Umweltschutz beim innerbetrieblichen Transport
Dicke Luft im Tiefkühllager
Der Bereich ist gesperrt
Freitagmittag, 14:15 Uhr, Nachhaltigkeitsbesprechung. Die Teamleitung legt einen Vorfall auf den Tisch: Anfang der Woche wurde das Tiefkühllager bei minus 24 Grad gesperrt. Ein Kollege hatte den Dieselstapler reingefahren, weil der Elektrostapler an der Ladestation hing. Nach zwanzig Minuten klagten drei Beschäftigte über Kopfschmerzen und Schwindel. Die Schichtleitung schickte alle raus.
Die Auswahlkriterien für Fördermittel sind die Grundlage für eine Anforderung, die in der Praxis oft zu spät bedacht wird: Umwelt- und Gesundheitsschutz.
Abgase sind das drängendste Problem bei Verbrennungsmotoren in geschlossenen Räumen. Kohlenmonoxid (CO) und Stickoxide reichern sich dort schnell an. Zwei konkrete Folgen: Atemwegserkrankungen bei regelmäßiger Belastung und ein erhöhter CO2-Ausstoß, der zum betrieblichen Klimafußabdruck beiträgt.
Lärm und Energieverbrauch als stille Belastung
Abgase fallen sofort auf. Zwei andere Emissionstypen wirken schleichender.
Lärm von Dieselmotoren, Hydraulikpumpen und Warnsignalen erreicht in Lagerhallen schnell 85 dB und mehr. Die Folgen: Gehörschäden bei dauerhafter Belastung und Konzentrationsstörungen, die das Unfallrisiko erhöhen. Gerade in Hallen mit harten Wänden und Böden verstärkt der Nachhall den Pegel zusätzlich.
Energieverbrauch betrifft jedes Fördermittel, ob elektrisch oder fossil. Dieselstapler verbrauchen fossile Rohstoffe direkt. Aber auch Elektrostapler benötigen Strom, der erzeugt werden muss. Die Folgen: steigender Ressourcenverbrauch und höhere Betriebskosten durch Kraftstoff oder Strompreise. Der Unterschied liegt darin, wie viel Energie pro Transportvorgang verloren geht und welche Art von Emission dabei entsteht.
Elektro gegen Diesel: Welcher Stapler passt wohin?
Der Vergleich nach drei Kriterien
Drei Kriterien entscheiden, welcher Stapler im Innenbetrieb die bessere Wahl ist:
- Abgasemissionen: Der Elektrostapler produziert am Einsatzort null Abgase. Der Dieselstapler stößt CO, CO2 und Stickoxide aus. In geschlossenen Hallen ist das ein Ausschlusskriterium.
- Lärmpegel: Elektromotoren arbeiten deutlich leiser als Dieselmotoren. In Bereichen, wo Beschäftigte über Stunden arbeiten, reduziert das die Lärmbelastung spürbar.
- Einsatz in geschlossenen Räumen: Im Tiefkühllager bei minus 24 Grad gibt es keine natürliche Belüftung. Ein Dieselstapler darf dort schlicht nicht eingesetzt werden. Der Elektrostapler ist hier die einzig zulässige Option.
Ergebnis: Für den Innenbetrieb, besonders in schlecht belüfteten oder gekühlten Bereichen, ist der Elektrostapler klar vorzugswürdig.
Drei Maßnahmen auf dem Prüfstand
In der Nachhaltigkeitsbesprechung stehen drei Vorschläge zur Diskussion. Jeder wird nach Wirksamkeit und Umsetzungsaufwand bewertet:
- Routenoptimierung: Kürzere Wege bedeuten weniger Fahrten, weniger Energie, weniger Lärm. Wirksamkeit: mittel. Aufwand: gering, da oft nur eine Analyse der bestehenden Wege nötig ist. Besonders geeignet für Betriebe mit vielen Transportbewegungen auf langen Strecken.
- Umstieg auf Elektroflurförderzeuge: Eliminiert lokale Abgase komplett und senkt den Lärmpegel. Wirksamkeit: hoch. Aufwand: hoch, weil Ladeinfrastruktur und Ersatzgeräte für Ladezeiten eingeplant werden müssen.
- Energierückgewinnung beim Bremsen (Rekuperation): Der Motor arbeitet beim Bremsen als Generator und speist Energie zurück in die Batterie. Wirksamkeit: mittel. Aufwand: gering, da viele moderne Elektrostapler diese Funktion bereits eingebaut haben.
Lernziele
- die Auswirkungen von Lärm, Abgasen und Energieverbrauch betrieblicher Fördermittel auf Gesundheit und Umwelt zu beschreiben, indem für jeden der drei Emissionstypen mindestens zwei konkrete Folgen für die Belegschaft oder die Umwelt beschrieben werden (z.B. Lärm: Gehörschäden, Konzentrationsstörungen; Abgase: Atemwegserkrankungen, CO2-Ausstoß; Energieverbrauch: Ressourcenverbrauch, Betriebskosten)
- Elektro- und Dieselstapler nach ihrer Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit zu vergleichen, indem Abgasemissionen, Lärmpegel und Einsatztauglichkeit in geschlossenen Räumen (z.B. Tiefkühllager) anhand von mindestens 3 Kriterien gegenübergestellt werden und daraus die Vorzugswürdigkeit des Elektrostaplers für Innenbetrieb abgeleitet wird
- betriebliche Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltbelastung durch den innerbetrieblichen Transport zu bewerten, indem 3 ausgewählte Maßnahmen (z.B. Routenoptimierung, Umstieg auf Elektroflurförderzeuge, Nutzung von Energierückgewinnungssystemen beim Bremsen) jeweils nach ihrer Wirksamkeit auf Emissionsreduktion und ihrem betrieblichen Umsetzungsaufwand beurteilt und die Eignung für einen konkreten Betriebstyp begründet wird