Statisches Prinzip: Person zur Ware

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, das statische Kommissionierprinzip Person zur Ware zu beschreiben ,

    indem mindestens vier Prozessschritte vom Auftragseingang bis zur Bereitstellung am Versandplatz in korrekter Reihenfolge aufgezählt, die dabei eingesetzten Hilfsmittel (z.B. Kommissionierwagen, Pickliste, Handscanner) vollständig genannt und die Wegewahl im Lager in einem Satz mit Bezug auf Effizienz oder Weglängenoptimierung begründet werden.

  2. Du bist in der Lage, die Eignung des Prinzips Person zur Ware zu analysieren ,

    indem für mindestens drei Sortimentstypen (z.B. sperrige Baumarktartikel, mittelvolumige Werkzeuge, Kleinteile) Vor- und Nachteile gegenüber dynamischen Systemen begründet abgeleitet werden.

  3. Du bist in der Lage, die Merkmale statischer Kommissioniersysteme zu nennen ,

    indem mindestens vier charakteristische Merkmale (z.B. ortsfeste Lagerung, Bewegung des Kommissionierers, manuelle Entnahme, niedriger Investitionsbedarf) korrekt aufgezählt werden.

Warum läufst du selbst, wenn nebenan Roboter fahren?

Neun Kilometer für acht Positionen

Warum fahren im Elektroniklager nebenan Roboter die Ware zum Packplatz, aber in Kommissionierzone B läuft jede Bestellung zu Fuß? Mittwochnachmittag, 13:30 Uhr im Baumarkt-Zentrallager. Deine Kollegin Vy schiebt ihren Kommissionierwagen durch den sechsten Gang. Acht Positionen, 9 Kilometer auf dem Schrittzähler. Ihre Teamleiterin will wissen, warum dieser Bereich nicht automatisiert ist.

Die Antwort steckt im Sortiment: Besenstiele, Zementsäcke, Schraubensortimente. Unterschiedliche Größen, Gewichte, Verpackungen. Kein Robotergreifer fasst einen 1,80-Meter-Besenstiel genauso wie eine 25-Kilo-Tüte Zement. Dieses Prinzip heißt Person zur Ware: Die Ware bleibt an ihrem festen Platz, die kommissionierende Person bewegt sich zum Regal.

Vier Merkmale des statischen Prinzips

Vier Eigenschaften kennzeichnen statische Kommissioniersysteme:

  1. Jeder Artikel hat einen festen Regalplatz, der sich nicht verändert (ortsfeste Lagerung).
  2. Die kommissionierende Person bewegt sich durch das Lager, nicht umgekehrt.
  3. Die Entnahme erfolgt manuell: greifen, prüfen, auf den Wagen legen.
  4. Der Investitionsbedarf ist niedrig, weil keine automatische Fördertechnik nötig ist.
🎬 Vorstellung: Du stehst mit einem Kommissionierwagen am Anfang von Gang 1. Acht Artikel, sechs Gänge. Du planst deine Route.

Wie läuft der Weg vom Auftrag zum Versandplatz?

Fünf Schritte der statischen Kommissionierung

Vom Auftragseingang bis zur fertigen Sendung durchläuft jeder Kommissionierauftrag fünf Schritte:

  1. Das Lagerverwaltungssystem (LVS) empfängt die Bestellung und erzeugt einen Kommissionierauftrag.
  2. Du bekommst die Positionen auf einen Handscanner oder als gedruckte Pickliste mit Artikelnummer, Lagerplatz und Menge.
  3. Du folgst der wegoptimierten Reihenfolge durch die Gänge, um möglichst wenig Strecke zurückzulegen.
  4. Am Regalplatz greifst du den Artikel, scannst den Lagerplatz-Barcode und legst die Ware auf den Kommissionierwagen.
  5. Nach der letzten Position bringst du den Wagen zum Versandplatz, wo die Sendung geprüft und verpackt wird.

Hilfsmittel und Wegewahl

Drei Hilfsmittel begleiten jede Tour: der Kommissionierwagen transportiert die gesammelten Artikel, die Pickliste (digital oder Papier) zeigt die Reihenfolge, und der Handscanner bestätigt jede Entnahme per Barcode.

Die Wegewahl entscheidet über die Effizienz. Ohne optimierte Route verdoppelt sich die Strecke schnell. Das LVS ordnet die Positionen deshalb gangweise an: Du arbeitest einen Gang komplett ab, bevor du zum nächsten wechselst. Bei Vys Tour mit acht Positionen in sechs Gängen spart das leicht 2-3 Kilometer pro Schicht.

🔮 Bevor du weiterliest: Für welchen der drei Artikeltypen im Baumarkt (sperrig, mittelgroß, klein) wäre ein dynamisches System am ehesten eine Alternative zum Laufen?

Für welches Sortiment passt das statische Prinzip?

Drei Sortimentstypen im Vergleich

Nicht jedes Sortiment profitiert gleich stark vom statischen Prinzip. Drei typische Fälle:

Sperrige Artikel (Besenstiele, Zementsäcke, Gartenmöbel): Automatische Fördertechnik kann solche Formate schlecht greifen. Das statische Prinzip ist oft die einzige Option, bringt aber hohe körperliche Belastung und lange Laufwege mit sich.

Mittelvolumige Artikel (Werkzeugkoffer, Farbeimer): Handlich genug zum Greifen und flexibel lagerbar. Automatisierung wäre technisch möglich, rechnet sich aber erst bei sehr hohem Durchsatz. Bei moderatem Volumen bleibt die Laufzeit der einzige Nachteil.

Kleinteile (Schrauben, Dübel, Elektronikbauteile): Kleine Behälter lassen sich leicht automatisiert transportieren, ein dynamisches System wäre hier oft schneller. Statisch bleibt der Investitionsbedarf gering, aber der Laufweg pro Pick steigt deutlich.

Vys Antwort an die Teamleiterin

Zurück zu Vys Teamleiterin: Warum ist Zone B nicht automatisiert? Weil das Sortiment so unterschiedlich in Größe und Gewicht ist, dass kein einheitliches Greifsystem alle Artikel abdecken kann. Die Investition in Robotik würde sich bei dieser Vielfalt nicht rechnen. Das statische Prinzip ist hier nicht die zweitbeste Lösung, sondern die passende.

🤔 Frage dich: Was würde passieren, wenn das Baumarkt-Zentrallager sein Sortiment aufteilt - Kleinteile in ein automatisiertes Lager, Sperrgut weiterhin statisch? Welche Vorteile und welche neuen Probleme entstehen?

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