Regalen (Verschieberegal) zwischen 50 und 180 mm. Der oft praxisüblich genannte Wert von 75 mm ist eine Installationstoleranz im Montagestandard - kein Norm-Mindestmaß. Die Gangbreite richtet sich nach dem Staplertyp, bei Gabelstaplern oft 3 m oder mehr.
  4. Regale müssen in festen Prüfintervallen von einer befähigten Person kontrolliert werden. Mindestens einmal jährlich, bei starker Beanspruchung häufiger.

Was Samstagnachmittag tatsächlich helfen würde

Die Stahlrohre gehören in ein Kragarmregal. Aber auch dieses Regal braucht Anfahrschutz an den Stützen, ein Schild mit der maximalen Tragarmlast, den vorgeschriebenen Wandabstand und eine dokumentierte Jahresprüfung. Ohne diese vier Punkte darf es nicht in Betrieb gehen.

🤔 Frage dich: Warum steht auf dem Belastungsschild eines Kragarmregals "Tragarmlast" statt "Fachlast", und ändert das etwas an den anderen drei Vorgaben?

Teste dein Wissen

Du arbeitest als Fachlagerist:in. Sperrholzplatten in wechselnden Längen bis 4 m sollen gelagert werden. Welches Regalsystem ist dafür typischerweise geeignet?

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