Wegeoptimierung und Routing-Strategien

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, die gängigen Routing-Strategien in der Kommissionierung zu erklären ,

    indem alle vier Strategien (Stichgang, Schleifen, Mäander, Mittelpunkt) in einem vorgegebenen Lagergrundriss durch farblich unterschiedene Wegverläufe (je Strategie eine eigene Farbe) eingezeichnet und für jede Strategie ein konkretes Auftragsprofil (z.B. geringe Positionszahl pro Gang, hohe Gangauslastung) als typisches Einsatzszenario in jeweils einem vollständigen Satz schriftlich benannt wird.

  2. Du bist in der Lage, die Eignung verschiedener Routing-Strategien für unterschiedliche Auftragsstrukturen zu vergleichen ,

    indem für drei konkrete Auftragsprofile (wenige Positionen pro Gang, viele Positionen, gemischt) jeweils Wegezeit und Blockierungsrisiko gegenübergestellt und die günstigste Strategie begründet ausgewählt wird.

  3. Du bist in der Lage, die vom Lagerverwaltungssystem vorgeschlagene Wegeführung in einem konkreten Schmalganglager zu beurteilen ,

    indem anhand von mindestens drei Kriterien (Wegezeit, Vermeidung von Begegnungsverkehr, ergonomische Belastung) eine begründete Stellungnahme mit konkretem Optimierungsvorschlag formuliert wird.

Warum schickt dich das System drei Gänge weiter?

Abkürzung mit Folgen

Warum schickt dich dein MDE-Gerät von Gang 4 direkt zu Gang 9, obwohl Gang 5 auch offene Positionen hat? Montagvormittag in der Kommissionierzone. Du findest die Route unsinnig, biegst in Gang 5 ab. Dort blockiert dein Kollege Mustafa mit seinem Stapler den Gang. Keiner von euch kann wenden.

Jede Blockade kostet euch beide rund zehn Minuten. Drei pro Schicht, und das 17-Uhr-Versandfenster ist gerissen.

Aus dem Bereich Kommissionierzeiten weißt du, dass die Wegzeit den größten Anteil an der Gesamtzeit frisst. Was unnötige Fahrwege pro Schicht kosten, hast du beim Fördermitteleinsatz bereits durchgerechnet. Genau hier setzen Routing-Strategien an: Das Lagerverwaltungssystem berechnet nicht nur den kürzesten Weg, sondern auch den kollisionsfreien.

Vier Strategien, vier Wege durch das Lager

Das LVS wählt je nach Auftrag aus vier etablierten Strategien (nach de Koster/Roodbergen, auch in VDI 3590):

  1. Stichgangstrategie (Return): Du fährst in einen Gang mit Picks bis zum letzten Pick hinein, drehst um und kommst am selben Ende wieder heraus. Gänge ohne Picks werden übersprungen. Ideal bei wenigen Positionen pro Gang.
  2. Mäanderstrategie / S-Shape (Schlangenlinie): Du durchfährst jeden Gang mit Picks vollständig von einem Hauptgang zum anderen - in Schlangenlinie durch das Lager. Gänge ohne Picks werden übersprungen. Sinnvoll bei hoher Gangauslastung, weil kein Weg doppelt anfällt.
  3. Mittelpunktstrategie (Midpoint): Du teilst jeden Gang gedanklich an der Lagermitte: Picks in der vorderen Hälfte werden vom oberen Hauptgang aus angefahren, Picks in der hinteren Hälfte vom unteren. Nützlich, wenn Picks an den Gangenden konzentriert sind.
  4. Largest-Gap-Strategie: Du fährst in jeden Gang von beiden Enden nur so weit hinein, dass die größte Pick-freie Strecke (der "größte Gap") nicht durchquert wird. In Studien performt sie meist besser als die Mittelpunktstrategie.
🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Jemand Neues im Team fragt dich: "Warum überspringt das System manchmal ganze Gänge?" Wie erklärst du den Unterschied zwischen Stichgang- und Mäanderstrategie in je einem Satz?

Welche Strategie passt zu welchem Auftrag?

Drei Auftragsprofile im Vergleich

Nicht jede Strategie passt zu jedem Auftrag. Drei typische Profile:

Bei wenigen Positionen pro Gang (z.B. 1-2 Picks in 3 von 12 Gängen) gewinnt die Stichgangstrategie (Return). Du besuchst nur drei Gänge, sparst Wegzeit und hältst die übrigen neun für andere frei.

Die Mäanderstrategie (S-Shape) ist effizienter, wenn viele Positionen pro Gang vorliegen (z.B. 8+ Picks in fast jedem Gang). Du durchfährst jeden Gang mit Picks einmal komplett. Weil alle in derselben Richtung fahren, bleibt das Blockierungsrisiko gering.

Ein gemischtes Profil (einige Gänge voll, andere leer) löst die Mittelpunkt- oder Largest-Gap-Strategie am besten. Du fährst nur so tief in jeden Gang, wie nötig, und triffst seltener auf Gegenverkehr.

Was das System besser wusste

Zurück zu deiner Abkürzung in Gang 5. Das LVS hatte drei Gründe, dich vorbeizuschicken:

  1. Deine zwei Picks in Gang 5 lagen nah am Eingang. Die Route über Gang 9 sparte Wegzeit, weil Gang 9 ohnehin auf dem Rückweg lag.
  2. Mustafa war bereits in Gang 5 unterwegs. Das System kannte seine Position und hat dich umgeleitet, um Begegnungsverkehr zu vermeiden.
  3. Weniger Wendemanöver im Schmalgang bedeuten weniger Körperdrehungen pro Schicht. Die ergonomische Belastung sinkt messbar.

Drei Kriterien, eine Route. Wenn dir eine LVS-Route das nächste Mal merkwürdig vorkommt, prüfe diese drei Punkte. Oft steckt ein besserer Plan dahinter, als der Blick auf den nächsten Gang vermuten lässt.

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Das LVS schickt dich im Stichgang-Modus durch die Kommissionierzone. Welches Merkmal beschreibt diese Routing-Strategie korrekt?

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