Kennzeichnung und Beschriftung praktisch anwenden

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, eine Kennzeichnungsaufgabe für eine Gefahrgutverpackung nach ADR und IATA zu lösen ,

    indem an einer Musterverpackung alle Pflichtelemente (UN-Nummer, Gefahrzettel, Versandbezeichnung, Ausrichtungspfeile) in korrekter Größe und Position vollständig angebracht werden.

  2. Du bist in der Lage, die Konformität angebrachter Gefahrstoffpiktogramme hinsichtlich vorgeschriebener Mindestmaße, zulässiger Anbringungspositionen und geforderter Kontrastverhältnisse nach CLP-Verordnung zu überprüfen ,

    indem an mindestens 4 Musterverpackungen Abweichungen von den CLP- und ADR-Vorgaben (z.B. unterschrittene Mindestgröße von 10 × 10 mm, falsche Platzierung auf Bodenfläche, fehlender schwarzer Rahmen) identifiziert und mit konkreten Korrekturhinweisen versehen werden.

  3. Du bist in der Lage, die abschließende Qualitätskontrolle aller vorgeschriebenen Kennzeichnungen nach dem Verpacken zu lösen ,

    indem mittels einer Checkliste mit mindestens 6 Prüfpunkten Vollständigkeit, Lesbarkeit und Haftung der Kennzeichnung dokumentiert und das Ergebnis schriftlich freigegeben oder beanstandet wird.

Welche drei Fehler stecken auf Walids Gebinde?

"Kannst du das nochmal prüfen?"

"Kannst du das nochmal prüfen?" Walid schiebt dir ein 30-Liter-Gebinde über den Packtisch. Donnerstagvormittag, 05:00 Uhr in der Exportverpackungszone. Um 05:40 Uhr holt der Spediteur die Sendung ab. Im Gebinde: ätzende Flüssigkeit, Gefahrgutklasse 8, Bestimmung Luftfracht.

Du drehst den Karton. Der UN-Verpackungscode ist korrekt entschlüsselt, die Handhabungspiktogramme nach ISO 780 sitzen richtig, die Holzpalette trägt den IPPC-Stempel. Aber bei der Gefahrgutkennzeichnung fallen dir drei Probleme auf: Das CLP-Piktogramm misst kaum 15 mal 15 Millimeter. Die UN-Nummer steht nur auf einer Seite. Und das IATA-Handling-Label klebt direkt auf der Kartonnaht.

Was muss korrigiert werden, bevor der Spediteur kommt?

Vier Pflichtelemente für den Gefahrguttransport

Jede Gefahrgutverpackung für den Transport nach ADR (Straße) oder IATA (Luft) braucht vier Pflichtelemente:

  1. UN-Nummer (z.B. "UN 1760"): Gut sichtbar auf dem Gebinde. Bei flüssigen Gefahrgütern zusammen mit den Ausrichtungspfeilen auf zwei gegenüberliegenden Seiten, damit die Kennzeichnung aus jeder Richtung erkennbar bleibt.
  2. Rautenförmiger Gefahrzettel mit dem Symbol der jeweiligen Gefahrgutklasse. Mindestgröße auf Versandstücken: 100 × 100 mm.
  3. Versandbezeichnung (Proper Shipping Name): Der offizielle englische Stoffname, z.B. "CORROSIVE LIQUID, N.O.S."
  4. Ausrichtungspfeile: Zwei Pfeile nach oben auf zwei gegenüberliegenden Seiten. Pflicht bei flüssigen Gefahrgütern.

Zusätzlich am Fahrzeug oder Container: Großzettel (Placards) mit Mindestmaß 250 × 250 mm (ADR 5.3.1.7). Sie wiederholen den Gefahrzettel an Fahrzeugaußenseiten, damit Rettungskräfte die Gefahr aus der Entfernung erkennen.

Bei Luftfracht kommen IATA-spezifische Handling-Labels dazu. Kein Etikett darf auf Nähten, Verschlüssen oder der Bodenfläche kleben. Dort löst es sich oder wird beim Stapeln unleserlich.

🎬 Vorstellung: Stell dir vor, du hältst Walids Gebinde in der Hand und drehst es einmal komplett. Auf welcher Seite fehlt die UN-Nummer? Wo genau sitzt das IATA-Label auf der Naht?

Wann ist ein Gefahrstoffpiktogramm wirklich CLP-konform?

Drei Anforderungen an CLP-Piktogramme

Neben dem Gefahrzettel für den Transport braucht das Gebinde auch CLP-Piktogramme. Die kennzeichnen den Gefahrstoff selbst und unterliegen eigenen Regeln. Drei Anforderungen:

Mindestmaß: Das absolute Minimum liegt bei 10 × 10 mm. Für ein 30-Liter-Gebinde (also 3 L < V ≤ 50 L) schreibt die CLP-Verordnung ein Etikett von mindestens 74 × 105 mm vor (VO (EG) 1272/2008 Anhang I 1.2.1.4 Tabelle 1.3). Das Piktogramm muss in dieser Größenklasse mindestens 23 × 23 mm messen. Walids 15 × 15 mm sind zu klein.

Position: Gut sichtbare Seitenfläche. Verboten sind Bodenfläche, Nähte und Verschlüsse.

Kontrast: Schwarzes Symbol auf weißem Grund, umgeben von einem ausreichend breiten roten Rahmen. Ohne Rahmen fehlt die Erkennbarkeit auf Distanz.

Vier Gebinde, vier Abweichungen

Vier Gebinde stehen auf dem Prüftisch. Welche Abweichungen erkennst du?

  1. Piktogramm misst 8 x 8 mm, also unter dem absoluten Minimum von 10 x 10 mm. Korrektur: größeres Piktogramm aufbringen.
  2. Piktogramm korrekt dimensioniert, aber auf der Bodenfläche platziert. Korrektur: auf eine Seitenfläche versetzen.
  3. Symbol schwarz auf weiß, aber der rote Rahmen fehlt komplett. Korrektur: CLP-konformes Piktogramm mit vollständigem Rahmen verwenden.
  4. Piktogramm und Rahmen korrekt, aber das Etikett ist stark verblasst. Korrektur: witterungsbeständiges Etikett einsetzen.
🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst das einem Kollegen am Pausentisch, warum ein CLP-Piktogramm von 8 x 8 mm auf einem 30-Liter-Gebinde nicht ausreicht. Wie formulierst du die Mindestmaß-Regel in einem Satz?

Ist das Gebinde versandfertig?

Sechs Prüfpunkte vor der Freigabe

Bevor ein Gebinde den Versandbereich verlässt, prüfst du sechs Punkte:

  1. Alle Pflichtelemente vorhanden? UN-Nummer, Gefahrzettel, Versandbezeichnung, Ausrichtungspfeile, IATA-Labels.
  2. Schrift und Symbole aus einem Meter Entfernung erkennbar?
  3. Gefahrzettel mindestens 100 x 100 mm? CLP-Piktogramme im vorgeschriebenen Mindestmaß?
  4. Kein Etikett auf Nähten, Verschlüssen oder der Bodenfläche?
  5. Etiketten fest verklebt, keine losen Ecken?
  6. Farben korrekt, kein Verblassen, keine mechanischen Beschädigungen?

Das Ergebnis wird schriftlich dokumentiert: Freigabe oder Beanstandung mit konkretem Korrekturhinweis und Unterschrift der prüfenden Person.

Walids Gebinde auf dem Prüfstand

Zurück zu Walids Gebinde. Du gehst die sechs Punkte durch:

Vollständigkeit? UN-Nummer fehlt auf einer Seite. Größe? CLP-Piktogramm unter dem Mindestmaß. Position? IATA-Label auf der Naht. Drei Prüfpunkte nicht bestanden.

Ergebnis: Beanstandung. Walid bringt die UN-Nummer auf die zweite Seite auf, ersetzt das CLP-Piktogramm in korrekter Größe und klebt das IATA-Label auf eine glatte Fläche um. Erst nach erneuter Kontrolle geht das Gebinde zum Spediteur.

🤔 Frage dich: Walid sagt: "Die UN-Nummer steht doch auf der Vorderseite, eine Seite muss reichen." Stimmt das?

Teste dein Wissen

Du prüfst Walids 30-Liter-Gebinde (Klasse 8) vor Abholung durch den Spediteur. Das CLP-Piktogramm misst 15 × 15 mm. Was muss korrigiert werden?

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