Lernfeld 7: Güter verladen

Frachtvolumen und Lademeter berechnen

Lerninhalt aus der Ausbildung zum Fachlagerist:in

Frachtvolumen und Lademeter berechnen

Weniger Paletten, mehr Platzbedarf?

Drei Paletten brauchen mehr Platz als vier?

Letzte Woche lief alles glatt. Heute nicht. Dein Kollege hat letzte Woche vier stapelbare Europaletten auf 0,8 Lademeter gebucht. Zwei Stapel, je zwei Paletten übereinander, fertig. Heute stehen drei nicht stapelbare Europaletten am Versandplatz. Draußen piept der Gabelstapler, am Dispositionsbildschirm trägst du 0,8 Lademeter ein. Weniger Paletten als letzte Woche, also weniger Platz - logisch? Die Spedition ruft an: Der gebuchte Platz reicht nicht. Drei Paletten brauchen 1,2 Lademeter, nicht 0,8.

Erinnerst du dich an die Normmaße der Europalette: 1,2 m x 0,8 m? Genau hier setzt die Lademeterberechnung an. Die Maße bestimmen, wie viel Ladefläche jede Palette auf dem Auflieger belegt. Und ob Paletten gestapelt werden dürfen, verändert das Ergebnis grundlegend.

Die Formel für nicht stapelbare Ladeeinheiten

Die Berechnung nutzt drei Werte: die Breite der Ladeeinheit, die Breite des Aufliegers (Standard-Sattelauflieger: 2,4 m) und die Länge der Ladeeinheit.

Formel: Lademeter = (Palettenbreite / Aufliegerbreite) x Palettenlänge

Für eine Europalette (0,8 m breit, 1,2 m lang):

  • (0,8 / 2,4) x 1,2 = 0,4 ldm pro Palette
  • 3 nicht stapelbare Europaletten: 3 x 0,4 = 1,2 ldm

Bei stapelbaren Ladeeinheiten teilen sich mehrere Einheiten einen Bodenplatz, sodass sich die Lademeter durch den Stapelfaktor verringern. Nicht stapelbare Einheiten belegen dagegen jede für sich die volle Grundfläche.

Was ändert sich bei einer gemischten Sendung?

Stapelfaktor: Der entscheidende Unterschied

Bei stapelbaren Ladeeinheiten reduziert der Stapelfaktor die Anzahl der Bodenplätze. Der Stapelfaktor gibt an, wie viele Einheiten übereinander passen. Bei einem 2er-Stapel halbiert sich die Stellplatzanzahl:

Stellplätze = Anzahl Einheiten / Stapelfaktor

Die Lademeter pro Stellplatz bleiben gleich. Nur die Anzahl der Stellplätze sinkt. Für eine Gitterbox (1,24 m x 0,835 m) ergibt sich:

  • Pro Gitterbox: (0,835 / 2,4) x 1,24 = 0,43 ldm
  • 4 stapelbare Gitterboxen (2er): 4 / 2 = 2 Stellplätze x 0,43 = 0,86 ldm

Gemischte Sendung Schritt für Schritt

Eine Sendung besteht aus vier Positionen. Du rechnest jede Position einzeln und addierst am Ende:

Die Gesamtlademeter betragen 2,89 ldm.

Wie viel Ladefläche spart Stapeln wirklich?

Kapazitätsgewinn berechnen

Zurück zur Ausgangsfrage: Wie stark verändert Stapelbarkeit den Platzbedarf? Rechne mit 6 Europaletten:

Nicht stapelbar: 6 x 0,4 = 2,40 ldm

Stapelbar (2er-Stapel): 6 / 2 = 3 Stellplätze x 0,4 = 1,20 ldm

Differenz: 2,40 - 1,20 = 1,20 ldm weniger

Kapazitätsgewinn: 1,20 / 2,40 = 50 %

Bei einem 2er-Stapel halbiert sich der Lademeter-Bedarf. Das bedeutet: Auf derselben Ladefläche passen doppelt so viele Ladeeinheiten. Genau deshalb verursacht ein falscher Stapelbarkeitsvermerk in der Frachtanmeldung sofort Fehlbuchungen. Ob eine Sendung 1,20 oder 2,40 Lademeter belegt, entscheidet über die richtige LKW-Disposition und die Frachtkosten.

Vom Rechenergebnis zur richtigen Disposition

Die drei Schritte für jede Lademeterberechnung:

  1. Einzelwert ermitteln: (Breite der Ladeeinheit / 2,4 m) x Länge der Ladeeinheit
  2. Stapelfaktor prüfen: Ist die Einheit stapelbar? Dann Anzahl durch Stapelfaktor teilen, um Stellplätze zu erhalten
  3. Addieren: Alle Positionen einzeln berechnen und die Lademeter zusammenzählen

Beim Frachtgewicht hast du gelernt, dass fehlende Tara-Werte zu falschen Kosten führen. Bei Lademetern gilt dasselbe Prinzip: Wer die Stapelbarkeit falsch einschätzt, bucht zu wenig oder zu viel Ladefläche. Beides kostet Geld.

Lernziele

  • die Berechnungsgrundlage für den Lademetermehrbedarf nicht stapelbarer Ladeeinheiten zu benennen, indem die Formel (Palettenbreite geteilt durch Aufliegerbreite multipliziert mit Palettenlänge) vollständig beschrieben und der Unterschied zur Berechnung stapelbarer Ladeeinheiten in einem Satz erklärt wird
  • die Gesamtlademeter einer gemischten Sendung mit stapelbaren und nicht stapelbaren Ladeeinheiten zu berechnen, indem für eine Sendung mit 4 Positionen aus Gitterboxen und Europaletten die korrekte Lademeteranzahl unter Berücksichtigung der Stapelbarkeit berechnet und das Ergebnis auf zwei Nachkommastellen genau angegeben wird
  • den Einfluss der Stapelbarkeit auf die Lademeterberechnung zu untersuchen, indem die Lademeteränderung beim Wechsel von nicht stapelbaren zu stapelbaren Ladeeinheiten an einem Zahlenbeispiel rechnerisch belegt und der Kapazitätsgewinn in Prozent ausgedrückt wird
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