Lernfeld 7: Güter verladen

Ladeplanung und Stauplan

Lerninhalt aus der Ausbildung zum Fachlagerist:in

Ladeplanung und Stauplan

Womit beginnt die Ladeplanung für gemischte Güter?

Der Fall: Samstag, 13:15 Uhr, Planungsbüro

Hinterachse überladen, 425 Euro Bußgeld, LKW stillgelegt. So endete letzte Woche die Tour eines Kollegen, weil der Stauplan nicht stimmte. Jetzt sitzt du Samstagnachmittag im Planungsbüro und sollst es besser machen: Bis Feierabend brauchst du einen fertigen Stauplan für Montag. Auf der Ladeliste stehen 6 Paletten Maschinenbauteile (je 800 kg) und 4 Paletten Glaswaren für drei Kund:innen. Die Tourensequenz liegt vor dir.

Lademeter berechnen zeigt dir, wie viel Platz die Ladung braucht. Jetzt geht es darum, wo im Laderaum jede Palette stehen muss.

Dein erster Schritt: die Tourensequenz lesen. Kunde A wird zuerst beliefert, Kunde C zuletzt. Daraus folgt eine klare Regel: Was zuerst raus muss, wird zuletzt eingeladen und steht direkt an der Hecktür. Das ist das LIFO-Prinzip (Last In, First Out). Die Ware für Kunde C kommt ganz nach vorne an die Stirnwand, weil sie erst am Ende der Tour gebraucht wird.

Stauposition und Trennmaßnahmen für drei Güterarten

Neben der Reihenfolge bestimmt die Güterart die genaue Position. Für deinen Stauplan gelten drei Regeln:

  1. Schwere Maschinenbauteile (je 800 kg): nach unten und möglichst mittig zwischen den Achsen. So bleibt der Schwerpunkt tief und die Achslast gleichmäßig verteilt.
  2. Empfindliche Glaswaren: oben oder seitlich, nie unter schwerer Ladung. Als Trennmaßnahme kommen Antirutschmatten zwischen die Paletten und Luftpolsterfolie um die Glasware. Zurrgurte sichern zusätzlich gegen Verrutschen.
  3. Leichte Stückgüter (falls vorhanden): ganz oben oder in Lücken, um den Laderaum optimal auszunutzen.

Die Faustregel lautet: Schwer nach unten, leicht nach oben, empfindlich getrennt.

Warum kann ein LKW überladen sein, obwohl das Gesamtgewicht stimmt?

Achslast: Das unsichtbare Problem im Stauplan

Das Gesamtgewicht deines beladenen LKW beträgt 18.800 kg und liegt unter den zulässigen 24.000 kg. Trotzdem kann eine einzelne Achse überlastet sein. Der Grund: Die zulässige Achslast begrenzt das Gewicht pro Achse, nicht nur insgesamt.

Ein Rechenbeispiel aus deinem Stauplan: Die Hinterachse darf maximal 11.500 kg tragen. Wenn du alle 6 Maschinenbauteile (zusammen 4.800 kg) hinter der Hinterachse platzierst, verlagert sich der Schwerpunkt nach hinten. Die Hinterachse trägt dann rechnerisch 12.100 kg, also 600 kg zu viel. Das sind gut 5 % über dem Limit. Bei einer Kontrolle reicht das für eine Stilllegung.

Fehler 1: Schwere Güter einseitig hinter der Hinterachse gestaut. Fehler 2: Glaswaren direkt über der Vorderachse platziert, sodass die Lenkachse zu stark entlastet wird und der LKW instabil lenkt.

Den Stauplan prüfen und korrigieren

Bevor du deinen Stauplan am Montag an die Rampe gibst, prüfst du ihn mit drei Fragen:

  1. Entladereihenfolge: Steht die Ware für den ersten Stopp an der Hecktür?
  2. Gewichtsverteilung: Liegen schwere Güter gleichmäßig im Bereich zwischen den Achsen? Berechne das Gewicht pro Achse und vergleiche es mit den zulässigen Werten.
  3. Ladungssicherung: Sind empfindliche Güter durch Trennmittel geschützt und gegen Verrutschen gesichert?

Wenn eine Achse mehr als 5 % über dem Limit liegt, verschiebst du schwere Paletten Richtung Fahrzeugmitte, bis die Verteilung stimmt.

Lernziele

  • Ladeplanung für gemischte Ladung durchführen, indem für mind. 3 Güterarten jeweils die optimale Stauposition im Laderaum benannt, geeignete Trennmaßnahmen für empfindliche Güter beschrieben und die resultierende Gewichtsverteilung bezogen auf Vorder- und Hinterachse begründet werden
  • Einen Stauplan auf Achslastverteilung beurteilen, indem mind. 2 Fehler in der Gewichtsverteilung identifiziert und anhand konkreter Gewichtsberechnungen je Achse erklärt wird, warum trotz korrektem Gesamtgewicht eine oder mehrere Achslasten um mehr als 5 % überschritten werden
  • Die Abhängigkeit zwischen Tourensequenz und Beladreihenfolge analysieren, indem für 2 von 3 vorgegebenen Haltepunkten die Abhängigkeit zwischen Entladereihenfolge und Stauposition im Fahrzeug korrekt begründet wird
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