Meldebestand berechnen und anwenden

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Was du nach diesem Konzept kannst 3
  1. Du bist in der Lage, den Meldebestand zu berechnen ,

    indem in 4 von 5 Aufgaben anhand der Formel Meldebestand = Tagesverbrauch × Lieferzeit + Mindestbestand das korrekte Ergebnis ermittelt wird.

  2. Du bist in der Lage, die Funktion des Meldebestands im Bestellprozess zu erklären ,

    indem das Zusammenspiel von Meldebestand, Mindestbestand und Lieferzeit anhand eines Beispiels mit mindestens 3 Schritten dargestellt wird.

  3. Du bist in der Lage, die Folgen eines zu niedrig oder zu hoch angesetzten Meldebestands zu analysieren ,

    indem je 2 Konsequenzen für Lieferbereitschaft, Kapitalbindung und Produktion systematisch gegenübergestellt werden.

Warum steht die Montagelinie seit heute Morgen still?

3.000 Euro pro Stunde - und niemand hat rechtzeitig bestellt

Seit heute Morgen steht die Montagelinie still. Artikel 4711 ist aufgebraucht, die Nachlieferung kommt frühestens Montag. Jede Stunde Stillstand kostet 3.000 Euro.

Dein Kollege Niklas sitzt im Dispositionsbüro und scrollt durch die Bestellhistorie. Donnerstagvormittag, 11:45 Uhr. Er sieht: Der Meldebestand für Artikel 4711 war auf 80 Stück eingestellt. Gestern unterschritt der Lagerbestand diese Marke, das System löste automatisch eine Nachbestellung aus. Aber bei einem Tagesverbrauch von 50 Stück und einer Lieferzeit von 4 Tagen reichen die restlichen 45 Stück nicht einmal bis morgen.

Aus dem Bereich Güterbearbeitung weißt du, dass eingelagerte Waren regelmäßig gepflegt werden müssen. Aber Pflege hilft nichts, wenn der Artikel gar nicht mehr da ist. Was hätte im System stehen müssen, damit die Bestellung rechtzeitig rausgeht?

Was der Meldebestand bewirkt

Der Meldebestand ist die Lagermenge, bei deren Unterschreitung das System automatisch nachbestellt. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem Verbrauch während der Lieferzeit und einem Sicherheitspuffer, dem Mindestbestand (auch: eiserner Bestand). Ist der Meldebestand zu niedrig angesetzt, kommt die Bestellung zu spät - genau das ist Niklas passiert.

🔮 Bevor du weiterliest: Der Tagesverbrauch liegt bei 50 Stück, die Lieferzeit bei 4 Tagen, und 100 Stück sollen als Notreserve immer im Regal bleiben. Auf welchen Wert schätzt du den Meldebestand?

Wie sieht die Rechnung aus - und was passiert bei falschen Werten?

Die Formel angewendet

Die Formel lautet:

Meldebestand = Tagesverbrauch × Lieferzeit + Mindestbestand

Für Artikel 4711 mit einem Mindestbestand von 100 Stück:

50 Stück/Tag × 4 Tage + 100 Stück = 300 Stück

Der Meldebestand hätte auf 300 stehen müssen, nicht auf 80. Bei 300 Stück wäre die Bestellung ausgelöst worden, bevor der Mindestbestand angegriffen wird. Niklas trägt den korrigierten Wert ins System ein und gibt für die aktuelle Lücke eine Eilbestellung auf.

Zu niedrig vs. zu hoch

Niklas' Fall zeigt die Folgen eines zu niedrigen Meldebestands. Aber auch ein zu hoher Wert verursacht Probleme.

Wer zu knapp kalkuliert, riskiert Engpässe: Kunden und Produktion warten auf Material, die Lieferbereitschaft sinkt. Wer zu großzügig rechnet, sichert die Verfügbarkeit, bindet aber unnötig Ressourcen.

Beim Geld ist der Effekt gegenläufig. Ein niedriger Meldebestand hält wenig Kapital im Lager, erzwingt aber teure Eilbestellungen. Ein hoher Wert bindet Geld in Ware, die monatelang im Regal steht - die Kapitalbindung steigt.

Am härtesten trifft es die Fertigung: Stillstand wie bei Niklas kostet 3.000 Euro pro Stunde. Ein zu hoher Meldebestand sichert die Produktion, treibt aber die Lagerkosten nach oben.

Den Meldebestand richtig einstellen

Drei Stellschrauben bestimmen das Ergebnis: Schwankt der Tagesverbrauch saisonal, brauchst du einen höheren Mindestbestand als Puffer. Ist die Lieferzeit bei einem Lieferanten unzuverlässig, rechnest du mit dem längsten realistischen Wert. Und der Mindestbestand selbst ist die letzte Reserve, die nur im Notfall angegriffen werden darf.

Hätte Niklas die Formel korrekt angewendet (50 × 4 + 100 = 300), wäre die Bestellung vier Tage früher rausgegangen. Die Montagelinie hätte heute Morgen ganz normal weitergearbeitet.

Teste dein Wissen

Niklas analysiert: Tagesverbrauch 50 Stück, Lieferzeit 4 Tage, Mindestbestand 100 Stück. Welcher Meldebestand hätte die rechtzeitige Bestellung sichergestellt?

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