Lizenzmodelle und Nutzungsrechte

Lernfeld 2: Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten

Welche Lizenzmodelle bestimmen den Markt?

Kaufsoftware vs. Mietsoftware

Wenn du Software beschaffst, kaufst du in der Regel nicht das Programm selbst (den Code), sondern nur das Nutzungsrecht daran. Hierbei gibt es zwei dominierende Bezahlmodelle:

  • Kaufsoftware (Perpetual License): Du zahlst einmalig einen höheren Betrag und darfst diese spezifische Version der Software zeitlich unbegrenzt nutzen. Es ist vergleichbar mit dem Kauf einer DVD: Der Film gehört dir für immer, aber wenn ein neuer Teil herauskommt, musst du diesen erneut kaufen. Sicherheitsupdates sind meist inklusive, aber Funktions-Upgrades auf eine neue Hauptversion (z. B. von Version 2023 auf 2024) kosten oft extra.
  • Mietsoftware (Subscription / SaaS): Bei diesem "Software as a Service"-Modell zahlst du eine regelmäßige Gebühr (monatlich oder jährlich). Dafür darfst du die Software nutzen, solange das Abo läuft. Der Vorteil: Du hast immer Zugriff auf die neueste Version und Updates. Es ist vergleichbar mit Streaming-Diensten wie Netflix oder Spotify: Sobald du aufhörst zu zahlen, verlierst du den Zugriff. Bekannte Beispiele sind Microsoft 365 oder die Adobe Creative Cloud.

Kostenlose und freie Modelle

"Kostenlos" ist nicht gleichbedeutend mit "rechtefrei". Auch hier gelten klare Regeln:

  • Freeware: Diese Software ist kostenlos nutzbar (gratis), aber der Quellcode bleibt das Geheimnis des Herstellers. Du darfst das Programm nutzen, aber nicht verändern. Ein klassisches Beispiel ist der Adobe Acrobat Reader.
  • Shareware: Diese Software funktioniert nach dem Prinzip "Erst testen, dann kaufen". Du kannst sie für eine bestimmte Zeit oder mit eingeschränkten Funktionen kostenlos nutzen (Trial). Willst du sie dauerhaft oder vollumfänglich nutzen, wird eine Gebühr fällig. Ein bekanntes Beispiel ist das Packprogramm WinRAR.
  • Open-Source-Software (OSS): Hier ist der Quellcode für alle öffentlich zugänglich ("Open Source"). Die Software ist oft kostenlos, aber der entscheidende Punkt ist die Freiheit: Du darfst den Code einsehen, verändern und oft auch weitergeben. Dies ist an Lizenzbedingungen geknüpft (z. B. GNU GPL), die sicherstellen, dass diese Freiheiten erhalten bleiben. Prominente Beispiele sind das Betriebssystem Linux, der Webserver Apache oder der Browser Firefox.

Wie werden Nutzungsrechte im Unternehmen geregelt?

Einzelplatz- und Volumenlizenzen

In Unternehmen reicht es nicht zu wissen, ob man eine Software hat, sondern wie viele Personen sie nutzen dürfen.

  • Einzelplatzlizenz (Single User License): Die Software darf auf genau einem Computer installiert werden. Wenn du einen neuen PC bekommst, muss die Software auf dem alten gelöscht werden.
  • Volumenlizenzen: Für Firmen, die viele Arbeitsplätze ausstatten müssen, gibt es effizientere Modelle:
    • Named User License: Die Lizenz klebt an einer bestimmten Person. Diese Person darf die Software oft auf mehreren Geräten nutzen (z. B. auf dem Büro-PC, dem Laptop im Homeoffice und dem Tablet), solange nur sie damit arbeitet. Das ist wie eine persönliche Mitgliedskarte im Fitnessstudio.
    • Concurrent User License (Floating License): Hier wird die Gleichzeitigkeit lizenziert. Die Software darf auf beliebig vielen PCs installiert sein, aber wenn das Unternehmen 50 Lizenzen kauft, können nur 50 Personen gleichzeitig damit arbeiten. Loggt sich die 51. Person ein, erhält sie eine Fehlermeldung, bis jemand anderes das Programm schließt. Das ist vergleichbar mit den Spinden im Fitnessstudio: Es gibt viele Mitglieder, aber nur eine begrenzte Anzahl an Spinden für die, die gerade trainieren.
    • Unternehmenslizenz (Site License): Dies ist die "Flatrate". Sie erlaubt die Nutzung der Software auf allen Computern an einem bestimmten Standort oder im gesamten Unternehmen, ohne dass jede einzelne Installation gezählt werden muss.

Lizenzmanagement und Compliance

Softwarelizenzen sind rechtlich bindende Verträge. Lizenzmanagement ist die Disziplin, den Bestand an gekauften Lizenzen mit den tatsächlich installierten Programmen abzugleichen. Das Ziel ist Compliance (Regeltreue):

  • Unterlizenzierung (Under-licensing): Es wird mehr Software genutzt als bezahlt wurde. Das ist illegal (Urheberrechtsverletzung) und ein hohes finanzielles Risiko. Bei einem Audit (einer Prüfung durch den Softwarehersteller) drohen hohe Nachzahlungen und Strafgebühren.
  • Überlizenzierung (Over-licensing): Es wurden mehr Lizenzen gekauft als benötigt werden. Das ist zwar legal, aber wirtschaftlich unsinnig, da Budget für ungenutzte Software ("Shelfware") verschwendet wird.

Ein gutes Lizenzmanagement sorgt also dafür, dass ein Unternehmen rechtlich auf der sicheren Seite ist und gleichzeitig keine unnötigen Kosten verursacht.

Lernziele

  • die verschiedenen Lizenzmodelle für Software differenzieren, indem zwischen Kaufsoftware (Perpetual License), Mietsoftware (Subscription), Freeware, Shareware und Open-Source-Software anhand der Nutzungsdauer, Kostenstruktur und Rechteübertragung unterschieden wird.
  • die Nutzungsrechte bei Softwarelizenzen erklären, indem die Unterschiede zwischen Einzelplatzlizenzen, Volumenlizenzen (z.B. Concurrent User, Named User) und Unternehmenslizenzen (Site License) sowie deren Auswirkungen auf die legale Installation und Nutzung beschrieben werden.
  • die Bedeutung von Lizenzmanagement und Compliance interpretieren, indem die Unterschiede zwischen Einzelplatzlizenzen, Volumenlizenzen (z.B. Concurrent User, Named User) und Unternehmenslizenzen (Site License) sowie deren Auswirkungen auf die legale Installation und Nutzung beschrieben werden.
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