Was klärst du mit dem Frachtführer, bevor die erste Palette auf den Lkw geht?
Touränderung an der Rampe
Karim schiebt die dritte Palette zur Rampe, als vom Führerhaus ein Ruf kommt: "Düsseldorf kommt jetzt zuerst." Samstagnachmittag, 16:00 Uhr. Die Mehrstopptour geht an drei Empfänger: erst Köln, dann Essen, zuletzt Düsseldorf. Karims Paletten stehen in genau dieser Reihenfolge bereit.
Der/Die Fahrer:in ist seit dem frühen Morgen unterwegs. Ihre Lenkzeit läuft, der Düsseldorfer Empfänger hat sein Zeitfenster vorverlegt. Du verstehst den Druck. Aber der Beladeplan zeigt eine andere Reihenfolge. Wird jetzt falsch geladen, muss am ersten Stopp alles wieder raus. Pro Stopp bis zu 45 Minuten Verzug, Zeitfenster platzen.
Aus dem Bereich Fahrzeug- und Lademittelkontrolle weißt du, dass der Lkw vor der Beladung geprüft und freigegeben wird. Jetzt folgt der nächste Schritt: die Abstimmung mit dem Frachtführer.
Fünf Punkte vor der Verladung
- Stoppfolge und Entladereihenfolge: Welcher Empfänger wird zuerst angefahren? Dessen Ware wird zuletzt geladen.
- Gewichtsverteilung und Achslast: Wo liegen die schweren Paletten? Die zulässige Achslast darf an keiner Achse überschritten werden.
- Ladungssicherung: Welche Sicherungsmittel stehen im Fahrzeug bereit? Welche Erwartungen hat der Frachtführer?
- Zeitfenster an den Entladestellen: Gibt es feste Anlieferzeiten? Verschiebungen wie bei Karims Tour ändern die gesamte Planung.
- Besonderheiten: Gefahrgut, Temperaturvorgaben, Zollpapiere. Alles, was die Verladung oder den Transport beeinflusst.
Erst wenn alle fünf Punkte geklärt sind, darf die erste Palette auf den Lkw.
🧑🏫 Erkläre es im Kopf: Stell dir vor, du erklärst das einem Kollegen am Pausentisch: Warum ist die Abstimmung mit dem Frachtführer vor der Verladung so wichtig?
Was tust du, wenn die Stoppfolge kurzfristig wechselt?
Zwei Prüffragen bei Planabweichungen
Der/Die Fahrer:in hat einen nachvollziehbaren Grund: Das Zeitfenster in Düsseldorf wurde vorverlegt. Trotzdem darfst du den Beladeplan nicht einfach umwerfen. Zwei Prüffragen helfen dir:
Erste Frage: Verändert die neue Reihenfolge die Achslast oder die Ladungssicherung? Wenn ja, ist Rücksprache mit der Disposition (Transportplanung) Pflicht. Eigenmächtige Änderungen an der Gewichtsverteilung können die Fahrstabilität gefährden.
Zweite Frage: Passen die Zeitfenster der anderen Empfänger noch? Wird Düsseldorf vorgezogen, verschieben sich Köln und Essen nach hinten. Platzt dort ein Zeitfenster, entstehen Wartezeiten oder Leerfahrten.
Nur wenn beide Fragen positiv ausfallen, kannst du die Anpassung eigenständig vornehmen und dokumentieren. In allen anderen Fällen: Disposition anrufen.
Karims Entscheidung
Karim ruft die Disposition an. Ergebnis: Die Stoppfolge kann gedreht werden. Die Achslast bleibt bei der neuen Reihenfolge im Rahmen, und Köln hat ein flexibles Zeitfenster. Essen wird zum letzten Stopp.
Karim passt den Beladeplan an, notiert Uhrzeit und Grund der Änderung und klärt mit dem Fahrpersonal die Sicherung für die neue Anordnung. Düsseldorf-Paletten gehen zuletzt auf den Lkw, damit sie am ersten Stopp direkt zugänglich sind. Kein Umladen, kein Zeitverlust, kein Risiko bei der Achslast.
Die Faustregel: Im Zweifel lieber einmal zu viel die Disposition anrufen als einmal zu wenig.
Teste dein Wissen
Welche fünf Informationen stimmst du mit dem Frachtführer ab, bevor die Beladung des Lkw beginnt?