Umschlagshäufigkeit berechnen

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, die Umschlagshäufigkeit aus Jahresverbrauch und durchschnittlichem Lagerbestand zu berechnen ,

    indem an mindestens 3 Aufgaben unterschiedlicher Komplexität die Formel UH = Abgang / Ø-Bestand korrekt angewendet und das Ergebnis mit der zugehörigen Einheit ausgewiesen wird.

  2. Du bist in der Lage, die rechnerische Veränderung der Umschlagshäufigkeit bei variierendem Durchschnittsbestand zu analysieren ,

    indem in einer Rechensimulation mindestens 3 Bestandsszenarien (Halbierung, Verdopplung, Konstanz) bei gleichbleibendem Absatz durchgerechnet und der mathematische Zusammenhang erläutert wird.

  3. Du bist in der Lage, die Angemessenheit unterschiedlicher Umschlagshäufigkeits-Zielwerte je Branche zu beurteilen ,

    indem für mindestens 3 Branchen (Frischwarenhandel, Maschinenbau, Ersatzteilhandel) plausible Zielwerte begründet und gegen Risiken wie Verderb, Kapitalbindung und Lieferfähigkeit abgewogen werden.

Wie oft dreht sich dein Lagerbestand?

Acht Stellplätze für einen Artikel

Freitagvormittag, 10:15 Uhr im Dispositionsbüro. Die Jahresauswertung liegt auf deinem Bildschirm. Eine Zeile fällt auf: Artikel 4711 belegt acht Stellplätze, Jahresverbrauch 10.000 Stück, durchschnittlicher Bestand 2.000 Stück. Jeder Stellplatz kostet 45 Euro im Monat. Acht Plätze für einen einzigen Artikel: 4.320 Euro im Jahr. Deine Teamleitung will bis Montag eine Auswertung.

Du kennst bereits die Berechnung des durchschnittlichen Lagerbestands. Hier setzt die Umschlagshäufigkeit an. Sie zeigt, wie oft sich ein Bestand pro Jahr komplett erneuert:

UH = Jahresverbrauch / Ø Lagerbestand

Für Artikel 4711: UH = 10.000 Stück / 2.000 Stück = 5 pro Jahr

Der Bestand dreht sich also fünfmal im Jahr. Aber ist das viel oder wenig?

Was passiert, wenn der Bestand sich ändert?

Der Absatz bleibt bei 10.000 Stück. Drei Szenarien bei verändertem Bestand:

  • Bestand sinkt auf 1.000 Stück: UH = 10.000 / 1.000 = 10
  • Bestand bleibt bei 2.000 Stück: UH = 10.000 / 2.000 = 5
  • Bestand steigt auf 4.000 Stück: UH = 10.000 / 4.000 = 2,5

Der Zusammenhang ist umgekehrt proportional: Halbierst du den Bestand, verdoppelt sich die Umschlagshäufigkeit. Verdoppelst du ihn, halbiert sie sich. Der Jahresverbrauch bleibt in der Formel der Fixpunkt.

🤔 Frage dich: Schätze: Artikel 4711 belegt 8 Stellplätze bei 2.000 Stück Bestand. Wie viele Stellplätze bräuchte er bei 1.000 Stück, und wie viel Euro spart das pro Jahr?

Aus UH werden Lagerdauer und Lagerreichweite

Aus derselben Datenbasis lassen sich zwei weitere Kennzahlen ableiten. Die durchschnittliche Lagerdauer zeigt, wie viele Tage ein Artikel typischerweise im Regal verbringt:

Lagerdauer (Tage) = 360 / UH = (360 × Ø Lagerbestand) / Jahresverbrauch

Für Artikel 4711 mit UH = 5: Lagerdauer = 360 / 5 = 72 Tage. Im Schnitt liegt jedes Stück also etwa zweieinhalb Monate im Lager, bevor es entnommen wird.

Die Lagerreichweite sagt, wie lange der aktuelle Bestand bei normalem Verbrauch ausreichen würde:

Lagerreichweite (Tage) = (Ø Lagerbestand × 360) / Jahresverbrauch

Bei Artikel 4711 ergeben 2.000 Stück Bestand und 10.000 Stück Jahresverbrauch eine Lagerreichweite von 2.000 × 360 / 10.000 = 72 Tagen. Die Lagerreichweite ist hier identisch mit der Lagerdauer, weil der Bestand konstant gehalten wird. Sinkt der Bestand auf 1.000 Stück, sinkt auch die Reichweite auf 36 Tage - Lieferengpässe schlagen schneller durch.

Merksatz: UH, Lagerdauer und Lagerreichweite sind die drei Lese-Perspektiven derselben Bestandssituation. Hohe UH bedeutet kurze Lagerdauer und kurze Reichweite.

Ist eine UH von 5 gut oder schlecht?

Drei Branchen, drei Maßstäbe

Ob eine UH von 5 gut ist, hängt von der Branche ab.

Im Frischwarenhandel (Supermarkt, Molkerei) liegt der Zielwert oft über 20 - bei sehr kurzlebigen Sortimenten wie Backwaren oder zubereiteten Salaten auch deutlich darüber. Joghurt verdirbt nach wenigen Tagen. Niedriger Umschlag bedeutet Verderb und Totalverlust.

Im Maschinenbau bewegt sich der Zielwert zwischen 4 und 8. Bauteile sind teuer, aber haltbar. Zu hoher Umschlag riskiert Produktionsstillstand bei Lieferengpässen.

Im Ersatzteilhandel liegt er oft unter 4. Seltene Teile müssen verfügbar sein, auch wenn sie monatelang im Regal liegen. Kapitalbindung ist hier der Preis für Lieferfähigkeit.

Deine Auswertung für Montag

Zurück zu Artikel 4711. Mit einer UH von 5 liegt er im typischen Bereich für Industrieteile. Trotzdem sind 4.320 Euro Stellplatzkosten pro Jahr ein Hebel.

Senkst du den Bestand von 2.000 auf 1.000 Stück, steigt die UH auf 10. Der Artikel braucht dann vier statt acht Stellplätze. Die Einsparung: rund 2.160 Euro im Jahr. Voraussetzung: Die Lieferkette muss häufigere, kleinere Nachlieferungen zuverlässig leisten. Sonst droht Fehlbestand.

Deine Auswertung hat damit drei Bausteine: die aktuelle UH, den Branchenvergleich und ein konkretes Einsparszenario mit Risikobewertung.

Teste dein Wissen

Im Dispositionsbüro liegt die Montagsauswertung: Artikel 4711, Jahresverbrauch 10.000 Stück, Ø Bestand 2.000 Stück. Welchen UH-Wert trägst du in den Bericht ein?

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