Lagerarten nach Standort

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, die Merkmale von Zentrallager, Dezentrallager und Regionallager zu beschreiben ,

    indem Standortlogik, typische Entfernungsradien und Anwendungsbereiche für alle 3 Lagertypen in eigenen Worten korrekt beschrieben werden.

  2. Du bist in der Lage, eine begründete Lagerstandortstrategie zu analysieren ,

    indem aus 2 von 2 beschriebenen Betriebsszenarien jeweils eine passende Standortstrategie (zentral, dezentral oder regional) mit mindestens 2 nachvollziehbaren Begründungen entwickelt wird.

  3. Du bist in der Lage, die Auswirkungen eines Wechsels von zentraler zu dezentraler Lagerstruktur auf Transportkosten, Lieferzeiten und Bestandsübersicht zu analysieren ,

    indem für ein vorgegebenes Praxisszenario (z.B. Ersatzteilhändler) die Veränderungen in mindestens 3 Dimensionen (Transportkosten, Lieferzeit, Bestandstransparenz) konkret beschrieben werden.

Zweites Lager oder teurerer Versand?

Rote Punkte auf der Deutschlandkarte

Mittwochnachmittag, 14 Uhr im Planungsbüro eines Versandhändlers für Outdoor-Ausrüstung. Deine Teamleitung breitet eine Deutschlandkarte auf dem Tisch aus. Rote Punkte markieren Regionen mit Lieferzeiten über drei Tage. "Unsere Retouren im Süden sind doppelt so hoch wie im Norden, weil die Ware zu spät kommt." Der Vertrieb will ein Außenlager bei München. Die Geschäftsführung rechnet dagegen: zweite Miete, zweites Personal, geteilte Bestände. 120.000 Euro Jahresmiete stehen gegen 15 Prozent Retouren im Süden.

Die Aufgaben der Lagerhaltung klären das Warum eines Lagers - Sicherung, Überbrückung, Umformung. Jetzt geht es um das Wo: Welche Standortfaktoren musst du vergleichen, um eine fundierte Empfehlung abzugeben?

Vier Lagerarten nach Standort

Lager lassen sich nach zwei Standort-Dimensionen einteilen:

Die erste Dimension ist die Nähe zum Betrieb. Ein innerbetriebliches Lager liegt direkt auf dem Firmengelände, z.B. das Materiallager neben der Produktionshalle. Kurze Wege und volle Kontrolle, aber begrenzte Fläche. Ein außerbetriebliches Lager steht räumlich getrennt, z.B. eine angemietete Halle im Gewerbegebiet. Mehr Platz, dafür Transportaufwand zwischen Betrieb und Lager.

Die zweite Dimension ist die Verteilung. Ein Zentrallager bündelt den gesamten Bestand an einem Standort: ein Bestand, eine Verwaltung, aber lange Lieferwege in entfernte Regionen. Dezentrale Lager verteilen den Bestand auf mehrere Standorte nahe den Absatzmärkten: kurze Lieferzeiten, aber höhere Gesamtkosten und komplexere Bestandsführung.

Der Outdoor-Händler betreibt aktuell ein Zentrallager in Hamburg. Die Frage ist: Lohnt sich ein dezentrales Außenlager bei München?

⚖️ Vergleich im Kopf: Ein Produktionsbetrieb mit angebautem Materiallager vs. ein Onlinehändler, der Hallenfläche im Gewerbegebiet mietet - welche zwei Unterschiede in Kontrolle und Flexibilität fallen dir auf?

Zentral oder dezentral - was kostet mehr, was liefert schneller?

Drei Dimensionen im direkten Vergleich

Um den Outdoor-Händler beraten zu können, brauchst du einen strukturierten Vergleich. Drei Dimensionen entscheiden:

Bei den Logistikkosten sieht die Rechnung so aus: Ein Zentrallager verursacht niedrigere Lagerkosten, weil nur ein Standort betrieben wird. Die Transportkosten steigen aber, weil jedes Paket weite Strecken zurücklegt. Dezentrale Lager drehen das Verhältnis um: höhere Lagerkosten, dafür kürzere und günstigere Transportwege.

Den größten Unterschied merkst du bei der Lieferzeit. Vom Zentrallager in Hamburg braucht ein Paket nach München zwei bis drei Tage. Ein dezentrales Lager in Süddeutschland liefert am nächsten Tag.

Die Bestandsführung spricht für das Zentrallager: ein Gesamtbestand, keine Doppelbestände, einfachere Disposition. Dezentrale Lager brauchen Sicherheitsbestände an jedem Standort. Das bindet mehr Kapital und erhöht die Gefahr von Fehlmengen.

Der versteckte dritte Kostenfaktor

Die Gesamtkosten sind nicht einfach "Lagerkosten plus Transportkosten". Bei dezentralen Lagern kommt ein dritter Faktor dazu: die Bestandskosten steigen, weil Sicherheitsbestände an mehreren Standorten vorgehalten werden müssen. Ein Zelt, das in Hamburg auf Lager liegt, hilft dem Münchner Standort nicht.

Faustregel: Dezentrale Lager senken die Transportkosten, treiben aber Lager- und Bestandskosten nach oben. Die Entscheidung hängt davon ab, welcher Effekt überwiegt.

🧑‍🏫 Erkläre es im Kopf: Erkläre jemandem ohne Lager-Erfahrung den Unterschied zwischen Zentrallager und dezentralen Lagern am Beispiel einer Pizzakette - eine Großküche für die ganze Stadt vs. kleine Filialen in jedem Stadtteil. Welche drei Unterschiede nennst du?

Welches Lager empfiehlst du dem Outdoor-Händler?

Vier Standortfaktoren gewichten

Zurück ins Planungsbüro: Bevor du eine Empfehlung abgibst, brauchst du eine systematische Bewertung. Vier Faktoren sind entscheidend:

  1. Die Verkehrsanbindung ist für einen Versandhändler der wichtigste Faktor, weil jedes Paket per LKW den Standort verlässt. Autobahnnähe und Paketdienstleister-Depots in der Region sind Pflicht.
  2. Beim Mietpreis zeigt sich ein großer Hebel: Lagerfläche in München kostet rund 8 Euro pro Quadratmeter und Monat (Stand 2024, Statista/IVD), im ländlichen Umland oft nur 4 €/m²/Monat. Bei 2.000 Quadratmetern sind das 96.000 Euro Differenz im Jahr.
  3. Am Arbeitsmarkt konkurrierst du in Ballungsräumen stärker um Kommissionierpersonal, die Löhne liegen höher als auf dem Land.
  4. Je näher das Lager am Absatzmarkt, desto kürzer die Lieferzeit und desto niedriger die Retourenquote. Für den Süden Deutschlands ist dieser Faktor ausschlaggebend.

Empfehlung: Dezentrales Außenlager im Münchner Umland

Für den Outdoor-Händler spricht die Rechnung für ein dezentrales Außenlager im günstigeren Umland mit guter Autobahnanbindung, nicht in München selbst.

Zwei Argumente dafür: Die 15 Prozent Retouren im Süden kosten den Betrieb geschätzt 180.000 Euro im Jahr. Selbst bei 4 Euro pro Quadratmeter und Monat sowie 2.000 Quadratmetern liegt die Jahresmiete bei 96.000 Euro - deutlich darunter. Gleichzeitig sinkt die Lieferzeit im Süden von drei auf einen Tag, was die Kundenzufriedenheit direkt verbessert.

Ein Argument dagegen: Der Bestand muss auf zwei Standorte aufgeteilt werden. Die Disposition wird komplexer und Sicherheitsbestände steigen. Diesen Nachteil kann ein gemeinsames Warenwirtschaftssystem abfedern, das beide Standorte in Echtzeit synchronisiert.

📝 Fasse mental zusammen: Welche vier Standortfaktoren hast du kennengelernt, und welcher wiegt für den Outdoor-Händler am schwersten?

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Du arbeitest als Fachlagerist:in bei einem Versandhändler. Das Lager befindet sich direkt im Produktionsbetrieb. Welche Merkmale kennzeichnen diesen Lagertyp?

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