Lernfeld 2: Güter lagern

Boden- und Blocklagerung

Lerninhalt aus der Ausbildung zum Fachlagerist:in

Boden- und Blocklagerung

Zwölf Paletten, kein Regalplatz - was nun?

"Stapel die einfach in Gang 4"

"Stapel die einfach in Gang 4", sagt dein Ausbilder und geht weiter. Auf der Rampe stehen zwölf Paletten Kopierpapier, jede 800 Kilogramm schwer. Kein Regalplatz ist frei. Du stehst vor der leeren Bodenfläche und merkst: Wie viele Lagen darfst du eigentlich übereinander setzen? Einfach draufstapeln klingt simpel. Aber irgendwas daran fühlt sich falsch an.

Beim Thema physische Gütereigenschaften hast du gesehen, dass Gewicht und Empfindlichkeit bestimmen, wie ein Gut gelagert wird. Genau hier wird das praktisch: Du nutzt Blocklagerung. Dabei werden gleichartige Ladeeinheiten (hier: Paletten) ohne Regal direkt auf dem Boden in mehreren Lagen übereinandergestapelt. Die einfachste Variante, die Bodenlagerung, meint nur eine einzige Lage nebeneinander. Blocklagerung geht weiter: mehrere Lagen hoch, mehrere Reihen tief. Typische Güter sind schwere, stapelfähige und homogene Bestände wie Getränkekisten, Zementsäcke oder eben Kopierpapier.

Stapelhöhe berechnen: Das Worked Example

Ob du drei oder fünf Lagen stapeln darfst, entscheidet die Stapeltragfähigkeit der untersten Ladeeinheit. Sie gibt an, wie viel Gewicht diese Einheit maximal von oben aufnehmen kann, ohne einzuknicken.

Gegeben: Jede Palette wiegt 800 kg. Die Stapeltragfähigkeit der untersten Palette beträgt 2.400 kg.

Rechnung:

  1. Wie viele Paletten dürfen oben drauf? → 2.400 kg / 800 kg = 3 Paletten
  2. Plus die unterste Palette selbst → 3 + 1 = 4 Paletten im Gesamtstapel

Formel: Maximale Stapelanzahl = (Stapeltragfähigkeit / Gewicht pro Ladeeinheit) + 1

Bei zwölf Paletten und maximal vier Lagen brauchst du also drei Stapelreihen nebeneinander. Stapelst du zu hoch, knicken die unteren Kartons ein: 2.000 Euro Warenschaden, zwei Stunden Umräumen und eine verspätete Kundenlieferung.

Blocklager oder Regal - wann lohnt sich was?

Drei Vorteile, die das Blocklager stark machen

Warum hat dein Ausbilder nicht einfach ein Regal bestellt? Drei Gründe sprechen für das Blocklager:

  1. Hoher Flächennutzungsgrad: Ohne Regale und breite Gassen nutzt du fast die gesamte Bodenfläche. Die Paletten stehen dicht an dicht.
  2. Keine Regalinvestition: Regalsysteme kosten schnell mehrere tausend Euro. Beim Blocklager brauchst du nur eine tragfähige, ebene Bodenfläche.
  3. Ideal für homogene Bestände: Wenn du große Mengen desselben Artikels lagerst, spielt die eingeschränkte Zugriffsmöglichkeit kaum eine Rolle. Jede Palette enthält ohnehin das Gleiche.

Wo das Blocklager an seine Grenzen stößt

So praktisch das Blocklager ist, es hat zwei entscheidende Schwächen:

  • Eingeschränkte Zugänglichkeit: Du erreichst nur die Paletten an den Außenseiten und ganz oben. Eine Palette mitten im Block? Erst alle davor und darüber wegräumen. Im Regal greifst du dagegen jede einzelne Palette direkt mit dem Stapler.
  • FIFO-Problematik: FIFO (First In, First Out) bedeutet, dass die zuerst eingelagerte Ware auch zuerst wieder rausgeht. Im Blocklager landen die ältesten Paletten ganz hinten und unten. Neue Ware wird davor gestapelt. Das Ergebnis: Die älteste Ware kommt zuletzt raus. Bei verderblicher Ware wäre das ein echtes Problem. Bei Kopierpapier mit langer Haltbarkeit ist es akzeptabel.

Im Regal ist jede Palette einzeln zugänglich, FIFO funktioniert problemlos. Dafür brauchst du mehr Fläche für die Gassen und zahlst für die Regalanlage.

Lernziele

  • Merkmale der Boden- und Blocklagerung zu beschreiben, indem Flächennutzungsgrad, Zugänglichkeit der Ladeeinheiten und typische Güterarten für beide Lagermethoden in mindestens 4 Punkten korrekt beschrieben werden
  • die maximal zulässige Stapelhöhe für Paletten zu berechnen, indem in 2 von 3 vorgegebenen Aufgaben die maximale Stapelanzahl aus den angegebenen Eigengewichten und der Stapeltragfähigkeit der untersten Ladeeinheit rechnerisch korrekt ermittelt wird
  • Vor- und Nachteile der Blocklagerung gegenüber der Regallagerung zu vergleichen, indem mindestens 3 Vorteile (z.B. Platzeffizienz, keine Regalinvestition, Eignung für homogene Bestände) und mindestens 2 Nachteile (z.B. eingeschränkte Zugänglichkeit, FIFO-Problematik) der Blocklagerung strukturiert herausgearbeitet werden
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